Produkttest Navis

Produkttest Navis

— 25.07.2008

Sechs Richtige?

Sie suchen ein Urlaubs-Navi? Die Kollegen von COMPUTER BILD haben sechs Geräte getestet: drei Navis bis zu 150 Euro und weitere drei bis zu 500 Euro. Hier sind die Ergebnisse.

Wir haben eine gute Nachricht in Zeiten steigender Preise: Mobile Navis werden immer billiger. Schon für 99 Euro wechselt ein brandneues Myguide 3100 den Besitzer, für 119 Euro gibt es ein Navi mit dem renomierten Namen Blaupunkt. Aber wie gut sind diese Billig-Lotsen? COMPUTER BILD verglich drei Billig-Geräte mit drei teuren, technisch topaktuellen Modellen. Die Überraschung: Der Oldie, das Harman/Kardon-Navi von 2007, war der Schnellste, berechnete die Routen fixer als der neue 499-Euro-Luxus-Lotse von TomTom. Handikap des Navi-Opas: der Mini-Speicher. Doch ein großer Multimedia-Speicher nutzt nicht viel, wenn es mit der Zielführung hapert.

Wie bei Multimedia-Spezialist Archos. Der spendierte seinem Video-Spieler Archos 605 (Preis: 300 Euro) für 99 Euro ein GPS-Modul von zweifelhafter Qualität. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ins Ziel führen alle. Nur unterschiedlich schnell und zuverlässig, die teuren Geräte sind außerdem besser ausgestattet. So fehlt dem 99-Euro-Navi sogar TMC (Traffic Masssage Channel) als Retter aus dem Stau.

1. Platz Harman/Kardon GPS 200 GSEC

Harman/Kardon GPS 200 GSEC: 149 Euro.

Das Harman/Kardon-Gerät stammt aus 2007, die Karten auch. Trotzdem ist es noch im Handel zu finden. Im Test war der Navi-Opa keineswegs lahm. Er startete genauso schnell wie die jüngeren Kandidaten und war bei der Routenberechnung teilweise sogar schneller als der Edel-Lotse TomTom 930 T. Der Stauwarner TMC bietet gute Umleitungen an, der knappe Speicher fasst aber nur die vorinstallierten Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz plus einige Hauptstraßen Europas. Schlecht: Karten für andere Länder gibt es nicht. Einziges Extra: ein MP3-Player. Die Musik dafür kommt nur per SD-Karte ins Gerät.

Plus: tagsüber helle Anzeige, schnelle Routenberechnung, guter Stauwarner. Minus: keine Zwischenziele in den Routen möglich, keine weiteren Karten für andere Länder erhältlich, unübersichtliche Anzeige. Note: befriedigend – Preisurteil: sehr günstig.

2. Platz Blaupunkt TravelPilot 

Das mit 8,9 Zentimeter Bildschirmdiagonale recht kleine Navi gibt's seit März 2008. Entsprechend neu sind die digitalen Karten von Teleatlas. Der TravelPilot 100 startet mit einem langen Tastendruck auf den blauen Punkt. Danach ist das Gerät schnell Navi-bereit und berechnet auch lange Überlandstrecken in nur zehn Sekunden.

Blaupunkt TravelPilot 100: 119 Euro.

Voreingestellt ist nicht die schnellste, sondern ein Mix aus schneller und kurzer Strecke. Das Navi merkt sich zudem die Fahrgewohnheiten und passt die Routen diesen Gewohnheiten an. Nicht so gut: Die Eingabefelder auf dem Display sind zu klein, und das Navi findet erst elf Sekunden nach dem Tunnel das GPS-Signal wieder. Außerdem hält der Akku nur zwei statt der vom Hersteller angegebenen drei Stunden.

Plus: sehr kurze Routen, schnelle Navigationsbereitschaft, sehr guter GPS-Empfang Minus: nur Karten für Deutschland, Österreich und die Schweiz, kein Stauwarner, die Kartenaktualisierung ist recht teuer. Note: befriedigend – Preisurteil: sehr günstig.

3. Platz Myguide 3100 Dach

Myguide 3100 Dach: 99 Euro.

Den Myguide 3100 gibt es seit September 2007, die Karten seit Juli 2007. Er wird aber immer noch verkauft, und zwar als reiner Lotse ohne jedes Extra. Die Zieleingabe ist schnörkellos und deshalb schneller als bei den anderen Testkandidaten. Mit dem Start der Navigation dauert es nach dem Einschalten etwas, und auch die Routenberechnung brachte den Lotsen ins Grübeln: 17 Sekunden brauchte er für die nur 23 Kilometer kurze Stadtroute. Allerdings gingen die vorgeschlagenen Routen im Großen und Ganzen in Ordnung. Praktisch: Einmal gesprochene Ansagen wiederholt der Myguide auf Knopfdruck. Minuspunkte gab es für den tagsüber zu dunklen Bildschirm und die mit 90 Minuten sehr kurze Akku-Laufzeit.

Plus: schnelle Zieleingabe, schnelle Neuberechnung der Strecke nach Fahrfehlern Minus: keine Extras, kein Stauwarner, langsame Routenberechnung, Anzeige tagsüber zu dunkel. Note: befriedigend – Preisurteil: sehr günstig.

Hier nun die Navis bis zu 500 Euro

1. Platz TomTom GO 930 T

TomTom GO 930 T: 499 Euro.

