Preisbrecher Kia Picanto 1.1

Kia Picanto 1.1 Kia Picanto 1.1

Preisbrecher Kia Picanto 1.1

— 15.03.2004

Vier Türen für 8700 Euro

Kia macht uns das Thema Kleinwagen schmackhaft. Der Picanto zeigt sich von der praktischen Seite, und das zu einem fairen Kurs.

Günstiger als die Konkurrenz

Beim Kochen kommt es auf die Gewürze an – das weiß jeder Hobbykoch. Nimmt er zu wenig, schmeckt es fad, übertreibt er, ist das Gericht schnell versalzen. Nur bei richtiger Prise schmeckt es gut und pikant. Kia glaubt die passende Gewürzmischung in der Lupo-Klasse gefunden zu haben und serviert uns seinen neuen Kleinwagen Picanto.

Statt Curry, Chili oder Paprika sollen vier Türen, eine variable Rückbank, ein starker Diesel, pfiffige Ausstattungsdetails und ein fairer Preis für einen gepfefferten Auftritt in der Kleinwagenklasse sorgen. Den nötigen Anreiz auf die koreanische Kost soll der Picanto LX wecken. Für nur 8700 Euro ist er zu haben. Damit ist er 350 Euro preiswerter als der günstigste Renault Twingo. Gegenüber dem Einstiegs-Lupo (1.0 für 10.150 Euro) bietet Picanto einen Preisvorteil von bereits 1450 Euro. Und der kleine Wolfsburger mit vergleichbarer Motorisierung (1.4 mit 60 PS) kostet gar 2525 Euro mehr. Das macht wirklich Appetit auf den Picanto.

Zumal er von Haus aus etwas bietet, was es weder bei Lupo noch Twingo für Geld und gute Worte gibt – vier Türen. Hört sich an wie purer Luxus bei einem Auto von gerade mal 3,50 Meter Länge. Denn mit seinem knappen Raumangebot hinten lockt Picanto kaum Erwachsene auf die Rückbank. Platz nehmen werden da nur die Kleinen und ganz Kleinen, die noch im Kindersitz mitfahren. Und genau da kommen die hinteren Türen groß raus. Denn Mütter (und Väter) wissen, um wie viel bequemer es bei viertürigen Autos ist, den Kindersitz ein- oder auszubauen. Dicker Pluspunkt für Kia.

Der Trick mit der Rücksitzlehne

Eher bescheiden: der Stauraum im Picanto-Steilheck. Gerade 105 Liter fasst das Gepäckabteil. Da passt nicht mal ein normaler Koffer aufrecht zwischen Rücksitzlehne und Heckklappe. Doch Kia greift in die Trickkiste. Die asymmetrisch geteilte Lehne lässt sich in der Neigung verstellen. Von stark geneigt über leicht angewinkelt bis zu aufrecht. Nun passt auch der Koffer rein.

Für mehr Gepäck lassen sich Rückbank und Rücksitzlehnen umlegen. Das Ganze funktioniert spielend leicht und in Sekunden. So wird der Picanto zum Mini-Transporter, der nun bis zu 868 Liter Stauraum bereithält. Lupo bietet etwas weniger, Twingo jedoch mehr als einen Kubikmeter. Dazu eine verschiebbare Rückbank. Die hätten wir auch gerne im Rezeptbuch des Picanto gesehen. Genauso sollte das Basismodell ab Werk eine Servolenkung besitzen. Die gibt es für den LX nur in Verbindung mit elektrischen Fensterhebern vorn für 270 Euro. Dagegen serienmäßige Zutaten: vier Airbags, ABS, Colorglas, höhenverstellbares Lederlenkrad, Zentralverriegelung. Nicht schlecht für 8700 Euro.

Opulenter abgeschmeckt: das Modell EX zusätzlich mit Klimaanlage, Alurädern, Nebelleuchten, elektrischen Fensterhebern vierfach und einer zweifarbigen, recht gelungenen Innenausstattung. Das Auge isst halt immer mit. So angerichtet, kostet der Picanto EX dann 10.350 Euro. Für Automatik-Freunde kommen noch mal 1050 Euro hinzu.

Technische Daten

Angetrieben wird Picanto von einem 1,1-Liter-Vierzylinder mit 65 PS. Kein Motor, der zu begeistern vermag. Bei hohen Drehzahlen wird er unangenehm laut, beim Beschleunigen wirkt er zäh und müde. Laut Kia erreicht Picanto nach 15,1 Sekunden Tempo 100, schafft 154 km/h Spitze (Automatik 144 km/h). Na ja. Immerhin soll der Motor mit 4,9 Liter Normal auskommen. Für viele Picanto-Käufer mag der Spareffekt wichtiger sein als die Durchzugskraft. Wer danach lechzt, muss bis Mitte 2005 warten – auf einen völlig neuen Diesel mit 72 PS.

Die exakte Schaltung und die direkte Lenkung – nur 2,8 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag – treffen schon heute unseren Geschmack. Nicht so das viel zu weiche Fahrwerk. Die Karosserie schwingt und schaukelt, kommt nie zur Ruhe. Für die Mägen der kleinen Passagiere auf der Rückbank eine wahre Folter. Doch Kia hat zugesichert, bis zur Markteinführung im April Fahrwerk und Federung grundlegend zu überarbeiten. Nachwürzen nennen das die Hobbyköche. Ist eben nicht so einfach, ein neues Auto richtig abzuschmecken.

Technische Daten Reihenvierzylinder • OHC • 3 Ventile je Zylinder • Hubraum 1086 cm³ • Leistung 48 kW (65 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 97 Nm bei 2800/min • Frontantrieb • ABS • Fünfganggetriebe • Kofferraumvolumen 105/868 Liter • Tankinhalt 35 Liter • Länge/Breite/Höhe 3495/1595/1480 mm • Reifen 175/50 R 15 • Leergewicht 929 kg • 0–100 km/h in 15,1 s • Spitze 154 km/h • Verbrauch 4,9 l Normal • Schadstoffklasse EU4 • Preis 8700 Euro

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