Qualitäts- und Absatzoffensive

Renault peilt höheren Marktanteil an Renault peilt höheren Marktanteil an

Qualitäts- und Absatzoffensive

— 02.09.2002

Renault peilt höheren Marktanteil an

Die Deutsche Renault AG ist Deutschlands führender Importeur. In den kommenden drei Jahren wollen die Franzosen mit der Qualitäts- und Absatzoffensive den Marktanteil steigern.

Marktanteil von sieben Prozentan

Mit Jacques Rivoal, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Renault AG, sprach Marco Dalan.

DIE WELT: Herr Rivoal, Renault ist die führende Importmarke. Welche Ziele haben Sie? Jacques Rivoal: Die heutige Position von Renault ist schon sehr angenehm. Die Marke hat derzeit einen Marktanteil von 6,5 Prozent, eine gute Basis. Natürlich will Renault den Marktanteil ausbauen. Ziel ist es dabei, dauerhaft die Marke von sieben Prozent deutlich zu überschreiten. Diese Marke können wir vielleicht schon im 2003 erreichen. Es wäre ein Traum, in den kommenden Jahren etwa Audi oder BMW, die bei einem Marktanteil zwischen sieben und acht Prozent liegen, zu überholen. Zunächst aber will Renault das Ziel erreichen, dauerhaft über sieben Prozent in Deutschland zu bleiben.

Mit welcher Strategie wollen Sie dieses Ziel erreichen? Dazu hat Renault die Strategie 2005 plus entwickelt. Diese mittelfristige Strategie besteht aus zwei wesentlichen Bestandteilen: Zunächst die Steigerung des Absatzes und des Marktanteils in den nächsten drei Jahren. Daneben gibt es einen qualitativen Bestandteil, der sich in drei Punkte gliedert. Zum einen will Renault seine Position in der Ober- und Mittelklasse verstärken, also im Segment Laguna, Vel Satis und Avantime. Mit diesen Modellen macht Renault derzeit 15 Prozent des Gesamtvolumens, künftig sollen es 20 Prozent sein. Bei den Nutzfahrzeugen wollen wir den Marktanteil ebenfalls steigern.

Dritter Punkt der Qualitätsstrategie ist die Steigerung der gewerblichen Renault-Kunden, die derzeit einen Anteil von 25 Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen. Hier wollen wir bis 2005 den Anteil auf 40 Prozent steigern. Dazu soll das Händlernetz professionalisiert werden. Gleichzeitig wurden Spezialistenteams gebildet, die sich im Vertrieb gezielt um die jeweiligen Bereiche Pkw-, Nutzfahrzeug- und Gebrauchtwagenverkauf kümmern. Unterstützt wird die Strategie durch ein aggressives Marketing.

Opel und Ford die Hauptwettbewerber

DIE WELT: Planen Sie das Renault-Wachstum mit alten Renault-Kunden oder zu Lasten der Wettbewerber? Trotz der unsicheren Aussichten der Wirtschaft wollen wir unseren Marktanteil erhöhen. Und das wird dann wohl auf Kosten der Konkurrenten geschehen. Dabei wollen wir eher den deutschen Herstellern Kunden abnehmen, als den anderen Importeuren. Schließlich ist Renault nicht mehr ein kleiner Importeur, mit weniger als drei Prozent Marktanteil wie noch 1989. Wir sind fast vergleichbar mit deutschen Herstellern. Als Hauptwettbewerber sehe ich daher eher Opel oder Ford an.

DIE WELT: Mit welchen neuen Modellen wollen Sie die Strategie unterstützen? In den nächsten Monaten bringen wir mit dem neuen Espace und dem neuen Mégane zwei neue Volumenmodelle auf den Markt. Im Jahr 2003 werden wir vier neue Modelle und Versionen auf den Markt bringen. Dazu gehören unter anderem der neue Scénic sowie das Cabrio und der Kombi Grand Tour. Daneben erweitert Renault auch seine Nutzfahrzeug-Palette. Das Durchschnittsalter der Produktpalette liegt aktuell bei viereinhalb Jahren, nächstes Jahr soll der Durchschnitt nur noch bei drei Jahren liegen.

DIE WELT: Wie reagieren die Händler auf die neue Strategie? Bei der Vorstellung haben sie sehr positiv reagiert. Schließlich verspricht die Strategie einen höheren Absatz und einen höheren Marktanteil. Dies bedeutet für die Händler mehr Umsatz und höhere Erträge.

Renault und Nissan unter einem Dach

DIE WELT: Wird das Händlernetz im Zuge der Strategie gestrafft? Der Grund des Erfolgs ist die Qualität des Händlernetzes, das langfristig über mehr als zehn Jahre aufgebaut wurde. Daher soll die Anzahl Renault-Partner mit 1500 Stützpunkten beibehalten werden. Unsere Politik ist dabei mit größeren Partnern zusammenzuarbeiten, denen sich dann kleinere Händler anschließen können.

DIE WELT: Wie wirkt sich in diesem Zusammenhang die Allianz von Renault und Nissan aus? Die Hälfte unserer künftigen Haupthändler wird beide Marken vertreten. In diesem Jahr sind es schon 50 Händler, die Renault und Nissan anbieten. Aber immer mit zwei verschiedenen Ausstellungsräumen. Wir sind der Meinung, dass jede Marke ihre eigene Stärke hat. Daher sollen sie auch getrennt präsentiert werden. Alles, was vom Kunden einsehbar ist, muss getrennt bleiben. Alles andere, wie Buchhaltung, Personal, EDV oder Verwaltung werden dagegen in einer Gesellschaft gebündelt.

DIE WELT: Um die Ziele zu erreichen, muss auch die Automobilkonjunktur mitspielen. Für nächstes Jahr rechnen wir in Deutschland mit 3,35 bis 3,4 Millionen Neuzulassungen. Im Jahr 2004 dann vielleicht mit 3,5 Millionen neu verkaufter Autos. Das könnte für Renault einen Absatz von 250.000 Fahrzeugen bedeuten im Jahr 2004. Im Vergleich zu 220.000 Pkw und Nutzfahrzeugen in diesem Jahr. Dies entspräche einem Absatzplus zwischen zehn und 15 Prozent. Insgesamt gehen wir derzeit von einem jährlichen Absatzwachstum von rund fünf Prozent aus, wobei Renault schon in diesem Jahr ein Absatzplus von acht Prozent erzielen wird.

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