Psychonomics-Studie

Psychonomics-Studie "Wer fährt besser Auto?" Psychonomics-Studie "Wer fährt besser Auto?"

Psychonomics-Studie

— 05.09.2003

Mannomann – Frauen kommen gewaltig

Der ewige Streit: Mann oder Frau, wer fährt besser Auto? AUTO BILD hat nachgefragt – und überraschende Antworten erhalten.

Der erste Autofahrer war eine Frau

Es war eine Frau, die die erste Überlandfahrt in einem Automobil wagte – Bertha Benz. Im August 1888 bewältigte sie am Steuer des "Patentmotorwagens" ihres Mannes und Autoerfinders Carl Benz die 80 Kilometer zwischen Mannheim und Pforzheim. Eine historische Tat der couragierten Frau, die den Siegeszug des Automobils mit einleitete.

Doch dann übernahmen (fast) ausschließlich Männer das Steuer der Geschichte – bis weit ins 20. Jahrhundert. Und heute? Da ist es selbstverständlich, dass auch Frauen zum 18. Geburtstag den Führerschein machen und sich bald ein eigenes Auto zulegen. Doch wie sieht es aktuell mit dem fahrerischen Können der Geschlechter und ihrem Selbstvertrauen am Steuer aus? Wie beurteilen Frauen ihr persönliches Können, das ihrer Geschlechtsgenossinnen und das der Männer? Und wie urteilen umgekehrt die Männer?

Die AXA Versicherung (Köln) und AUTO BILD wollten es genau wissen und beauftragten das Institut Psychonomics (Köln) mit einer repräsentativen Meinungsumfrage: "Frauen oder Männer – wer fährt besser Auto?" Dazu wurden 1000 Autofahrerinnen und Autofahrern im Alter von 18 bis 65 Jahren Dutzende von Fragen gestellt.

Autofahren ist eine Männerdomäne

Männer und Frauen zum jeweils anderen Geschlecht am Steuer zu befragen – kommen dabei nicht nur Klischees heraus? Ja, die auch – aber weit weniger als vielleicht vermutet. Zum persönlichen Stellenwert des Autos in ihrem Leben etwa antworteten 63 Prozent aller Frauen: "Mit dem Autofahren verbinde ich das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit." Von den Männern bekannte sich nur knapp jeder zweite zu dieser positiven Aussage (47 Prozent). Eine mögliche Ursache: der trotz allem noch ausstehende Nachholbedarf der Frauen am Autofahren.

Doch an Selbstvertrauen mangelt es den Frauen nicht: Satte 93 Prozent halten sich für einen "guten Autofahrer" (Männer 96 Prozent). Doch auch klassische Geschlechtermuster werden durch die Umfrage bestätigt: Rückwärtseinparken und ein Radwechsel sind für deutlich mehr Frauen als Männer rote Tücher. Worüber Männer lästern, wird hier von vielen Frauen bestätigt. Zwölf Prozent mehr Frauen als Männer geben an, im Straßenverkehr häufig Angst zu haben (58 zu 46 Prozent). Und jede dritte Frau fühlt sich am sichersten, wenn sie nicht selbst hinter das Steuer muss, sondern entspannt mitfahren darf.

Das Auto ist die Domäne vor allem der Männer von 18 bis 30 Jahren. Getreu dem Motto: Ein Mann, ein Wort – doch werden es mehr, drehen die sich vor allem ums Auto. Im Vergleich zu den Altersgruppen 31 bis 45 und 46 bis 65 lieben sie "schnelle Autos" deutlich stärker und verbinden mit dem Auto "das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit" ausgeprägter als die Älteren. Deutlich größer ist aber auch die Risikobereitschaft der jungen Männer im Verkehr. Jeder dritte versucht beim Autofahren gelegentlich, seine "fahrerischen Grenzen" herauszufinden.

Ab 30 fahren Männer und Frauen gleich gut

Auch der Punkt Angst im Straßenverkehr erreicht bei den jungen Autofahrern mit 37 Prozent den niedrigsten Wert. Gleichzeitig fühlen sich 85 Prozent am sichersten, wenn sie selbst am Steuer sitzen. Doch auch konkrete Risiken gehen die jungen Wilden ganz bewusst ein: Fast jeder vierte fährt schon mal unter "leichtem Alkoholeinfluss", jeder zweite telefoniert mit dem Handy hinterm Steuer – ohne Freisprecheinrichtung. Und jeder dritte lässt den Gurt baumeln.

"Die Selbsteinschätzung der jungen Männer entspricht unserer Schadenstatistik", sagt Dr. Norbert Rollinger von AXA, "deshalb ist es wichtig, Alter und Geschlecht in Abhängigkeit voneinander bei der Ermittlung eines individuellen, risikogerechten Tarifs zu berücksichtigen." Die Statistik belegt aber auch, dass sich die von Männern wie Frauen ab 30 verursachten Schäden einander angleichen. "Deshalb", so Rollinger, "ist auch ein reiner Lady-Tarif nicht passend, weil er in bestimmten Konstellationen die Männer ungerechtfertigt benachteiligt. Das berücksichtigt aber der Tarif von AXA."

Und wo liegt der Erkenntniswert für den Autofahrer, der an der Studie nicht teilgenommen hat? Ganz einfach: Machen Sie, lieber Leser, doch mal den Test und schätzen sich und Ihre Partnerin (und umgekehrt) anhand der Fragen zu den elf Grafiken unten ein. Gehören Sie zur Mehrheit oder Minderheit Ihres Geschlechts? Wenn Sie ehrlich antworten, bringt das garantiert Zündstoff in die Diskussion zwischen Mann und Frau.

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