Probefahrt

— 20.05.2003

Vorsicht, Falle

Die Probefahrt vorm Kauf ist selbstverständlich, wenn beide Seiten die Spielregeln beachten.



Leichtsinn kann teuer werden

Probefahrten sind eine heikle Angelegenheit beim privaten Autokauf. Vor allem Verkäufer beschleicht schnell ein mulmiges Gefühl, wenn der Interessent allein auf Spritztour geht. Denn manchmal entpuppt sich der Kaufwillige als Dieb und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

So passiert bei einer Motorradprobefahrt in Düsseldorf. Ganz bitter: Weil der Eigentümer keine Angaben zur Identität des Diebes machen konnte, zahlte seine Kaskoversicherung keinen einzigen Pfennig.Begründung: "Unvorsichtiges und leichtsinniges Verhalten", so die Richter vom Oberlandesgericht Düsseldorf (Az. 4 U 77/1998).

Der Besitzer hätte sich den Namen aus den Personalausweis oder Führerschein notieren oder noch besser die Papiere als Sicherheit behalten müssen. Denkbar wäre auch gewesen, eine Anzahlung zu kassieren. Oder im Falle eine Autoverkaufs, den Interessenten auf der zu Probefahrt begleiten.

Probefahrt-Center auf autobild.de

Tipp vom Rechtsexperten

AUTO BILD-Rechtsexperte und Anwalt Rolf-Peter Rocke weist auf die wichtigsten Bedingungen bei Probefahrten hin:

• Verkäufer sollten sich vom Kaufinteressenten immer einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegen lassen und alle Eintragungen notieren. Noch besser ist eine Kopie (geht auch am Faxgerät), mit der sich notfalls belegen lässt, mit wem man es zu tun hatte. Sonst sehen Sie von Ihrer Kaskoversicherung keinen Pfennig, wenn der probefahrer mit dem Auto oder Motorrad verschwindet.

• Auch den Führerschein muss sich der Fahrzeugbesitzer immer zeigen lassen, bevor der Käufer ans Steuer darf. Baut nämlich der Probefahrer ohne Führerschein einen Unfall, ist der Verkäufer seinen Versicherungsschutz los. Und obendrein könnten die Sozialversicherungsträger (Berufsgenossenschaften und Krankenkassen), die Leistungen an den Geschädigten erbracht haben, auf den Autohalter und Versicherungsnehmer zurückgreifen. Auf Aussagen Dritter – des begleitenden Freundes zum Beispiel –, der Probefahrer habe einen Füherschein, diesen aber gerade nicht dabei, darf ebenfalls niemand vertrauen. Und selbst das Vorzeigen eines Fotos, das den Kaufinteressenten am Steuer eines Fahrzeugs zeigt, ist kein Nachweis, so ein Urteil des Landgerichts Hildesheim (Az. 2 O 189/1961).

• Käufer dürfen auch nicht damit rechnen, dass ein Privatwagen vollkaskoversichert ist. Verschulden sie auf der Probefahrt einen Unfall, zahlen sie dem Besitzer Schadenersatz, auch bei leichter Fahrlässigkeit (Oberlandesgericht Zweibrücken, Az. 1 U 188/1989). Anders als bei Probefahrten mit einem Händlerauto. Dann dürfen Käufer darauf vertrauen, dass eine Vollkasko besteht. Wenn nicht, trägt der Händler das Risiko. Bei grober Fahrlässigkeit allerdings – wenn beispielsweise eine rote Ampel überfahren wurde – muss der Kaufwillige in jedem Fall selbst für den Schaden aufkommen.

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