Racechip VW Golf R (2015): Fahrbericht und Test

RaceChip VW Golf R (2015): Fahrbericht und Test

— 03.11.2015

Was kann die Tuning-App?

Der Tuner RaceChip verspricht Mehrleistung, die per Smartphone-App abrufbar ist. Wir haben den von RaceChip getunten VW Golf R getestet.

Mehr Power auf Knopfdruck? Der Tuner RaceChip verspricht genau das. Wer sein Fahrzeug mit dem Zusatzsteuergert RaceChip Ultimate Connect ausrstet, der kann per Smartphone-App aus drei Leistungsstufen whlen: Eco, Sport und Race. Ohne Eingriff in die Motorelektronik und so RaceChip mit einem Teilegutachten, das "die Eintragung der Leistungssteigerung erleichtert". Doch was kann die Tuning-App? Wir haben nachgemessen.
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Flink: Der getunte Golf R geht deutlich besser als die Serie und zieht sauber durchs Drehzahlband.

Unser Testfahrzeug ist ein Golf R, der nach der RaceChip-Kur 373 PS leistet. Neben dem Zusatzsteuergert (599 Euro), das im Motorraum hinter der Batterie sitzt, ist der folierte R-Golf mit einer Komplettabgasanlage (3900 Euro) ausgerstet. Ein weiteres Gimmick ist die sogenannte Response Control, ein kleiner Kasten, mit dem whrend der Fahrt die Kennlinie des Gaspedals eingestellt werden kann. Das System kostet 199 Euro. Eine Tieferlegung (H&R Federn und Platten fr 800 Euro) und eine Folierung sind ebenfalls mit an Bord, was auf die Fahrleistungen aber keinen direkten Einfluss haben sollte. Ansonsten ist der getunte Golf R serienmig.

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Sauberer Durchzug

Grummelnder Bass: Der Testwagen ist mit einer Klappenauspuffanlage ausgerstet, die fr dumpfen Klang sorgt.

Also RaceChip-App starten und Zndung an. Wichtig: Whrend der Fahrt lsst sich das Zusatzsteuergert nicht konfigurieren. Das ist sinnvoll, so kommt man gar nicht erst in die Verlegenheit, abgelenkt zu sein. Wir aktivieren zunchst die Leistungsstufe Eco und starten den Zweiliter-Turbobenziner. Bassig grummelnd legt der RaceChip-Golf los. Auch abseits der akustischen Untermalung ist schnell klar: Der Motor ist merklich krftiger als die Serie und zieht sauber durchs Drehzahlband. Kurz rechts ran, Motor aus, Zndung an und per Druck aufs Smartphone auf Race geschaltet. Und auch hier tritt der Turbomotor brig an, posaunt ab dem dritten Gang lautstark durch den offenen Klappenauspuff, dreht ohne Mucken hoch und beschleunigt souvern bis zur Hchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Einen groen Unterschied spren wir zwischen den Fahrstufen jedoch nicht.
Vorstellung: Die Tuning-App

Bessere Elastizitt als der serienmige Golf R

Messen wir also nach. Im Eco-Modus braucht der RaceChip-Golf 4,9 Sekunden fr den Sprint von null auf hundert. Kein schlechter Wert. Der von AUTO BILD Sportscars gemessene serienmige Golf R brachte es auf 5,3 Sekunden wohlgemerkt bei wesentlich besseren Messbedingungen (Messung Serien-Golf R bei 13 Grad Lufttemperatur; RaceChip-Messungen bei 26 und 27 Grad). Bei der Beschleunigung auf 200 km/h (17,6 s) hngt der RaceChip-Golf die Serie um 2,1 Sekunden ab. Den Durchzugstest im vierten Gang (60 bis 100 km/h) absolviert der getunte Golf in 3,8 Sekunden 0,2 Sekunden schneller als das Standard-Modell. Fr die grtmgliche Spreizung der Werte messen wir nun im Race-Modus.

Kaum Unterschiede zwischen den Tuning-Stufen

So viel vorweg: Die Unterschiede zwischen den Fahrmodi fallen gering aus. Aus dem Stand zieht der Golf nach wie vor in 4,9 Sekunden auf hundert. Beim Beschleunigen auf 200 km/h ergibt sich immerhin eine Differenz von 0,3 Sekunden (Eco: 17,6 s, Race: 17,3 s). Das Durchzugsvermgen nimmt in der Race-Einstellung zu. Im fnften Gang zieht der Golf R in 6,1 s von 80 auf 120 km/h (Eco: 6,4 s; Serie: 6,8 s). Umso strker wirken sich nderungen an der Response Control fr die Gaspedalkennlinie aus. In der aggressivsten Stellung reagiert der Golf bertrieben nervs auf Gasste und lsst den Turbo selbst bei vorsichtigem Gasgeben zum Angriff blasen. Das ist eigentlich gar nicht ntig, zumal das Gaspedal auch bei ausgeschalteter Zusatzbox den Lader frh einsetzen lsst.

RaceChip VW Golf R (2015): Fahrbericht und Test

Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Das Einstellen des Zusatzsteuergerts per App ist spaig, der Unterschied zwischen den Fahrmodi verschwindend gering. Dennoch: Der RaceChip-Golf geht deutlich besser als die Serie und das fr vergleichsweise kleines Geld.

Stichworte:

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