Preiswerte Allradler

Gebrauchtwagen-Check: Preiswerte Allradler Gebrauchtwagen-Check: Preiswerte Allradler

Preiswerte Allradler

— 29.03.2007

Das kleine 4x4

Für guten Vortrieb auf Schnee, Eis oder Schotter braucht es keinen teuren und schweren SUV. Das klappt auch mit preisgünstigen und wirtschaftlichen Allradlern.

Zuverlässigkeit ist gefragt

Ein Allradantrieb bringt nicht nur abseits der Straße Vorteile. Das zeigt unser großer 4x4-Vergleich. Doch haben die getesteten Wagen durch die Bank einen Nachteil: Sie sind teuer. Deutlich preiswerter, in unserem Fall bis maximal 5000 Euro, geht es mit einem gebrauchten Allradauto. Beispielsweise einem Fiat Panda, Subaru Justy oder Suzuki Samurai. Für viele Menschen sind diese Typen die wahren Helden des Alltags und somit unverzichtbar. Weil sie nämlich für wenig Geld die Mobilität auf schlüpfrigem Terrain sichern. Ihr Revier sind nicht die Flaniermeilen des Großstadtdschungels, sondern vorwiegend bergige Regionen mit langen Wintern, steilen Schotterauffahrten oder unwegsamen Waldwegen. Eine Welt also, in der Gucci und Armani weniger zählen als ein kräftiger Händedruck und derbes Schuhwerk.

Das macht die Situation für Gebrauchtwageninteressenten nicht unbedingt einfacher. Denn neben der nicht allzu großen Verbreitung, ist bei den kleinen und preisgünstigen Allradlern bei häufigem Einsatz auf Wald- und Schotterwegen auch mit erhöhtem Verschleiß zu rechnen. Fehlt es darüber hinaus an Pflege, kann aus dem billigen Schnäppchen ganz schnell ein finanzielles Abenteuer werden. Einen zweifelhaften Ruf genießt in dieser Hinsicht vor allem der Lada Niva. Der russische Geländewagen lockt zwar mit Dumpingpreisen und guten Offroad-Eigenschaften, aber aufgrund der gravierenden Verarbeitungsmängel und den größtenteils minderwertigen Materialien ist Ärger zwangsläufig programmiert. So halten die Getriebe- und Kardanwellenlager oft keine 50.000 Kilometer. Typisch sind darüber hinaus starke Rostschäden, festgehende Bremssättel, defekte Lichtmaschinen, und, und, und ... Kurzum: Die Zuverlässigkeit des Lada ist eine Katastrophe.

Absolute Billigheimer meist problematisch

Kaum besser ist es um den Kia Retona bestellt. Knackpunkt des Koreaners ist der ewig ruckelnde Turbodiesel. Außerdem steigt das Risiko eines teuren Motorschadens ab etwa 80.000 Kilometern drastisch an. Aus demselben Grund raten wir auch vom turbodieselnden Kia Sportageab. Der ist als Benziner ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, denn hohe Verbrauchswerte, viel Gammel, brechende Schraubenfedern, ausgeschlagene Lenkungen und das bescheidene Fahrverhalten sind wenig vertrauenerweckend. Wesentlich bessere Qualitäten offenbart hingegen der bis 1995 gebaute Subaru Justy. Er ist unter den absoluten Billigheimern ein reelles Angebot. Okay, viele schlecht gepflegte Exemplare kämpfen mit dem Rost. Doch es finden sich immer wieder leidlich gepflegte Ersthand-Justy mit Laufleistungen im fünfstelligen Bereich, die den Kauf zum überschaubaren Risiko machen.

Selbiges gilt für einen gepflegten VW Golf II Syncro. Der ist zwar rar, aber mit G-Kat und seiner robusten Technik noch für viele Kilometer gut. Was man vom Fiat Panda 4x4 nicht behaupten kann. Der ist nur billig, aber selten wirklich zuverlässig. Deutlich haltbarer ist die Mechanik der Suzuki-Modelle Samurai und Vitara. Dem Ersteren macht zwar der Rost mittlerweile ziemlich zu schaffen, aber Motor und Getriebe des Vitara halten deutlich länger als 100.000 Kilometer. Als beste Allradler in unserer Gebrauchtübersicht erweisen sich letztlich der Daihatsu Terios und der Toyota RAV4. Beide Japaner kommen allerdings relativ teuer daher. Doch dafür revanchieren sie sich normalerweise mit höchster Zuverlässigkeit. Und das ist gerade in der Preisklasse bis 5000 Euro der größte Vorteil.

