Premiere Fiat 500

Fiat 500 – die Premiere Fiat 500 – die Premiere

Premiere Fiat 500

— 05.07.2007

Das iPhone auf Rädern

Der Hype um den neuen Fiat 500 ist in Italien vergleichbar mit der iPhone-Hysterie in den USA. Wer sich durch diese Bildergalerie klickt, weiß warum. Dazu: das erste Fahr-Video!

Privatkonzerte von Lionel Richie oder Paolo Conte zur Präsentation von neuen Auto-Modellen. Oder eine heitere Fahrt mit einem weltbekannten Clubschiff, inklusive Pop-Sternchen Christina Aguilera, die gleich ein Liedchen für die A-Klasse der zweiten Generation trällerte. Das alles haben wir schon erlebt. Was Fiat dieser Tage auffährt, sprengt dennoch jede Vorstellung. Turin, der Firmensitz des Herstellers, feiert den neuen 500 mit der Weltöffentlichkeit bis zum Abwinken. 30 weitere italienische Städte stellen den Kleinen auf ihren schönsten Plätzen vor. 7000 Gäste aus 63 Ländern kamen zur Premierenfeier auf und an dem Po in Turin. Ein riesiges Tamtam für ein kleines, 3,55 Meter langes Auto. Und das ist nur das Finale einer aufwendigen Marketing-Kampagne, die die Neuauflage des Cinquecento permanent begleitet hat.

Im Internet konnte jeder mitgestalten

Zugegeben: Er ist süß und knuffig und sieht dem alten 500er von 1957 verdammt ähnlich. Der war für die Italiener, was für die Deutschen der Käfer, die Franzosen die Ente und die Briten der Mini verkörperte: ein klassenloses Auto. Für viele Menschen finanzierbar und daher oft das erste überhaupt. Deshalb kleben heute auch so viele Erinnerungen und Anekdötchen an diesem Kleinwagen. Die Pannen oder unbequemen Reisen von damals sind längst im Gedächtnis verwischt. Vertreiben kann Fiat mit der modernen Neuauflage auch wirtschaftliche Sorgen und Misserfolge wenig markanter Modelle der jüngeren Geschichte. Endlich wieder ein Pferd im Stall, das jedermann kennt und mag. Das haben sich die Fiat-Strategen von Anfang an zu Nutze gemacht. Im Internet konnten Fans an einem virtuellen Konzept-Auto rummodellieren. Die besten Anregungen und Wünsche setzten Designer und Ingenieure in die Tat um. Der Coup glückte: Seit dem Start der Seite zählte Fiat mehr als 3,7 Millionen Besucher.

Weltweit zurück ins Rampenlicht

Stadtflitzer: Der neue Fiat 500 sorgt für Aufsehen, nicht nur in Italien.

180 Exemplare des neuen Fiat 500 standen für die internationale Presse in Turin parat. Vor 50 Jahren, am 3. Juli 1957, tuckerten rund 150 Cinquecento vom Corso Bramante nach Mirafiori und danach durch die Straßen des Turiner Stadtzentrums. Damals eine unvergessliche Parade, heute nicht minder. Fiat macht den 500 zum nationalen Spektakel. Und zur Sinnfrage für den gesamten Konzern. "Das heutige Event ist ein Wendepunkt für Fiat", verkündete Fiat-Markenchef Luca de Meo bei der Präsentation. "Der neue 500 ist die Chance, Fiat weltweit wieder ins Rampenlicht zu stellen." 3,55 Meter als Manifest für neuen Glanz.

Garantie: fünf Jahre oder 500.000 Kilometer

Auf den Straßen Turins brachen sie in Jubel aus, als am Donnerstag die ersten Cinquinos zu Testfahrten (teils mit Polizei-Eskorte) ausscherten. In Italien und Frankreich setzt Fiat neben dem Präsentations-Spektakel auf eine sehr emotionale Werbekampagne. Schwarzweiß, Heroen der Zeitgeschichte, getragene Musik. "Wir sind 500", lautet frei nach Papst Benedikt die Botschaft.

Wie beim Vorbild aus den 50ern: Lenkrad und Sitze farblich abgestimmt.

"Der Cinquecento muss allen gehören", sagt de Meo. Damit ihn sich jeder leisten kann, zaubert er auch gleich zwei originelle Finanzierungen aus dem Hut: "500 Cent pro Tag" lautet die eine, macht 150 Euro im Monat ohne Anzahlung. "50 to 500" heißt die zweite: 50 Prozent anzahlen, zwei Jahre fahren, dann die restlichen 50 Prozent bezahlen. Bei Preisen ab 10.500 Euro (1.2, 69 PS) durchaus interessant. Der Clou: Wer sich für eines der beiden Finanzierungsmodelle entscheidet, bekommt üppig Garantie. Fünf Jahre oder 500.000 Kilometer. Wenn es doch mal hakt: Ein Rund-um-die-Uhr-Pannenservice soll 500er-Fahrer jederzeit und überall wieder mobil machen. Geht es zur Wartung, holt Fiat den Wagen ab und zahlt dem Halter bei Abholung das Taxi.

Qualitätsführer im A-Segment

Der Glaube ans Produkt (und die Marke Fiat) stimmt also. Konzern-Lenker Sergio Marchionne erklärt, warum: "Der Aktienkurs hat sich seit 2004 vervierfacht, wir haben unbestritten das beste Qualitätsniveau im Kleinwagensegment, der Volumenanstieg der kommenden Jahre soll uns um zwei Plätze nach vorn schieben im Ranking der weltgrößten Autobauer." Wichtigster Baustein für ihn: der neue 500. Drei Jahre Läuterung hätten sie hinter sich bei Italiens lange darbender Traditionsmarke, "jetzt sehen wir wieder Licht." Grande Punto, Bravo, jetzt der 500. 125.000 Einheiten sind bislang pro Jahr vom Heilsbringer geplant. Sollte die Nachfrage darüber liegen, könne man "jederzeit reagieren", so Marchionne. Im polnischen Tachy läuft neben dem Panda auch der neue Ford Fiesta vom Band. Dessen Stückzahlen dürfen sie zwar nicht antasten (derzeit ebenfalls 125.000 geplant), wohl aber die des Panda. Bleibt schließlich in der Familie. Die durch den neuen 500 um ein gestandenes Mitglied ärmer wird: Ende 2008 tritt der angegraute Fiat 600 endgültig ab.

Ab sofort (6. Juli) kann jeder Italiener den Wagen Probe fahren und kaufen. In Deutschland startet er im Herbst 2007. In der Bildergalerie finden Sie jede Menge Fotos vom neuen 500. Die Testredaktion von AUTO BILD hat zudem exklusiv vorab getestet, was Fiats Kleiner wirklich drauf hat. Den Vergleich mit seinem härtesten Konkurrenten, dem Mini, finden Sie ab Freitag, 6. Juli, in AUTO BILD 27/2007. Exklusiv dazu bei autobild.de: das Video zum Test (siehe oben und in der Bildergalerie)!

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