Ralf Schumacher im Interview

Ralf Schumacher im Interview

Ralf Schumacher im Interview

— 24.02.2003

"Ferrari fährt in einer anderen Welt"

Im "BILD am Sonntag"-Interview spricht Schumi II über Bruder Michael, seine Sieg-Chancen und seine Zukunft bei BMW-Williams.

"Wir haben noch höllisch zu tun"

BamS: In Ihrem Kartcenter ist die Welt in Ordnung. Keiner meckert über "lahme Enten". Wie ist das bei BMW-Williams? Ralf Schumacher (27): Gemeckert wird auch nicht. Es wird an jeder Ecke mit Hochdruck gearbeitet. Jeder hat begriffen, dass wir noch höllisch zu tun haben. Unser neues Auto ist momentan so schnell wie das alte, vielleicht einen Tick schneller. Das reicht aber nicht.

Was ist in Melbourne realistisch drin? Wir werden sicher nicht ganz hinten liegen im Feld. Aber dass wir in Melbourne oder generell in den ersten Rennen um Siege fahren, das können wir uns abschminken. Dazu fehlt noch zu viel.

Was ist denn das Haupt-Problem? Die Aerodynamik.

Ein Vorwurf an Williams? Nein. Es wurde ein ganz neues Auto gebaut, da kann gar nicht gleich alles stimmen. Natürlich wäre es super gewesen, wenn wir gleich ohne Probleme Rekordrunden gedreht hätten. Aber die Realität sah anders aus – und deswegen müssen wir jetzt hart arbeiten. Richtig hart.

Ihr Bruder hat zurzeit weniger Probleme ... Ganz im Ernst: Da werde ich wirklich ein bisschen neidisch. Michael setzt sich in sein neues Auto, dreht gleich 80 Runden und hat dabei nicht das kleinste Problem. Ferrari fährt schon wieder in einer anderen Welt.

Schumi II traut Toyota eine Menge zu

Hat Michael nicht ein paar Tipps für Ralf? Nein. Wir haben zwar vorhin telefoniert, aber da ging's nur um eine Verabredung zum Essen in Melbourne. Über unsere Autos haben wir nicht gesprochen. Vielleicht auch besser so.

Klingt ein bisschen deprimiert. Deprimiert bin ich aber nicht. Eher ernüchtert. Man nimmt sich halt richtig was vor und merkt dann plötzlich, dass daraus wohl erst mal wieder nichts wird. Aber im Endeffekt spornt mich das an. Unsere Aufgabe ist jetzt, das Auto schnell zu machen. Jede Zehntel ist ein kleiner Sieg, so müssen wir jetzt denken.

Kein Gedanke an Abschied? Ach, das ist doch Blödsinn. Ich habe noch zwei Jahre einen Vertrag bei Williams und mir gefällt es da wirklich gut. Natürlich kann es sein, dass ich 2005 woanders fahre. Aber das weiß ich doch jetzt noch nicht.

Toyota war als künftiges Team im Gespräch. Das ist aktuell alles kein Thema. Ich gehe allerdings davon aus, dass Toyota die große Überraschung dieser Saison werden wird. Sie haben mit dem neuen Auto den Ferrari exakt kopiert. Das Konzept geht offenbar auf.

Wovon hängt Ihre Zukunft ab? Davon, ob Williams mich nach 2004 noch will. Davon, ob ich noch will. Von ganz vielen Dingen. Jetzt geht es nur darum, das Auto zu verbessern. Samstag fliege ich nach Melbourne, bis dahin wird hart geschuftet.

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