Rabattschlacht wegen Mehrwertsteuer

Rabatte auf Neuwagen

Rabattschlacht wegen Mehrwertsteuer

— 07.08.2006

Purzelnde Preise

Die Erhöhung der Mehrwertsteuert sorgt für Bewegung auf dem Automarkt. Experten erwarten Kundenrabatte beim Neuwagenkauf.

Die anstehende Mehrwertsteuererhöhung wird Neuwagen nach Meinung von Experten billiger machen. Hintergrund ist der scharfe Wettbewerb um Privatkunden. Zwar haben die Autokonzerne im ersten Halbjahr 2006 zwar 1,4 Prozent mehr Neuwagen verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dieses Plus verdanken sie aber vor allem dem Verkauf von Autos an Firmenkunden. Im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung sollen Rabattaktionen oder Billigzinsen nun auch die Privatkäufer locken. Der deutsche Hersteller Opel hat damit bereits begonnen. Wer bis Ende September einen neuen Opel kauft, erhält Finanzierungsvorteile oder Zubehör im Wert des Mehrwertsteuerbetrages von 16 Prozent. Andere Hersteller gewähren derzeit noch höhere Rabatte: Das auf den Automarkt spezialisierte Marktforschungsunternehmen B&D Forecast hat für den Monat Juli ein durchschnittliches Nachlassniveau von 17 Prozent errechnet.

Die Mehrwertsteuererhöhung dürfte die Rabattschlacht zusätzlich anheizen. Während die Einzelhändler bereits dieses Jahr die Preise erhöhen, lässt die Konkurrenz auf dem Automarkt den Konzernen bei Klein- und Mittelklassewagen kaum derartigen Spielraum. "Das Gegenteil ist der Fall", so B&D-Forecast-Chef Ferdinand Dudenhöffer in einer aktuellen Studie zum Thema. "Die Mehrwertsteuer-Erhöhung wird im zweiten Halbjahr mit Dumping-Angeboten der Autohersteller eingeleitet werden."

Experten erwarten, dass viele potenzielle Kunden noch in diesem Jahr ein neues Auto kaufen werden, um die ab 2007 höhere Mehrwertsteuer zu umgehen. "Und jeder Hersteller möchte an diesen Vorzieheffekten teilhaben", sagt Jörg Krings, Autoexperte bei der Unternehmensberatung Booz Allen. Marktbeobachter rechnen daher mit einer Welle von neuen Sonderangeboten. "Am Jahresende stehen die Hersteller ohnehin besonders unter Druck, ihre Ziele bei den Stückzahlen zu erreichen", sagt August Joas, Automobilfachmann bei der Beratungsfirma Mercer.

Das Zusammenspiel von Rabatten und anstehender Steuererhöhung werde den Verkauf im letzten Quartal stark ankurbeln, meint Caspar Löfken, einer der größten Autohändler im Raum Köln-Bonn: "Ich schätze, dass wir 30 bis 40 Prozent über dem sonst üblichen Niveau liegen werden." Je stärker allerdings der Verkauf anzieht, desto weniger Schnäppchen dürften zu haben sein. "In Deutschland bestimmen die Kunden die Preise", sagt Citroën-Sprecher Thomas Albrecht. "Wenn sie am Jahresende wirklich deutlich mehr Autos nachfragen, wird das Rabattniveau zurückgehen."

Experten prognostizieren wegen der Mehrwertsteuererhöhung einen Preiskampf unter den Autobauern.

Umgekehrt könnte es auch nach der Steuererhöhung im Januar 2007 neue Sonderangebote geben, wenn sich bei der deutschen Auto-Kundschaft Kaufunlust einstellt. "Der Automarkt ist sehr kompetitiv, die Anbieter belauern sich gegenseitig", sagt Albrecht. Nach Meinung der Experten dürften Rabatte daher ähnlich wie bereits in den USA auch in Deutschland zu einem Dauerphänomen werden. "Früher gab es bei Autos einen Wettbewerb der Ingenieure", sagt Berater Joas, "heute ist es häufig ein Wettbewerb der Verkäufer."

Zu konkreten Rabattaktionen rund um den Jahreswechsel wollen sich die Autohersteller derzeit noch nicht äußern. "Es ist das übliche Spiel: Es wird erst einmal nach links und rechts geschaut, was die anderen machen", sagt Mitsubishi-Sprecher Albrecht Trautzburg. Nur die Premiumhersteller legen sich bereits fest: Es werde keine Sonderangebote rund um die Mehrwertsteuererhöhung geben, heißt es etwa bei Audi und BMW. Deren Autos gehen zu über 60 Prozent an Firmenkunden – und die bekommen die Mehrwertsteuer ohnehin vom Finanzamt zurück.

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