Preisexplosion an der Tankstelle

Preisexplosion an der Tankstelle

— 28.12.2006

2006 noch schnell zapfen

2007 wird der Sprit teurer. Klar, die Mehrwertsteuer. Aber es gibt noch andere Gründe. Und die sorgen zurzeit für reichlich Zoff.

Autofahrer sollten vor Silvester den Tank auffüllen, denn zum Jahresanfang 2007 werden Benzin und Diesel um einige Cent teurer. Um wie viel, darüber ist ein Streit zwischen Automobilclubs und Ölkonzernen ausgebrochen. Rein rechnerisch könnten aus der Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte sowie durch die Beimischungspflicht und Besteuerung von Biokraftstoffen sechs bis sieben Cent je Liter herauskommen.

Während der Automobilclub AvD fordert, dass die Ölkonzerne rund die Hälfte davon aufgrund ihrer guten Gewinnlage auffangen könnten und der ADAC eine Preiserhöhung von lediglich vier bis fünf Cent für vertretbar hält, kontern jetzt die Ölkonzerne. "Bei dem bekannten harten Wettbewerb in Deutschland muss man versuchen, derartig große Kostenschübe an die Kunden weiterzugeben", sagte Exxon-Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann der WELT. Eine Verteuerung um bis zu sieben Cent je Liter sei mit den Steuererhöhungen begründbar. Die Mehrwertsteuer mache drei Cent aus. Die Beimischungspflicht der Biokraftstoffe, die ab Januar 2007 dem Benzin zu 1,2 Prozent und dem Diesel zu 4,5 Prozent hinzugefügt werden müssen, bringe weitere rund drei Cent Mehrbelastung. Auch Shell, hinter Aral die Nummer zwei in Deutschland, will die Mehrkosten weiterreichen. Fraglich ist allerdings, was sich davon am Markt durchsetzen lassen wird.

Schützenhilfe bekommen die Ölkonzerne nun von einem in der Branche anerkannten Experten, der oft als wichtiger Kritiker von Energieunternehmen gilt. "Das können die Ölkonzerne auf gar keinen Fall auffangen. Das geben die Margen im Tankstellengeschäft einfach nicht her", sagte Heino Elfert, Herausgeber des Energie Informationsdiensts (EID), der WELT. Nach Berechnungen des EID verdienten die Ölkonzerne sowie freien Tankstellenbetreiber von Januar bis November 2006 im Durchschnitt 6,46 Cent je Liter Superbenzin und 6,36 Cent je Liter Diesel vor Steuern, Pächterabgabe und Transportkosten. Nach Steuern bedeutet das laut EID einen Gewinn von rund einem halben Cent. Davon zu sprechen, die Konzerne könnten die Steuererhöhung verkraften, sei unrealistisch, meinte Elfert. Ohnehin wird das Geschäftsjahr 2006 für die Tankstellenbetreiber ein Jahr des Rückgangs. Nach EID-Zahlen ist der Benzinabsatz von Januar bis November um 5,3 Prozent gesunken. Das geringe Plus beim Dieselverkauf um ein Prozent konnte dies nicht ausgleichen.

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