Subaru Justy, Toyota RAV4, VW Golf II

Subaru Justy 1200 4WD Kat

Typ KAD, Baujahr 1990 bis 1995
Schwachstellen: Seit 1995 ist der Justy ein umgetaufter Suzuki Swiftoder Ignis (ab 2003). Der Justy 1200 des Typs KAD ist somit der letzte „echte“ Subaru-Kleinwagen. Er kämpft jedoch zunehmend mit Altersschwächen. Dem Justy setzt vor allem Rost zu. Betroffen sind sämtliche Blechkanten, die Bremsleitungen und häufig auch tragende Teile wie die Schweller. Die Mechanik, einschließlich des zuschaltbaren Allradantriebs, ist zwar solide, aber Ölverlust an Motor und Getriebe, defekte Zylinderkopfdichtungen, erblindete Scheinwerfer oder ein verrotteter Auspuff zählen zu den typischen Mängeln.

Preis ab 1000 Euro (bei Laufleistungen um 100.000 Kilometer) • Technische Daten Hubraum: 1190 cm³, Leistung: 75 PS, Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h • AUTO BILD-Urteil: ** (max. fünf Sterne)

Toyota RAV4

Typ XA1, Baujahr 1994 bis 2000
Schwachstellen: Der Toyota RAV4 des Typs XA1 erfüllt das Klischee des zuverlässigen Japaners nahezu perfekt. Echte technische Schwachstellen sind praktisch nicht auszumachen. Bei häufigem Geländeeinsatz und liebloser Behandlung gibt es allerdings oft Beschädigungen. Dann ist Rost am Unterboden möglich. Im Offroadbetrieb können zudem die filigranen Querlenker der Hinterachse leicht verbiegen. Ab und an versagt darüber hinaus die Lambdasonde. Und in seltenen Fällen gab es auch Ausfälle der Benzinpumpe. Kein Thema sind normalerweise Ölverlust, Motor- oder Getriebeschäden.

Preis ab 4500 Euro (bei Laufleistungen um 100.000 Kilometer) • Technische Daten Hubraum: 1998 cm³, Leistung: 128 PS, Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h • AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)

VW Golf II Syncro

Typ 19E, Baujahr 1986 bis 1991

Schwachstellen: Der VW Golf II hat zwar gute Anlagen als Langzeitauto, aber 16 Jahre nach Produktionsende überwiegen bei Gebrauchtfahrzeugen die typischen Alterserscheinungen. So ist Rost trotz der damals vorbildlichen Vorsorge durchaus ein Thema, insbesondere unter Fenstergummis, an Kabeldurchbrüchen und am Unterboden. Außerdem kann ein überalterter Zahnriemen reißen. Weitere typische Schwächen: defekte Wasserpumpen, ausgeleierte Stoßdämpfer, leckende Radbremszylinder, poröse Bremsschläuche, Ölverlust am Antrieb, verschlissene Antriebswellen, Rost am Auspuff.

Preis ab 1200 Euro (bei Laufleistungen um 150.000 Kilometer) • Technische Daten Hubraum: 1781 cm³, Leistung: 90 PS, Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h • AUTO BILD-Urteil: ** (max. fünf Sterne)

Terios, Panda, Sportage, Retona

Daihatsu Terios

Typ J1, Baujahr 1997 bis 2006
Mit einer Länge von 3,85 Metern zählt der schmale Daihatsu Terios zu den Allrad-Minis. In Sachen Zuverlässigkeit ist er jedoch ein ganz Großer. Weniger gut ist aber das unausgewogene Fahrverhalten des Schmalhans, speziell in Kurven.
• Positiv: Hohe Zuverlässigkeit, gute Rostvorsorge, niedriger Verbrauch, günstige Unterhaltskosten, preiswert in der Anschaffung, gute Verarbeitung, vier Türen, Wendigkeit
• Negativ: Kippeliges Fahrverhalten, eingeschränktes Platzangebot, rasch rostende Abgasanlage, unterdimensionierte Kupplung, geringe Bodenfreiheit, Wertverlust hoch
Preis: ab 4500 Euro (bei Laufleistungen um 100.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1296 cm³, Leistung: 83 PS, Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h AUTO BILD-Urteil: *** (max. fünf Sterne)

Fiat Panda 4x4

Typ 141A, Baujahr 1983 bis 1995
Vor allem südlich der Alpen ist der kleine Allrad-Panda ein häufiger gesehener Gefährte. Hierzulande zählt er jedoch zu den Exoten. Die Technik ist nicht besonders zuverlässig. Größter Feind des Panda ist jedoch der Rost.
• Positiv: Sehr günstige Gebrauchtpreise, niedrige Unterhaltskosten, überschaubare Ersatzteilpreise, Wendigkeit, Übersichtlichkeit, günstiger Verbrauch • Negativ: Zuverlässigkeit, Rostanfälligkeit, Platzangebot, Fahrkomfort, sehr schwache Bremsen, Nutzung des Allradantriebs nur bis 60 km/h, passive Sicherheit, Verarbeitung Preis: ab 800 Euro (bei Laufleistungen um 120.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1108 cm³, Leistung: 50 PS, Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h AUTO BILD-Urteil: * (max. fünf Sterne)

