Produktion des Cayenne gestartet

Kanzler eröffnet Porsche-Werk

Produktion des Cayenne gestartet

— 21.08.2002

Kanzler eröffnet Porsche-Werk

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat das neue Porsche-Werk in Leipzig eröffnet. Dort wird seit Dienstag (20.8.) der Cayenne gebaut.

Porsche spendet zwei Millionen Euro

Mit einem Festakt im Beisein von Kanzler Gerhard Schröder hat Porsche sein neues Werk in Leipzig in Betrieb genommen. Von Überlegungen, die Zeremonie mit 1300 Gästen angesichts der Flutkatastrophe in Ostdeutschland abzusagen, hat der Auto-Hersteller auf Anraten der Politik Abstand genommen.

Ziel der offiziellen Inbetriebnahme zum jetzigen Zeitpunkt sei es, "Zuversicht in alle Teile des Landes zu tragen", sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking. Von Stadt und Land sei ihm signalisiert worden, "es wäre falsch, jetzt zu resignieren, die Menschen wünschten ein positives Signal, das zeigt, das Leben geht weiter." Zugleich teilte der Manager mit, dass Porsche für die Opfer des Hochwassers zwei Millionen Euro zur Verfügung stellt – eine der höchsten Einzelspenden aus der deutschen Wirtschaft.

In der Porsche Leipzig GmbH, die eine Montagefabrik, ein Kundenzentrum sowie eine Einfahr- und Prüfstrecke umfasst, wird mit dem Geländewagen Cayenne die dritte Baureihe der Stuttgarter endmontiert. Pro Jahr sollen mindestens 25.000 Einheiten vom Band rollen. Intern hat die für ihre konservativen Planungen bekannte Porsche AG jedoch weit ehrgeizigere Ziele, angeblich gibt es bereits 100.000 Interessenten.

Carrera GT wird auch in Leipzig produziert

Die 127 Millionen Euro umfassende Investition in Leipzig, bei der bewusst auf die im Osten üblichen Subventionen für solche Ansiedlungen verzichtet wurde, schafft in einem ersten Schritt gut 300 direkte Arbeitsplätze. Ab der zweiten Jahreshälfte 2003 kommen rund 70 weitere Jobs hinzu. Dann wird Porsche auch den Hochleistungssportwagen Carrera GT in Leipzig produzieren. Auch für eine vierte Baureihe, über die der profitabelste Autohersteller der Welt nachdenkt, soll der sächsische Standort womöglich den Zuschlag erhalten. Wiedeking: "Porsche hat an seinem zweiten Produktionsstandort noch einiges vor."

Der Cayenne ist gemeinsam mit dem VW-Konzern, der das Schwestermodell Touareg herausbringt, entwickelt worden. Porsche bietet das Vehikel in zwei Versionen an, die gut 60.000 und knapp 100.000 Euro kosten. Laut Professor Willi Diez, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen, bekommt das Unternehmen "keine Absatzprobleme". Der Markt für sportliche Geländewagen sei seit Mitte der 90er Jahre um jährlich acht Prozent gewachsen. Derzeit werden in dem Segment weltweit rund 1,8 Mio. Fahrzeuge verkauft.

Zwar wurde der "Cayenne" jetzt in Leipzig gezeigt, doch offiziell soll er erst am 28. September auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt werden. Schröder bot Wiedeking an, das Fahrzeug von Stuttgart nach Paris zu bringen. Doch womöglich hat der "Kanzler aller Autos" dann eine andere Funktion.

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