EuroNCAP Crashtest 2017

Q5, Discovery, C3: Euro NCAP-Crashtest 2017

— 01.03.2017

Q5 top, Fiat 500 flop

Euro NCAP hat sechs Autos gecrasht. Hier gibt's die Ergebnisse von Audi Q5, Land Rover Discovery, Toyota C-HR, Citroën C3, Ford Ka+ und Fiat 500!

Video: Kommentar Audi Q5 (2017)

Staat trifft neuen Q5

Der Audi Q5 hat beim jüngsten Crashtest des Euro NCAP im Februar 2017 hervorragend abgeschnitten: Er wurde mit der Maximalwertung von fünf Sternen ausgezeichnet. Fünf Sterne erreichten auch das Crossover-SUV Toyota C-HR und der Land Rover Discovery. Der stylische Stadtflitzer Citroën C3 schrammte wegen eines einzigen fehlenden Prozentpunkts an der Topnote vorbei und fuhr mit vier Sternen nach Hause. Das Mini-SUV Ford Ka+ erreichte in den Disziplinen Insassen- und Fußgängerschutz ebenfalls (wenn auch knapp) vier Sterne, wurde unterm Strich aber auf drei Sterne abgewertet – wegen fehlender Notbrems- und Spurhalteassistenten. Auch der Fiat 500 bekam drei Sterne verliehen, bei ihm fehlte es allerdings nicht nur an den Assistenzsystemen.

Eine sichere Sache: Audi Q5

Schon in der Standard-Ausführung ist der Audi Q5 sicher. Das bescheinigen die Crash-Experten des Euro NCAP dem Ingolstädter SUV. In allen vier Testkapiteln – Insassenschutz Erwachsene, Insassenschutz Kinder, Fußgängerschutz und Assistenzsysteme – erreichte der Q5 problemlos die nötige Punktzahl für die Topnote. Besonders hervorzuheben ist, dass Kinder auf der Rückbank sehr gut geschützt sind. Die erreichten 86 Prozent der insgesamt möglichen Punkte ist ein ungewöhnlich gutes Ergebnis.

Land Rover Discovery zeigte kaum Schwächen

Tiptop in allen Disziplinen: Der Land Rover Discovery fuhr souverän fünf Sterne ein.

Der Land Rover Discovery überzeugte in allen Testkapiteln und wurde folgerichtig mit fünf Sternen bewertet. Dennoch gab es einige Kritikpunkte: So war der Druck im Fahrer-Airbag laut Euro NCAP zu niedrig, sodass der Kopf des Fahrers auf das Lenkrad "durchschlagen" könnte. Außerdem bemängelten die Tester, dass die Fahrertür beim Seitenaufprall aufging. Zudem könnten sich erwachsene Fond-Passagiere bei einem Auffahrunfall ein Schleudertrauma zuziehen, auch dafür gab es Abzüge. Insgesamt reichte es im Kapitel "Insassenschutz Erwachsene" aber dennoch für sehr gute 90 Prozent der möglichen Punkte. Ansonsten gab's kaum etwas zu meckern: Kinder und Fußgänger sind im bzw. vor dem Discovery gut geschützt, und die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist serienmäßig gut.

Toyota C-HR: Fünf Sterne in allen Kapiteln

Im C-HR sitzen Erwachsene und Kinder auf allen Plätzen sicher – sowohl beim Frontal- als auch beim Seitencrash.

Die Optik des C-HR ist Geschmackssache. Nichts zu rütteln gibt es am Crashtest-Ergebnis von Euro NCAP: Erwachsene sitzen genauso wie kleine und größere Kinder auf allen Plätzen und bei allen Unfall-Szenarien ohne Einschränkungen sehr sicher. Der Fußgängerschutz ist ebenfalls sehr gut, kritisch sehen die Tester nur die Vorderkante der Motorhaube und (wie bei fast allen anderen Autos auch) die A-Säulen. Auch die Ausstattung mit Assistenzsystemen und deren Funktionalität überzeugte im Test. Fünf Sterne in allen Kapiteln!

