Mercedes W 123

Die Lieblings-Oldies der Deutschen 2017

Pro & Kontra: Wie das Land, so das Auto?

Muss man das Land seines Oldies lieben?

Mag ja sein, dass jede Nation die Autos produziert, die sie verdient. Aber muss man wirklich Fan eines Landes sein, nur weil man ein Auto mag? Zwei Meinungen!

"Das Wesen eines Auto lässt nicht von seiner Herkunft trennen"

Ja, bitte: Thomas Wirth mag die Länder seiner Klassiker.

Was für ein Hobby soll das sein, wenn einen die Hintergründe völlig kalt lassen? Wir mögen Oldtimer doch, weil sie Ecken und Kanten haben, weil sie manchmal skurril sind, immer jedoch besonders! So besonders haben sie die Menschen gemacht, die sie erdacht, entworfen und konstruiert haben. Der Charakter eines englischen Autos von einst ist anders als der eines deutschen, eines französischen oder eines italienischen - und zwar, weil Menschen mit unterschiedlichen Mentalitäten dahinterstehen. Genau diese Mentalitäten beim Fahren zu erleben und ihnen auf den Grund zu gehen, reizt mich: die frühe Sicherheit eines stoischen Mercedes, der feinsinnige Doppelnockenwellen-Motor von Alfa Romeo, die rauchig-kantige Offenheit des Triumph, die komfortable Noblesse einer Citroën DS. So ein Auto hätte niemals aus Schweden oder England kommen können! Zu den Typen passen die Landschaften, Sprachen und auch die kulinarischen Finessen ihrer Heimatländer. Doch das heißt keinesfalls, dass ich mit meinem Triumph nur nach England fahren wollte, so sehr ich das Land schätze. Schließlich ist der Reiz einer Italienreise im Engländer enorm, zwei Pole sorgen ja stets für Spannung. Nur das Wort "müssen" in der Eingangsfrage klingt mir zu streng, "lieben" ist mir zu intim: Schätzen würde mir vollauf genügen.

"Aus welchem Land ein Auto kommt, ist mir total egal"

Nein, danke: Michael Struve kauft Klassiker ohne Rücksicht auf deren Herkunft.

Fast jeder Oldtimer offenbart liebenswerte Besonderheiten, wenn man sich intensiver mit ihm beschäftigt. Das gilt marken- und damit auch länderübergreifend. Mich reizt an Klassikern besonders das Design. Stimmen dann noch ein paar andere Eigenschaften, kann es ernst werden. Dafür muss ich aber keine besonderen Sympathien für die Nation hegen, die diesen Wagen gebaut hat. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass ich mir niemals einen VW SP2 aus Brasilien kaufen dürfte. Oder ein Honda S800 Coupé aus Japan. Beide Autos finde ich absolut faszinierend, die Länder interessieren mich dagegen eher weniger. Neulich habe ich bei Ebay sogar mal auf einen Moskwitsch 412 IE mitgeboten, weil ich mich in seine kleinen Heckflossen verguckt hatte. Urlaub werde ich in Russland deshalb aber nicht machen. Klar ist, dass sich die Kultur eines Landes und seiner Einwohner in einem Auto widerspiegelt. Jedem Klassiker wurde ein Stück Zeitgeschichte seines Landes mit ins Blech gepresst. So kann ein Citroën 2 CV nur aus Frankreich stammen und nicht etwa aus den USA. Trotzdem müssen Fahrer dieses Wagens nicht zwangsläufig frankophil sein. Zugegeben, ich mag Fiat und habe eine Schwäche für Italien. Aber meinen 2300 hätte ich auch gekauft, wenn er sonstwo gebaut worden wäre. Soweit die Meinung der beiden AUTO BILD KLASSIK-Kollegen. Was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

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Muss man das Herkunftsland seines Klassikers lieben?

Klassik-Umfrage: Muss man das Herkunftsland seines Klassikers lieben?

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