Product Placement im Fernsehen

Erlaubt: Serienweise Schleichwerbung

Product Placement im Fernsehen

— 23.12.2005

Erlaubt: Serienweise Schleichwerbung

Anruf genügt, und schon spielt teures Blech die Hauptrolle: Eine neue EU-Richtlinie toleriert verdeckte PR im TV, doch in deutschen Serien und Spielfilmen ist das längst gang und gäbe.

Daß Autohersteller sich imageträchtige TV-Auftritte erkaufen, könnte bald völlig legal sein. Die neue Fernsehrichtlinie der Europäischen Union erlaubt die Plazierung von Produkten im TV-Programm gegen Bares. Einziges Voraussetzung: Das Sponsoring muß vor der Sendung angekündigt werden.

Die öffentlich-rechtlichen Sender reagieren nach den jüngsten Schleichwerbungs-Skandalen extrem zurückhaltend auf die mögliche neue Einnahmequelle. ZDF-Sprecher Alexander Stock: "Das würde unserer Glaubwürdigkeit schaden." Ähnlich zögerlich Rudi Küffner von den ARD: "Das kommt für uns nicht in Frage." RTL teilte lediglich mit, man wolle darauf achten, daß die Autos zu den Charakteren der Darsteller passen.

Die Präsenz bestimmter Automarken in TV-Spielfilmen und -serien ist schon jetzt kein Zufall. Oft stellen die Hersteller ihre Fabrikate für Film- und Fernsehaufnamen großzügig bereit. Fachbegriff: Product Placement. BMW schickt seine Modelle jährlich zu 500 bis 600 Filmproduktionen jährlich in alle Welt. "Wir zahlen nichts dafür", betont der bei BMW zuständige Vermittler Jörg E. Schweizer.

Branchenkenner können sich allerdings kaum vorstellen, daß eine bestimmte Marke ohne Gegenleistung plaziert wird. "Da wird schon mal der Fuhrpark aufgestockt", sagt Manfred Auer, dessen Agentur "Arrangement Group" automobile TV-Auftritte vermittelt. Ein lohnendes Geschäft: Als der Sat.1-Bergdoktor 1997 auf Saab Cabrio umstieg, schnellte dessen Absatz um 15 Prozent nach oben. Beliebteste Farbe: Silber-Metallic, die Farbe des Doktorwagens.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.