Proteste vor dem Montblanc-Tunnel

Proteste vor dem Montblanc-Tunnel

— 26.06.2002

Unter Polizeischutz durch den Tunnel

Polizei ging vor dem Montblanc-Tunnel mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Die ersten Lkw konnten nur mit Eskorte passieren.

Nach der Großdemonstration mit tausenden Teilnehmern und einem massiven Einsatz der Polizei haben Lastwagen wieder freie Fahrt durch den Montblanc-Tunnel. Polizisten hatten am Mittwoch mit Einsatz von Tränengas die Blockaden protestierender Umweltschützer gebrochen. Zuvor hatten Sicherheitskräfte mit Tränengas die letzten etwa 200 Demonstranten vertrieben, die noch auf der französischer Seite des Alpentunnels versammelt waren. Es habe aber weder Verletzte noch Festnahmen gegeben, heißt es von offizieller Seite. Der Polizei zufolge nahmen an dem Aufmarsch mehr als 2000 Demonstranten teil, nach Veranstalterangaben mehr als 5000 auf französischer Seite des 11,6 Kilometer langen Straßentunnels.

Schwertransporte durften seit Dienstag den 11,6 Kilometer langen Tunnel zwischen Frankreich und Italien wieder befahren, waren jedoch durch Straßensperren protestierender Anwohner und Umweltschützer daran gehindert worden. Seit März 2002 ist der Personenverkehr wieder zugelassen, seit Mai rollen auch wieder Lastwagen mit mehr als 19 Tonnen. Damit ist über drei Jahre nach der Brandkatastrophe mit 39 Toten der Tunnel für den gesamten Personen- und Lastverkehr wieder frei.

Auf italienischer Seite des Tunnels gab es kaum Proteste gegen die schrittweise Wiederzulassung des Schwerverkehrs. Nur besonders umweltverschmutzende und Gefahrgut-Transporte müssen auf andere Strecken ausweichen, Lastwagen dürfen jeweils nur in eine Richtung fahren. Vor dem Unglück im März 1999 fuhren zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr durch den Tunnel, 40 Prozent davon waren Lastwagen.

Die Demonstranten, die gegen die zunehmende Lärm- und Abgasbelastung protestierten, forderten eine zunehmende Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene. Für das französisch-italienische Projekt eines neuen Schienentunnels zwischen Lyon und Turin gibt es angesichts seiner gewaltigen Kosten noch keinen konkreten Zeitplan.

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