Presidential Cadillac (2012)

— 06.11.2012

Der Präsident und das "Beast"

Sicher wie ein Panzer: Der wiedergewählte US-Präsident Barack Obama kann sich weiter auf seinen Dienstwagen "The Beast" verlassen. Der Secret Service spricht vom "sichersten Auto der Welt".

Barack Obama bleibt US-Präsident. Nach dem kräftezehrenden Wahlkampf-Spektakel wird es für den 51-Jährigen einen erholsamen Rückzugsort geben, der den Trubel da draußen einfach aussperrt. Er kommt in Gestalt eines monströsen Cadillacs daher und hat die Attitüde einer uneinnahmbaren Festung: "Presidential Limousine" nennt GM diesen Fels in der Brandung und verweist stolz auf die 90 Jahre alte Tradition, den mächtigsten Mann der Nation mit einer soliden Mobilitätsgarantie auszustatten. Innoffiziell wird der Wagen auch "Cadillac One" genannt oder – etwas brachialer – "The Beast".

Kommentar zur US-Wahl: Darum muss Obama bleiben

Schlachtschiff: Der Präsidenten-Cadillac soll acht Tonnen wiegen und sogar Raketenbeschuss standhalten.

Schlachtschiff: Der Präsidenten-Cadillac soll acht Tonnen wiegen und sogar Raketenbeschuss standhalten.

Dem wichtigen Passagier entsprechend, versichert der Secret Service, mit der Staatskarosse "das sicherste Auto der Welt" am Start zu haben. Sie baut auf der Plattform des bulligen SUV Chevrolet Suburban auf und soll etwa acht Tonnen wiegen. Davon geht nur ein geringer Teil auf das Konto des Beraterteams von Mr. President, wohl aber auf ein Gebirge aus Stahl, Keramik und Spezialschaum, das in Sandwich-Bauweise in mehreren Lagen die Karosserie bedeckt. Darin sollen sogar Raketengeschosse steckenbleiben. Die Fahne hoch halten zwei kleine Stander auf den Seitenteilen, rechts das Sternenbanner, links der Präsidentenstander. Die niedlichen Winkelemente können des Nachts mittels LED-Leuchten illuminiert werden. Drei Stück der schwergewichtigen Presidental Limousine hatte das Weiße Haus bereits 2009 bei General Motors bestellt.

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Der Aufbau ist etwas steiler als beim Vorgänger, um die Aussicht aus dem Fahrzeuginnern heraus zu verbessern, meldet GM. Ansonsten wurde der Wagen gegenüber dem einstigen Bush-Mobil nur geringfügig modifiziert. Er trägt den gleichen Grill wie die imposanten Cadillac-Modelle CTS Sport Sedan und Escalade. "Der Fahrgastraum verschmilzt modernes Design und Technologie mit Handwerkskunst der Alten Welt", tönt es aus der Pressemitteilung. Da kann man nur hoffen, dass von dieser Fabulierkunst der Neuen Welt nichts auf den Präsidenten abfärbt. Auch das "dramatische Design" der neuen Limousine hat hoffentlich keine Auswirkungen auf die präsidiale Politik. "Natürlich sind viele Aspekte des Autos ganz speziell für den präsidialen Gebrauch gestaltet", lesen wir dann noch erleichtert  – wäre ja nicht auszudenken, wenn jeder Amerikaner Panzerstahl und Automatikwaffen serienmäßig an Bord hätte. Der V8-Motor der Präsidenten-Kutsche leistet normalerweise 600 PS. Im Notfall bringt Lachgas 400 zusätzliche Pferdestärken. Reichweite: knapp 115 Kilometer. Genauere Angaben hält GM aus Sicherheitsgründen zurück.

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Seit 1909 baut Cadillac Autos für die US-Präsidenten. Einen Eldorado (Bild) fuhr 1953 Dwight D. Eisenhower.

Seit 1909 baut Cadillac Autos für die US-Präsidenten. Einen Eldorado (Bild) fuhr 1953 Dwight D. Eisenhower.

Kein Geheimnis macht GM hingegen daraus, dass Woodrow Wilson 1919 der erste US-Präsident war, der offiziell einen Cadillac nutzte. Woodrow Wilson soll in einem Cadillac die Siegesparade nach dem gewonnenen Ersten Weltkrieg durch die Straßen von Boston begleitet haben. Ein üppiger Cadillac Town Car von 1928 wurde von der Regierung Calvin Coolidge genutzt. 1938 lieferte der Hersteller, seit 1909 zu General Motors gehörig, zwei repräsentative Cabrios mit politisch inkorrekten Namen ans Weiße Haus: "Queen Mary" und "Queen Elizabeth". Jedoch sollten die Titel dieser Präsidentenkolosse weniger monarchistische Gesinnung ausdrücken als vielmehr auf die beiden Ozeanriesen der Cunard-Reederei anspielen, die seinerzeit Furore machten. Erstmals erhielten diese Fahrzeuge eine Panzerung. Die zwei Dampfer sollten erst 20 Jahre später ersetzt werden – natürlich von Cadillacs. Die Nachfolger waren über den Kugelschutz auch mit Stützscheiben in den Reifen ausgerüstet, um selbst nach Beschuss die Weiterfahrt zu ermöglichen. Dieser Prozess, jedes neue Präsidentenfahrzeug mit der besten verfügbaren Sicherheitstechnik auszurüsten, hält bis heute an. Mehr verrät GM nicht.

Autor: Roland Wildberg

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