RaceChip Mercedes-AMG C 43 T im Test

RaceChip Mercedes-AMG C 43 T im Test

— 02.08.2017

Kraft aus der Dose

Ein Chiptuning per Zusatzbox im Motorraum ist schnell eingebaut. Überzeugt uns der AMG C 43 T mit RaceChip Ultimate? Wir fuhren und staunten.

Schon klar, ein Chiptuning ist nicht unumstritten. Hält der Motor? Wie sieht’s aus mit Garantie und TÜV? Wie wirkt sich die Box aufs Fahrverhalten aus? Die ersten Fragen beantwortet Tuner RaceChip für den Mercedes-AMG C 43 T mit zweijähriger Motorgarantie und Teilegutachten selbst. Zu Letzterem durften wir uns eine Meinung bilden.

Der Sportmodus ist eher ärgerlich als sportlich

Das T-Modell im RaceChip-Trimm ist deutlich schneller als die Serie, aber nicht jeder Modus passt.

 • Längsdynamik: Im 0-100-km/h- Sprint nimmt der RaceChip dem Serien-T-Modell (4,8 s) 0,9 Sekunden ab und ist bis dahin sogar zwei Zehntel schneller als ein C 63 S T (4,1 s). Bis etwa 130 kann der 43er seine Vorteile durch Allrad und die eng gespreizte Neunstufenautomatik ausspielen. Ein kleines Manko gibt es dennoch: Wo im Serien-43 der Sportmodus zum Dauerbetrieb anregt, geht er im RaceChip schnell auf die Nerven. Die Gasannahme ist dann derart empfindlich, dass sich der Antrieb in der Stadt leicht zu einem verschärften Bonanzaeffekt, wie wir ihn aus alten Daimler-Dieseln kennen, aufschaukelt. Im Normalmodus fügt sich der Extradampf aber fein säuberlich in die Leistungskurve und birgt keine Spitzen. Unter Volllast auf der Autobahn dreht der V6 ohne Löcher im Ladedruck sauber bis in den Geschwindigkeitsbegrenzer.

Vortrieb und Sound bilden eine schöne Einheit

Prächtiges Orchester: Die AMG-Abgasanlage bringt den V6 akustisch in die Nähe eines fetten V8.

 • Querdynamik: Die steifen KW-Gewindefedern harmonieren nicht gut mit den AMG-Adaptivdämpfern; im Normalmodus unterdämpft in den Federn hängend, in Sport+ hart und mit zu wenig Federweg; einzig in Sport passen Feder und Dämpfer zusammen. • Emotion: Vor dem V8-Ballermann des 63 braucht sich der Sound des V6 kaum zu verstecken, der dank AMG-Anlage den Trommler- und Blechbläserteil eines großen Orchesters ins Ohr zaubert. Dazu macht der Vortrieb richtig Laune. • Alltag: Abdeckung hoch, Stecker finden, einstecken, fertig. Macht 68 Mehr-PS; auf Wunsch sogar per Smartphone-App steuerbar. • Preis/Leistung: Für 749 Euro bietet die Ultimate Box von RaceChip viel Leistung für wenig Geld.
Fahrzeugdaten RaceChip Mercedes-AMG C 43 T
Motorbauart V6, Biturbo
Einbaulage vorn längs
Hubraum 2996 cm³
kW (PS) bei 1/min 320 (435)/5750
Literleistung 145 PS/l
Nm bei 1/min 634/3580
Antrieb Allrad
Getriebe 9-Stufen-Automatik
Bremsen vorn 360 mm/innenbel./gel.
Bremsen hinten 320 mm/innenbel.
Reifengröße vorn 225/40 R 19
Reifengröße hinten 255/35 R 19
Maße L/B/H 4702/1810/1427 mm
Testwagenpreis 71.778 Euro
Messwerte RaceChip Mercedes-AMG C 43 T
Beschleunigung
0-100 km/h 3,9 s
0-200 km/h 14,3 s
60-100 km/h (4./5. Gang) 2,8/3,8 s
80-120 km/h (5./6./7. Gang) 3,7/4,5/5,4 s
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 33,6 m
aus 100 km/h warm 34,5 m
Vmax 250 km/h (abger.)
Testverbrauch 11,6 l/100 km (Super Plus)
Leergewicht/Zuladung 1726/594 kg
Leistungsgewicht 4,0 kg/PS
Autor:

Andreas Jüngling

Fazit

Zünftige Mehrleistung, die zum günstigen Preis auch noch ruck, zuck eingebaut ist: Herz, was willst du mehr? Natürlich zeigt ein C 63 auf der Autobahn dem Race-Chip trotzdem die Rücklichter. Bemerkenswert ist allerdings, wie nahe der 43er durch die Tuningmaßnahme an den V8-Brüder rückt. Das ungehobelte Fahrwerk des Testwagens ist dabei kein Muss.

Stichworte:

Kombi

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