Qoros 3 Hatch (2016): Fahrbericht

Qoros 3 Hatch (2016): Fahrbericht

— 08.12.2016

Warum gibt es den nicht bei uns?

Der chinesische Qoros 3 Hatch überzeugt mit guten Materialien und viel Platz im Innenraum. Auf der Straße ist er vor allem eins: leise. Fahrbericht!

Drei Jahre ist es her, dass die Marke Qoros auf dem Genfer Salon lanciert wurde, inzwischen rollen die Autos auf chinesischen Straßen. AUTO BILD ist einen der ganz wenigen Qoros 3 Hatch, die in Europa existieren, gefahren. Ein Export in die "Alte Welt" ist derzeit nicht geplant. Dabei besitzt das Auto reichlich europäische Gene: Verschiedene europäische Zulieferer sind am Quoros 3 beteiligt, sowohl bei der Technik als auch beim Design. Und das hat dem Qoros 3 gutgetan: Er wirkt kräftig und solide, und es ist Qoros bereits in der ersten Generation gelungen, ein Markengesicht zu etablieren. Vorn und hinten dominiert das Q-Logo, edel eingefasst und in unübersehbarem Format.
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Hochwertiges Interieur

Geradezu futuristisch ist der großflächige Touchscreen,  der sich mit Wischbewegungen bedienen lässt.

Überzeugend ist auch das Interieur: Das unten abgeflachte Dreispeichen-Lenkrad und der breite Automatik-Wählhebel wirken hochwertig und sportlich. Geradezu futuristisch ist der großflächige Touchscreen, der sich mit Wischbewegungen bedienen lässt. Das iPhone setzt man zum Laden aufrecht in die Mittelkonsole ein – damit ist der Bildschirm relativ gut einsehbar plaziert. Warum macht das eigentlich kein anderer Hersteller so? Bei den meisten Autos muss das Mobilgerät in Fächer gestopft oder mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe fixiert werden, mit entsprechendem Kabel- und Strippensalat. Und die induktiven Ladesysteme einiger Premium-Hersteller funktionieren keineswegs so zuverlässig wie die Aufsteck-Lösung von Qoros, zumal Apple-Geräte nicht induktiv geladen werden können.

Sitzprobe Qoros 3 Hatch

Viel Platz auch im Fond

In China legt man Wert auf großzügige Platzverhältnisse, auch im Fond. Vorn wie hinten sitzt man bequem, mit viel Bein- und Kopffreiheit. Die Sitze und Verkleidungen sind sauber verarbeitet, die Materialien wirken viel hochwertiger, als man es von früheren Versuchen chinesischer Hersteller kennt. Vor der etablierten Konkurrenz aus Europa und Asien muss sich Qoros keinesfalls verstecken. Bei der Sicherheit sind ebenfalls keine Abstriche zu machen: Beim anspruchsvollen Euro-NCAP-Test hat der Qoros 3 Spitzenwerte erzielt.

Reichelich Power, aber leise

Unter der Haube steckt ein 1,6-Liter-Turbomotor mit 156 PS. Die Maschine tritt spontan an.

Unter der Haube steckt ein 1,6-Liter-Turbomotor mit 156 PS (115 kW) und bis zu 210 Newtonmetern Drehmoment, die schon ab 1750 Umdrehungen abgerufen werden können. Die Maschine tritt spontan und ohne nennenswerte Verzögerung an, die Fahrleistungen entsprechen gutem Klassenstandard: Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert gut neun Sekunden, oben heraus erreicht der Qoros 3 angemessene 217 km/h. Ein Start-Stopp-System ist serienmäßig, der Verbrauch während unserer Ausfahrt lag bei weniger als acht Litern pro 100 Kilometer – trotz scharfer Gangart. Das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe könnte allerdings mit etwas mehr Enthusiasmus ans Werk gehen: Es reagiert im unteren Geschwindigkeitsbereich zu langsam. Immerhin gibt es jedoch eine manuelle Schaltgasse, mit der sequenziell hoch- und runtergeschaltet werden kann. Ein Sportprogramm sucht man vergeblich. Die Auslegung von Motor und Getriebe ist also eindeutig komfortbetont: Motor- und Fahrgeräusche werden hervorragend herausgefiltert, selbst bei einer Reisegeschwindigkeit von 180 km/h und mehr ist es nicht nötig, die Stimme zu erheben.

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Das Fahrwerk ist eher komfortabel

Auch das Fahrwerk ist eher komfortabel ausgelegt. kurze und lange Unebenheiten werden zuverlässig weggefiltert. Dennoch liegt der Qoros gut auf der Straße und ist auf der Autobahn absolut spurtreu. Bei Ausweichmanövern und flotter Fahrt auf kurviger Landstraße bleibt der Viertürer gut beherrschbar, die elektrische Servolenkung könnte jedoch etwas mehr Gefühl für den Fahrbahnzustand vermitteln.

Reizvolle Aussichten

Mit seinem eindrucksvollen Design, dem leisen Antrieb und der komfortablen Fahrwerksauslegung ist der Qoros 3 Hatch ein überraschend konkurrenzfähiges und rundum gelungenes Auto, dem eine Verbreitung auch über China hinaus zu wünschen wäre. Vielleicht ist es so weit, wenn Qoros den nockenwellenfreien Qamfree-Antrieb zur Serienreife gebracht hat. Dann klettert die Leistung auf rund 230 PS, die über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Straße gebracht werden. 2018 oder 2019 könnte es schon so weit sein.

Qoros 3 Hatch (2016): Fahrbericht

Autor: Jens Meiners

Stichworte:

Kompaktklasse

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