Der Testsieger bei den teuren Geräten punktet mit üppiger Ausstattung: Zieleingabe per Sprache, Bluetooth-Freisprechen fürs Handy, UKW-Übertragung von MP3- Musik ins Autoradio. Die Musik kommt dann aus den Autolautsprechern. Schnell: Auch nach längerer Pause braucht das Go 930 T nur 36 Sekunden zum Start. Dafür dauert das Routing etwas länger, liefert aber stets die Idealstrecken. Gut: Kartenfehler kann der Fahrer im Gerät korrigieren. Schlecht: Im Kreisel rät das Gerät zum Linksabbiegen.

Plus: sehr kurze Routen, schnell navigationsbereit, gute Stauwarnfunktion, häufige Karten- aktualisierung Minus: tagsüber dunkler Bildschirm, teils irreführende Ansagen (Kreisverkehr), langsame Routenberechnung Note: gut – Preisurteil: preiswert.

2. Platz Navigon 8110

Navigon 8110: 449 Euro.

Das Navigon-Flaggschiff ist richtig fix, tüftelt bei Langstrecken die kürzeste Verbindung in Rekordzeit aus. Manko: Der Programmstart dauert fast eine Minute. Prima: Mit der Sprachsteuerung lassen sich viele Funktionen ohne Tastendruck bedienen. Leider ist sie träge, die Eingabe über den Touchscreen geht schneller. Der ist hell, reagiert gut auf Eingaben. Staumeldungen via TMC und TMCpro verarbeitet der Lotse zu zeitsparenden Umleitungen. Nicht gut: Der lange Halter ist sperrig, passt schlecht ins Handschuhfach.

Plus: häufig neue Karten, sehr kurze Routen, sehr schnelles Routing, sehr gute Anzeige Minus: langsamer Navi-Start, keine Karten für außereuropäische Länder Note: gut – Preisurteil: preiswert.

3. Platz Archos 605 GPS

Archos 605 GPS: 399 Euro.

Der Archos 605 GPS ist vor allem Musik- und Videoabspieler, erst dann ein Navi. Die Lotsenfunktion steckt in einem Halter, den Besitzer des Archos 605 für 99 Euro nachkaufen können. Der Archos berechnet nur die schnellste, nicht die kürzeste Strecke. Der TMC-Empfänger überhört zum Teil schwache Sender. Mitunter missverständlich: die Ansagen. Bei Wenden heißt es: "Bitte drehen Sie sich um", und der Kreisverkehr heißt "Rundverkehr".

Plus: vollwertiger MP3- und Videospieler mit großem Speicher, häufige Kartenaktualisierung Minus: kein Akkubetrieb fürs Navi, wackeliger Halter, langsame Routenberechnung, schlechte Ansagen Note: befriedigend – Preisurteil: preiswert.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Stefan Szych

Sie suchen ein gutes Navi? Gehen Sie nicht nur nach den Testnoten. Denn auch das preiswerte Harman/Kardon Navi für 149 Euro überzeugt. Es ist zwar etwas älter, aber immer noch fixer als die Konkurrenten. Und neue Karten gibt's dafür auch noch. Wer den neuesten Lotsen mit MP3-Player und anderem Schnickschnack will, kauft für gut 350 Euro mehr bei TomTom oder Navigon. Das Navi von Myguide genügt nur einfachen Ansprüchen, ist dafür aber sehr günstig.
Navigationsgeräte: Die Testergebnisse im Überblick
Geräte bis 150 Euro Geräte bis 500 Euro
1. Platz 2. Platz 3. Platz 1. Platz 2. Platz 3. Platz
Hersteller Harman/Kardon Blaupunkt Myguide TomTom Navigon Archos
Gerät GPS 200 GSEC TravelPilot 100 3100 DACH Go 930 Traffi c 8110 605 GPS
Preis 149 Euro 119 Euro 99 Euro 499 Euro 449 Euro 399 Euro
Bester Preis (idealo.de) 119 Euro 115 Euro 401,49 Euro 389 Euro 325,40 Euro
Wertung Gewichtung)
Funktionen -14% 3,86 4,15 4,22 2,22 2,82 2,78
Bedienung -10% 2,66 2,27 2,05 1,94 1,83 2,11
Navigation -47% 2,15 2,48 2,83 1,78 1,97 2,6
Darstellung -10% 2,65 3,6 3,62 2,41 1,84 3,11
Kartenmaterial -10% 2,46 2,62 3,14 1,45 1,87 2,13
Sicherheit -4% 2,5 2,5 2,6 2,5 1,9 3,5
Service -5% 3,2 3,25 2,3 2,95 2,35 3,25
Zwischennote 2,59 2,86 3,06 1,98 2,07 2,65
Aufwertung – 0,01 1) – 0,20 3)
Abwertung + 0,10 2) + 0,10 2)
Endnote 2,59 2,85 3,16 1,98 2,07 2,55
Testergebnis befriedigend befriedigend befriedigend gut gut befriedigend
Preisurteil sehr günstig sehr günstig sehr günstig preiswert preiswert preiswert
1) problemlos auswechselbarer Akku, 2) lädt Akku auch bei zu hohen Temperaturen, 3) vollwertiger MP3- und Videospieler; alle Daten COMPUTER BILD, Heft 15/2008

Autor: Stefan Szych

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