Malcolm Wilson bereut nicht, was er im Mai auf Sardinien entschieden hat

Rallye 2009

— 29.10.2009

Fehlende zwei Punkte: Wilson bereut Sardinien nicht

Malcolm Wilson entschied sich im Mai gegen eine Teamorder und ließ Jari-Matti Latvala gewinnen - Im Titelkampf fehlten Mikko Hirvonen die beiden Punkte

Zwei kleine Pünktchen haben Mikko Hirvonen am Ende der Saison zum Gewinn des Weltmeistertitels gefehlt. Nun wird natürlich gerechnet, wo der Ford-Pilot diese beiden Punkte hätte holen. Und da kommen die Beobachter schnell auf die Rallye Sardinien im Mai. Damals holte Ford einen Doppelsieg: Jari-Matti Latvala gewann, Hirvonen wurde Zweiter.

Viele hatten damit gerechnet, dass Teamchef Malcolm Wilson Stallregie anwendet und Latvala zu Gunsten von Hirvonen zurückpfeift. Doch der Chef entschied sich dagegen und ließ Latvala gewinnen. Hätte Hirvonen damals die zwei Punkte mehr bekommen, wäre er jetzt Weltmeister. Doch Wilson steht auch heute noch zu seiner Sardinien-Entscheidung gegen eine Teamorder.

"Ich bereue das überhaupt nicht. Wir hatten damals das Gefühl, dass es die richtige Entscheidung war. Wenn jemand denkt, dass es falsch war - okay. Jeder darf seine Meinung haben", wird der Ford-Teamchef von 'Autosport' zitiert. Hirvonen hatte zu diesem Zeitpunkt 17 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Sébastien Loeb. "Wir sind als WM-Führende nach Wales gekommen und hatten nur eine Aufgabe: Sébastien Loeb zu schlagen. Selbst nach Sardinien hätten wir nie gedacht, dass wir in dieser Position sein würden." Wenn er die Zeit zurückdrehen könne, würde er auf Sardinien nichts anders machen, so Wilson.

Hirvonen selbst stimmt seinem Boss zu: "Unser Team hat wenigstens die ganz Saison über fair gespielt. Und darauf bin ich stolz. Wir können das jetzt nicht mehr ändern und wir wollen es auch nicht. Am Ende hatten wir beide die gleichen Chancen, als wir zum Finale gekommen sind und er war schneller. Ende."

Zudem betonte Wilson, wie wichtig der Sardinien-Sieg für Youngster Latvala war. Der junge Finne fand auf Sardinien nach einem missratenen Saisonstart zurück in die Erfolgsspur. Und seinen Horror-Crash in Portugal, bei dem Latvala dachte, er muss sterben, hatte er danach im Kopf endgültig abgehakt.

"Die Entscheidung auf Sardinien war zu dieser Zeit die richtige. Wir hatten das Gefühl, dass Jari so den nötigen Auftrieb für sein Selbstbewusstsein bekommt", so Wilson. "Man muss sich nur die Ergebnisse danach anschauen. Wir sind ein viel stärkeres Team geworden. Wir haben uns in die Position gebracht, um den Markentitel kämpfen zu können. Und nach fünf Rallyes hatte es so ausgesehen, als ob wir dazu absolut keine Chance haben."

Und Teamchef Wilson verweist darauf, dass man auf der Suche nach den verlorenen Punkten andere, bedeutendere Dinge ins Kalkül ziehen müsse. So hätte Latvala Loeb bei der Rallye Polen Punkte weggenommen, wenn er nicht in der abschließenden Zuschauerprüfung wegen seines unglücksseligen Unfalls ausgeschieden wäre: "Das ist vielleicht signifikanter als Sardinien."

Fotoquelle: Ford

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