Haftpflicht

Haftpflicht

Privat-Haftpflicht

— 17.10.2003

Wer zahlt das?

Haftpflicht? Habe ich, sagt jeder Autofahrer. Und denkt dabei vielleicht an die falsche Police – mit Pech ein teurer Irrtum.

Schäden beim Gebrauch des Kraftfahrzeugs

Er ist führerscheinfrei, nicht gefährlich – und kann doch Ärger anrichten: der Einkaufswagen. Schrammt er auf dem Supermarktparkplatz Kotflügel oder Tür fremder Autos, sind schnell 1000 Euro für eine Reparatur fällig. Wer zahlt das?

Natürlich der Wagenlenker, denn er ist uneingeschränkt haftpflichtig (§ 823 BGB). Vielleicht aber hat er Glück, und eine Kfz-Versicherung übernimmt die Zahlung. Doch dabei kommt es, juristisch spitzfindig, auf den Einzelfall an. Die Erklärung: Passiert der Schaden durch einen Einkaufswagen, der beim Beladen des Autos wegrollt, zahlt die Autohaftpflicht.

Denn das Malheur steht in Zusammenhang mit dem "Gebrauch des Kraftfahrzeugs". Ramponiert der Wagenschieber dagegen auf dem Weg zu seinem Auto fremdes Blech, muss er die Kosten aus eigener Tasche zahlen. Es sei denn, er hat eine Privathaftpflicht. Die ist für einen solchen Fall zuständig.

Hoffentlich ... Haftpflicht versichert

Die Privathaftpflicht ist im Gegensatz zur Kraftfahrzeughaftpflicht jedoch gesetzlich nicht vorgeschrieben. Allerdings für jeden dringend zu empfehlen. Denn nicht immer liegt ein Schaden in einem Bereich, der zur Not aus eigener Tasche tilgbar ist.

Beispiel aus einem Polizeibericht: "Am 15. September gegen sieben Uhr ereignete sich in der Schlüterstraße Höhe Hausnummer 85 ein Verkehrsunfall. Ein Radfahrer fuhr aus einer Hofeinfahrt unvermittelt direkt auf die Fahrbahn und zwang den Führer eines Pkw Opel Astra zum Ausweichen. Dabei rammte der Pkw den Mast der dort befindlichen Ampelanlage, welcher einknickte. Der Gesamtschaden wird auf zirka 10 000 Euro geschätzt. Die Personalien der Beteiligten wurden festgestellt." In diesem Fall muss der Radler zahlen – oder eben seine Privathaftpflicht. Kommt es gar zu einem Unfall mit Schwerverletzten, können die Kosten enorme Höhen erreichen.

Denn auch dann gilt: Der Schuldige haftet mit seinem gesamten Vermögen sowie seinem zukünftigen Einkommen. Deshalb ist es wichtig, beim Abschluss der Police eine hohe Deckungssumme zu wählen. Fazit also: Die jährlichen Kosten für die Privathaftpflicht sind eine preiswerte Investition – in die eigene Sicherheit.

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