Ralf Schumacher vor dem Aus

Ralf Schumacher vor dem Aus Ralf Schumacher vor dem Aus

Ralf Schumacher vor dem Aus

— 15.05.2007

Hohes Gehalt, kein Erfolg

Die Schwäche von toyota wird dem Deutschen zum Verhängnis: Mit geschätzten 17 Millionen für bisher einen WM-Punkt ist Ralf Schumacher der teuerste Pilot der Königsklasse. Wie geht es weiter?

Hilfsbereit sind sie ja bei Toyota. Der Mechaniker zum Beispiel, der den irritierten BMW-Helfern in der Garage nebenan die Radmutter zurückgab, die an Nick Heidfelds Auto nicht richtig festgezogen wurde. Oder die Teamsprecherin, die die hastige Abreise Ralf Schumachers entschuldigte und gern mit einem Zitat des Fahrers aushelfen wollte. Das Ergebnis der Toyota-Piloten Schumacher und Jarno Trulli beim Großen Preis von Spanien lud nicht gerade zum längeren Verweilen ein. Der Doppelausfall des japanischen Rennstalls mit Sitz in einem Kölner Vorort bestätigte das Image des höflichen Verlierers.

Mager: Fünf Punkte aus vier Rennen

Toyotas Nummer eins: Trulli hat bislang vier Quali-Duelle gegen Ralf gewonnen.


Die Bilanz von fünf mageren WM-Punkten aus vier Rennen ist deshalb ernüchternd, weil der Rennstall in seinem sechsten Jahr in der Formel 1 in Reichweite der Podestplätze kommen wollte. Obwohl Toyota mit einem Etat von geschätzten 350 bis 400 Millionen Euro antritt und damit selbst Ferrari und McLaren-Mercedes überflügeln dürfte, schlug das Konzept fehl, in der höchsten Motorsportklasse an Profil zu gewinnen. Die Unternehmenskulturen im Formel-1-Team und im Mutterkonzern passen einfach nicht zusammen, und Toyota ist auch kein Hersteller, der sich über Sportwagen definiert. Die Schmach in Katalonien mochte selbst die PR-Abteilung nicht mehr beschönigen: "Catala-strophe", betitelte sie ihr Bulletin. Und Schumacher resümierte: "Es war ein schwieriges Wochenende für uns. Ich konnte nie zeigen, was ich zu leisten im Stande bin." Aber dass sein Toyota nicht in die Gänge kommt, scheint mehr und mehr eine Schutzbehauptung zu werden. Schumacher hat alle vier Qualifikationsduelle in diesem Jahr gegen Trulli verloren und nur einen Punkt geholt.

Der Kredit ist verspielt

Ralf Schumacher im Cockpit. Unsicherheit im Blick, Zukunft fraglich.


In seinen drei Jahren bei Toyota hat der sechsmalige Grand-Prix-Sieger drastisch an Kredit verloren, statt Respekt schlägt ihm Spott entgegen. Eine "Mimose" nannte ihn Ex-Fahrer Hans-Joachim Stuck, und Kollege Christian Danner forderte Schumacher auf, seinen Fahrstil an das Auto anzupassen. "Das ist bedingt richtig", entgegnet der schwächelnde Pilot kleinlaut, "aber man kann seinen Stil nur bis zu einem gewissen Punkt ändern." Gut möglich, dass ihm auch die mangelnde Flexibilität bald den Job kostet. Sein Vertrag läuft Ende des Jahres aus, und noch haben seine Vorgesetzten keine Anstalten gemacht, ihn zu verlängern. Er verdient geschätzte 17 Millionen Dollar jährlich und manche Konzernmanager führen an, dass seine Leistungen eine Weiterbeschäftigung nicht rechtfertigen. Die Ablösung sei beschlossene Sache, ein junger, hungriger Fahrer soll ihn ersetzen, berichtet die "Times". Trulli, der nur rund halb so viel wie Schumacher kassiert, steht dagegen bis 2009 unter Vertrag. Schumacher und sein Manager Hans Mahr geben vor, in Verhandlungen zu stehen. "Ich fahre ganz sicher auch nächstes Jahr Formel 1", sagt Ralf Schumacher.

Autor: Robert Dunker

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