Psychotest

Psychotest: Wer bin ich am Steuer?

Psychotest

— 09.08.2002

Wer bin ich am Steuer?

Im Grunde eine Eidechse. Das Millionen Jahre alte "Reptilienhirn" steuert uns und unser Auto, sagen Wissenschaftler. Doch wir können gegenlenken. Wie, verrät der Psycho-Test.

Die Macht der Ur-Impulse

Stop and go auf der Autobahn. Wir wechseln hektisch die Spur – ohne jeglichen Raumgewinn. Rushhour in der Stadt. Wir liefern uns Beschleunigungsduelle mit anderen Autofahrern – bis zum nächsten Ampelstopp. Engpass in der Baustelle. Wir drängeln und schimpfen – statt entspannt im Reißverschluss einzufädeln. Typische Szenen. Unzählige Situationen des täglichen Verkehrs werden durch Aggression und Unvernunft bestimmt. Rationelles Abwägen, besonnenes Handeln ist eher die Ausnahme. Hinterm Steuer, im Schutz unserer Karosse, verhalten wir uns viel emotionaler als in anderen Lebensbereichen. Und manch einer wird zum Tier ...

Hirnforscher und Psychologen haben eine Erklärung für die galoppierende Unvernunft: Auf der Straße kontrolliert nicht das hoch entwickelte, vernünftige Großhirn unser Handeln, sondern eine viel ältere Hirnregion: das limbische System. Dieses wird auch "Reptilienhirn" genannt, entwickelte sich bei Echsen bereits vor Jahrmillionen und findet sich in einer dem Menschen ähnlichen Form bei Hunden, Katzen, Mäusen.

Psychologen und Neurowissenschaftler sehen das limbische System als das eigentliche Machtzentrum in unserem Kopf an. Seine Steuermechanismen haben sich im Laufe der Evolution tief verankert. Es beeinflusst vermeintlich rationale Entscheidungen, steuert uns (und unser Auto) unbewusst. Die Forscher haben drei emotionale Ur-Impulse ausgemacht: den Wunsch nach Sicherheit (Balance), das Streben nach Macht (Dominanz) und die Suche nach neuen Reizen (Stimulanz).

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Niemand, und sei er noch so vernünftig, kann sich dem vollständig entziehen. "Jeder Mensch hat ein individuelles Profil, in dem die Impulse unterschiedlich stark ausgeprägt sind", sagt Psychologe Dr. Hans-Georg Häusel. "Der Fahrstil ergibt sich aus der individuellen Mischung der drei limbischen Impulse."

Häusels Beobachtungen basieren auf Erkenntnissen der modernen Hirnforschung. Seine zweijährige Untersuchung hat er zu einem Bestseller ("Think Limbic! – Die Macht des Unbewussten verstehen und nutzen für Motivation, Marketing, Management"; ISBN 3-448-04978-6, 24,95 Euro) verarbeitet. Heute berät er Unternehmen in Management-Fragen.

Auf der Straße lassen sich extreme Ausprägungen der drei limbischen Typen leicht ausmachen: Dominante Fahrer suchen den Wettkampf, fahren dicht auf, überholen riskant. Stimulanzorientierte suchen "den Kick", übertrieben balanceorientierte Zeitgenossen können den Verkehr behindern. Das limbische Profil ist zu etwa 60 Prozent angeboren. Es kann sich im Laufe des Lebens verändern. Schon weil das Sexual- und Aggressionshormon Testosteron, das Super plus im Blut des Mannes, sich mit dem Alter verflüchtigt.

Also: Machen Sie den Test! Wer sein limbisches Profil kennt, kann sein Reptilienhirn zwar nicht ausschalten, aber im Verkehr gezielt gegensteuern. Mit dem Verstand.

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