Ganz knapp die Topnote verpasst: Citroën C3

Haarscharf schrammte der C3 an der Bestnote vorbei. Wegen eines fehlenden Prozentpünktchens beim Fußgängerschutz!

Nur ein einziger, winziger Prozentpunkt fehlte beim Fußgängerschutz: Der Citroën C3 schafte hier 59 Prozent der möglichen Punkte, mit 60 hätte es in diesem Kapitel – und damit auch bei der Gesamtnote – fünf Sterne für den kleinen Franzosen gegeben. In allen anderen Testdisziplinen hat er die Bestnote geschafft. Im Detail: Für Erwachsene auf allen Plätzen sahen die Tester weder bei den Frontal- noch Seitencrashs Gefahrenpotenzial. Kinder sitzen nicht ganz so sicher, beim versetzten Aufprall auf eine verformbare Barriere zeigte der Dummy des Zehnjährigen Verletzungen im Nackenbereich, beim Sechsjährigen war der Schutz des Oberkörpers "grenzwertig". Der Fußgängerschutz ist okay, und die Ausstattung mit Assistenzsystemen auch. Zwar fehlt ein Notbremsassistent, doch ein gut arbeitender Spurhalteassistent und ein Tempolimit-Warner sind an Bord.

Mit Einschränkungen sicher: Ford Ka+

Beim fünftürigen Ka, dem Ka+, fehlte es den Testern vor allem an Assistenzsystemen.

Der Ford Ka+ konnte beim Crashtest nicht restlos überzeugen. Zwar reichte es beim Insassenschutz für vier Sterne, allerdings gab es deutliche Abzüge. Zum einen für das Armaturenbrett, dessen Form nach Ansicht der Tester Verletzungsrisiken birgt. Zum anderen gaben die Testergebnisse für Passagiere auf der Rückbank Anlass zur Sorge: Hier drohen Erwachsenen beim Frontalcrash schwere Verletzungen im Brust-, Nacken- und Kopfbereich. Kinder sind besser geschützt, allerdings ist der Schutz des Nackens bei einem Auffahrunfall gerade für jüngere Mitreisende "schwach". Vier Sterne gab's auch im Kapitel Fußgängerschutz. Abgewertet wurde der fünfürige Ka jedoch, weil er weder Spurhalte- noch Notbremsassistent an Bord hat – deshalb gibt es nur drei Sterne. Nach den Statuten von Euro NCAP wirkt sich das auch auf die Gesamtnote aus: Unterm Strich gab es deshalb auch insgesamt nur drei Sterne. 

Hohe Verletzungsgefahr auf der Rückbank: Fiat 500

Gefahr für Rückbänkler: Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder sieht EuroNCAP im Fiat 500 ein hohes Verletzungsrisiko.

Auch der Fiat 500 bekam von Euro NCAP ein Dreisterne-Zeugnis ausgestellt. Im Gegensatz zum Ka+, der nur aufgrund der fehlenden Assistenzsysteme von vier auf drei Sterne abgewertet wurde, zeigte der Fiat aber auch beim Insassenschutz gravierende Schwächen. Besorgniserregend sind vor allem die Testwerte beim Frontalaufprall auf ein feststehendes Hindernis: Der Erwachsenen-Dummy auf der Rückbank rutschte unter dem Gurt durch, der gleichzeitig aber auf Schulterhöhe einen Druck in kritischer Stärke ausübte. Der "zehnjährige" Dummy knallte beim Frontalcrash mit dem Kopf gegen den Vordersitz, beim "Sechsjährigen" befürchten die Tester schwere Verletzungen im Nackenbereich. Beim seitlichen Aufprall wurde die Brust des Kinder-Dummies (zehn Jahre) auf der Unfallseite schwer gequetscht. Einige Kindersitze können zudem hinter dem Fahrersitz nicht ausreichend sicher befestigt werden. Der Fußgängerschutz ist in Ordnung (vier Sterne), Notbrems- und Spurhalteassistent fehlen aber (drei Sterne). Alle Details zu den Crashtest-Ergebnissen der sechs Autos sehen Sie in der Bildergalerie!

EuroNCAP Crashtest 2017



Alle News und Tests zum Fiat 500

Autor: Maike Schade

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