PSA: Absatzkrise

— 08.02.2013

Staatsbeteiligung bei PSA

Grünes Licht aus Brüssel: Paris darf der PSA Autobank unter die Arme greifen. Die Genehmigung aus Brüssel gilt zunächst nur für sechs Monate. Der Gesamtkonzern braucht noch die Zustimmung für seinen Sanierungsplan.



(dpa) Die EU-Kommission hat 1,2 Milliarden Euro staatliche Beihilfen für die Autobank des angeschlagenen französischen Herstellers PSA Peugeot Citroën genehmigt. Mit dem Geld dürfe Peugeot staatlich abgesicherte Anleihen platzieren, teilten die obersten Wettbewerbshüter Europas am Montag in Brüssel mit. "Diese Garantie ist notwendig, um der PSA Bank den Zugang zum Markt offen zu halten und jegliche Ansteckungsgefahren für den französischen Bankensektor zu vermeiden", heißt es aus Brüssel. Die staatliche Unterstützung war bereits im Oktober 2012 vereinbart worden. Damals hatte der kriselnde Autobauer PSA eine Zusage des französischen Staates für Staatsgarantien von bis zu sieben Milliarden Euro bekommen. PSA baut massiv Arbeitsplätze ab und setzt auf eine Zusammenarbeit mit dem ebenfalls defizitären deutschen Hersteller Opel.

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Die Bewilligung gelte nur vorläufig für sechs Monate, bis die gesamte PSA-Gruppe einen Sanierungsplan vorlege, so die EU-Kommission: "Dieser Plan muss auch die Lebensfähigkeit der PSA-Finanzbank sicherstellen." Die PSA-Finanzsparte ist auf Fahrzeugkredite spezialisiert. Wegen negativer Ratingurteile für den Gesamtkonzern hat sich in der Krise die Kreditaufnahme für das Unternehmen verteuert. Die PSA Autobank ist davon besonders betroffen, weil sie im Vergleich zu anderen Konkurrenten kein Einlagengeschäft betreibt. Mit der Staatshilfe könne die PSA Autobank in den nächsten sechs Monaten Anleihen mit dreijähriger Laufzeit herausgeben. Nach den EU-Verträgen muss die EU-Kommission staatliche Beihilfen genehmigen, um zu verhindern, dass diese den Wettbewerb in Europa verzerren. Erst wenn der Restrukturierungsplan vorliege, werde man über die gesamten Beihilfen für den PSA-Konzern entscheiden, sagte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

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Rückblick: Einen Tag nach der Bekanntgabe neuer düsterer Zahlen durch das Unternehmen bezeichnete Budgetminister Jérôme Cahuzac am 8. Februar 2013 eine Kapitalbeteiligung als "möglich". Er verwies dabei auf den staatlichen Investitionsfonds FSI. Der PSA-Konzern hatte am Abend des 7. Februar mitgeteilt, in der Bilanz für das Jahr 2012 neue Abschreibungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro zu verbuchen. Das von der Absatzkrise in Europa schwer getroffene Unternehmen steht damit vor einem Rekordverlust.


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