Probleme bei Porsche

Probleme bei Porsche

— 24.02.2006

Ein schmieriges Problem

AUTO BILD deckte beim 911er ein hartnäckiges Qualitätsproblem auf: Ein Simmerring am Boxermotor will einfach nicht dicht halten.

Für Werkstätten ist es der Klassiker beim Klassiker 911: öltriefende Motoren, die sich seit dem Ur-Baujahr 1964 durch alle Generationen ziehen. Aufgewischt, Schwamm drüber – bis 1997 gab es ausschließlich luftgekühlte Boxer. Deren Inkontinenz war aufgrund hoher thermischer Belastung und der damit verbundenen Materialausdehnung langfristig kaum vermeidbar. Dann kam der werksintern 996 genannte Elfer mit Flüssigkeitskühlung. Doch das Leid mit den Leckagen besteht weiterhin, wie zahlreiche Fälle zeigen.

Im Detail geht es beim Wasserboxer um den getriebeseitigen Radialdichtring (Simmerring) der Kurbelwelle. Wobei auch dessen Nachbarschaft – Gehäusenaht und -schrauben – , Lagerdeckel der Zwischenwelle – bisweilen nicht dichthält. Maßgeblich betroffen: die erste 996-Reihe mit 3,4-Liter-Boxer. Befragte Porsche-Spezialisten beziffern die Quote der triefenden Fahrzeuge auf gut die Hälfte. Aber auch Boxster (986) sowie 996 3.6 (ab Ende 2002) sind unter den Schmierstoffverlierern. Vermutlich sogar deren aktuelle Erben 987 und 997. Zuerst wurden komplette Motoren auf Gewährleistung oder Kulanz getauscht, später – nach mehreren Änderungen der Gehäuse-Gußform – die Simmerringe. Doch manchmal hielt die Trockenlegung nur wenige tausend Kilometer.

Von AUTO BILD mit den Vorwürfen der Kunden konfrontiert, versichert Porsche jetzt, sich kulant zu zeigen. Frühere Fälle, in denen Kunden entsprechende Reparaturen bei Porsche-Zentren selbst zahlen mußten (bis zu 1000 Euro), werden nochmals überprüft. Seit Februar 2005 findet ein völlig neuer Dichtring Verwendung. Mit ihm soll die Dauerbaustelle Wasserboxer endgültig trockengelegt sein – sagt Porsche.

Autor: Stefan Szych

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