Serie: Produktion von Autoteilen

Produktion von Autoteilen: Recaro-Sitz Produktion von Autoteilen: Recaro-Sitz

Produktion von Autoteilen

— 14.02.2002

So entsteht ein Recaro-Sitz

Mehr als Möbel - Sitze fürs Auto sind ein richtiger Konstruktionsbestandteil.

Gegerbtes Rinderfell

Wenn die Rede von Sitzen ist, fällt sofort ein Name: Recaro. Deshalb fuhren wir nach Kirchheim/Teck, um die Herstellung eines Autositzes zu verfolgen. Recaro liefert zum Beispiel das Serienmobiliar für die zügigen Audi-Modelle S3 und S6, produziert komplette Sitzanlagen - also Vordersitze und Rückbank - Just-in-time-und liefert direkt ins ungarische Györ ans Audi-Fließband.

Doch ganz am Anfang steht ein gegerbtes Rinderfell. Es ist das ganze Gewand einer Kuh, das dort auf dem Schneidetisch liegt. Abertausende winziger Düsen saugen es an wie ein Staubsauger, damit es plan liegen bleibt. Dann kommen die Leder-Spezialisten und malen gewisse Bereiche weiß an - sie haben winzige Fehler, sind vielleicht zu faltig.

Anschließend wird die ganze Haut vollautomatisch eingescannt, und ein Computer errechnet, wie aus dieser Tierhaut unter Abzug der weiß markierten Bereiche die maximal mögliche Fläche erzielt werden kann. Dann fährt er mit einem Schneidrad über den Tisch und trennt präzise nähfertige Teilstücke heraus. Die werden sortiert und weitergegeben in die Näherei, wo daraus in reiner Handarbeit fertige Sitzbezüge entstehen.

Hochzeit von Lehne und Unterbau

Zeitgleich werden die vormontierten Sitzgestelle in die Inselfertigung geliefert. Die heißt nicht so, weil es bei Recaro so idyllisch ist, sondern weil ein Arbeiter auf seiner Insel die Verantwortung für mehrere Montageschritte hat. So komplettiert ein Mann die gesamte Mechanik mit verschiedenen Verstellmotoren, einer Lordosenstütze und dem Seitenairbag. Der nächste übernimmt die Polsterung der Lehne, montiert also das Polster aus maßgenau gepresstem Polyurethanschaum, zieht anschließend den Bezug drüber und beseitigt eventuelle Falten.

Die dann fertige Lehne wird weitergereicht zur Hochzeit, wo sie mit dem mechanisch kompletten Unterbau vermählt wird. Wichtig: Sämtliche Schrauben werden automatisch mit dem richtigen Drehmoment angezogen, der Nachweis darüber gespeichert - Sitze sind Sicherheitsbauteile. Anschließend wird das Sitzkissen montiert, das Polster ruht in einer separaten Kunststoffwanne, die gegenüber dem Rahmen separat abgefedert ist - gut für den Komfort. Damit ist der Sitz komplett. Und fertig für die Qualitätsprüfung. Jeder einzelne muss perfekt funktionieren. Und zeigen, dass er den Namen Recaro verdient.

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