Kia Sportage

Typ JA, Baujahr 1994 bis 2002
Der bis 1998 bei Karmann gebaute Kia Sportage war der erste koreanische Allradler in Deutschland. Davon haben Gebrauchtkäufer allerdings wenig, denn der Sportage ist nicht sehr zuverlässig. Vor allem der Diesel macht Ärger.
• Positiv: Sehr günstige Gebrauchtpreise, ordentliches Platzangebot, umfangreiche Ausstattung, gute Übersichtlichkeit • Negativ: Zuverlässigkeit, viele Motorschäden beim Diesel, mangelhafter Rostschutz, Fahrwerkschwächen, sehr schwache Bremsen, hoher Verbrauch, teure Unterhaltskosten Preis: ab 3000 Euro (bei Laufleistungen um 120.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1998 cm³, Leistung: 95 PS, Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h AUTO BILD-Urteil: * (max. fünf Sterne)

Kia Retona TD

Typ CE, Baujahr 1999 bis 2001
Dem Kia Retona war nur eine kurze Zeit vergönnt. Gut so. Denn der Billigheimer mit seinem schluckfreudigen Turbodiesel gilt als bemerkenswert anfällig. Ab 80.000 Kilometern steigt das Risiko eines Motorschadens. Finger weg!
• Positiv: Billig zu erstehen, gute Geländetauglichkeit, ausreichende Bodenfreiheit • Negativ: Miserable Zuverlässigkeit, hohe Rostanfälligkeit, teure Motorschäden, Elektrikdefekte, ständiges Ruckeln im Teillastbereich, viele Defekte im Antriebsstrang Preis: ab 4500 Euro (bei Laufleistungen um 80.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1998 cm³, Leistung: 83 PS, Höchstgeschwindigkeit: 124 km/h AUTO BILD-Urteil: (max. fünf Sterne)

Lada Niva, Suzuki Samurai & Vitara

Lada Niva 1.7i

Typ 2121, Baujahr 1995 bis heute
Lada Niva? Nur wenn Zuverlässigkeit keine Rolle spielt. Wegen des minderwertigen Materials hält der Niva oft nicht mal 50.000 Kilometer. Finger weg!
• Positiv: Dumpingpreise, gute Offroad-Eigenschaften • Negativ: Lausige Verarbeitung, miserable Zuverlässigkeit, extreme Rostanfälligkeit, miese Langzeitqualität und Bremsen Preis: ab 2500 Euro (bei Laufleistungen um 60.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1690 cm³, Leistung: 80 PS, Höchstgeschwindigkeit: 137 km/h AUTO BILD-Urteil: (max. fünf Sterne)

Suzuki Samurai

Typ SJ, Baujahr 1988 bis 2000
Billig, aber nicht unbedingt schlecht – die Haltbarkeit des Samurai überrascht. Im Alter gibt es dennoch Probleme mit Rost, Getriebe und Kühler.
• Positiv: Billig, günstige Unterhaltskosten, gute Offroad-Eigenschaften, robuster Motor, akzeptabler Verbrauch • Negativ: Schlechter Korrosionsschutz, miserabler Federungskomfort, im Alter viele Getriebe- und Anlasserschäden Preis: ab 1500 Euro (bei Laufleistungen um 100.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1298 cm³, Leistung: 70 PS, Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h AUTO BILD-Urteil: ** (max. fünf Sterne)

Suzuki Vitara

Typ ET, Baujahr 1988 bis 1998
Der Vitara ist kein harter Offroader, aber auch kein verweichlichtes Spielzeug. Überzeugend sind Zuverlässigkeit und mechanische Langlebigkeit.
• Positiv: Motoren, Getriebe und Allradantrieb sehr robust, günstig in Anschaffung und Unterhalt, akzeptabler Verbrauch • Negativ: Dürftiger Komfort, rasch rostender Auspuff, empfindliches Verdeck, eingeschränkte Offroad-Tauglichkeit Preis: ab 2500 Euro (bei Laufleistungen um 80.000 Kilometer) • Technische Daten: Hubraum: 1589 cm³, Leistung: 80 PS, Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h AUTO BILD-Urteil: *** (max. fünf Sterne)

Autor: Ulrich Holzwarth

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