Produkttest Reifendichtmittel

Produkttest Reifenflickmittel Produkttest Reifenflickmittel

Produkt-Test Reifendichtmittel

— 05.07.2005

Erste Hilfe für den Plattfuß

Reifenflickmittel ersetzen zunehmend die Ersatzräder. Aber halten sie wirklich dicht? Oder ist der Notreifen doch die bessere Lösung?

Flicken statten schrauben

Werkzeug, Wagenheber, dreckige Finger? Alles Vergangenheit, wenn einem Reifen die Luft weg bleibt. Denn seit einiger Zeit muß nicht mehr unbedingt das Ersatzrad aufgezogen werden - Dichtmittel reicht. Jene Technik, die viele Autohersteller schon serienmäßig in den Kofferraum legen, gibt es natürlich auch im Zubehörhandel. Für alle, die sich auch im Gebrauchtwagen das teure und schwere Ersatzrad sparen wollen. Aber ersetzen sie das Ersatzrad wirklich - wir haben sieben Reifenflickmittel getestet.

Eines vorweg: Die Flickmittel helfen nicht in jedem Fall weiter. Bei Beschädigungen in der Seitenwand, Reifenplatzern oder zu großen Stichverletzungen bleiben sie wirkungslos. Grundsätzlich kann man die Pannenhelfer in drei Gruppen einteilen: Sprays, Quetschflaschen oder Kompressoren, die das Mittel durch das Ventil drücken. Zum Abdichten benutzen die meisten Latex. Zwei Mittel, Premium Seal Repair (rund 116 Euro) und Elastofit (29,90 Euro), arbeiten auf Faserbasis, lassen sich später leichter entfernen, sparen beim fälligen Reifenwechsel Zeit und Geld.

Nicht empfehlenswert: Pannensprays

Muß für das Einbringen des Dichtmittels der Ventileinsatz herausgenommen werden, dann wird es fummelig (Terra-S, Elastofit, Premium Seal Repair). Preisbrecher Elastofit kommt zudem mit einem schwächlichen Kompressor. Der schafft es selbst nach 15 Minuten nicht, das Pannenrad mit einem Reifendruck über 1,4 Bar aufzupumpen.

Von den beiden Pannensprays raten wir ab. Zwar können auch sie einem aus der Patsche helfen – aber ohne Manometer bleibt der Fahrer über den Reifendruck im unklaren. Auch die nach ein paar Kilometern notwendige Kontrolle, ob es mit dem Abdichten geklappt hat, fällt ohne Druckanzeige aus. Beim Nigrin-Spray sorgten zusätzlich undichte Schlauchverbindungen für klebrige Finger.

Testsieger wird das ConticomfortKit, für 89,70 Euro. Es arbeitet schnell, bringt eine gute Bedienungsanleitung mit und ist für den Pannenfall im Dunkeln sogar beleuchtet.

Fazit und Download



Fazit von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens Okay, ich bin ein Ersatzrad-Junkie, hätte es vor dem Test immer einem Pannenset vorgezogen. Jetzt muß ich zugeben, die Helfer aus der Flasche machen Sinn. Denn oft sitzen Radbolzen für das spärliche Bordwerkzeug viel zu fest. Da ist der Einsatz eines Dichtmittels schneller, sauberer und auch von weniger kräftigen Persönchen locker zu schaffen.

Vom Spray rate ich ab. Zwar sind sie verführerisch billig. Doch fehlende Druckkontrolle, keine Chance zum Nachfüllen und hochentzündliche Treibmittel sind Gründe genug, sie nicht zu kaufen. Auch für die anderen muß eines klar sein: Pannendichtmittel sind als Notfallhilfe gedacht, der Reifen muß erneuert werden. Grund: Der Stichkanal wird nie zu 100 Prozent verschlossen. Wasser kann durch die Lauffläche eindringen. Die Folge: Stahldrähte im Reifengürtel können rosten.

Schauen Sie auch in unsere Bildergalerie – hier finden Sie wertvolle Tipps zur Reifendichtung. Den kompletten Artikel samt Ergebnistabelle und Kaufempfehlung erhalten Sie zum Preis von 1,00 Euro über unser Heftarchiv. Klicken Sie auf diesen Link, und Sie gelangen zum Download-Bereich.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.