Bei Volkswagen wird geprüft, ob man sich die Rallye Dakar noch leisten will

Rallye 2009

— 04.02.2009

Stuck: "Entscheidung fällt in vier bis sechs Wochen"

Auch bei VW steht das Dakar-Engagement auf dem Prüfstand - Hans-Joachim Stück: "Das kann Hü oder Hott ausgehen" - WRC-Einstieg eher unwahrscheinlich

Die Rallye Dakar hat eine vielbeachtete Premiere in Südamerika gefeiert - doch nun droht dem Wüstenklassiker in dieser Form das Ende. Mit Mitsubishi hat der zwölfmalige Sieger und eines der drei großen Teams seinen Ausstieg bekanntgegeben. Und unklar ist, ob Volkswagen im kommenden Jahr noch dabei ist. Denn der Konzern muss in allen Bereichen kürzen, das betrifft auch die Motorsportprogramme von Audi und Volkswagen.

Kann das bedeuten, dass VW ebenfalls aus der Rallye Dakar aussteigt? Und dass auch aus dem Einstieg in die WRC, der zuletzt im Gespräch war, nichts wird? "Das kann alles bedeuten", sagte Volkswagen-Repräsentant Hans-Joachim Stuck gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Eingespart werden müsse überall, wie die Kürzungen im Detail aussehen, werde in vier bis sechs Wochen entschieden.

"So etwas muss ja wohl überlegt und durchdacht sein", erklärte Stuck weiter. Motorsportchef Kris Nissen erarbeitet nun Vorschläge für die einzelnen Bereiche, die dann im Volkswagen-Vorstand diskutiert werden. Was der Vorstand schließlich entscheiden wird, ist laut Stuck jetzt noch völlig unklar: "Das kann Hü oder Hott ausgehen."

Für alle Bereiche, in denen sich Volkswagen engagiert, werden Budgetrechnungen aufgestellt. Der Dakar-Sieg in diesem Jahr hat mit Vorbereitung und Entwicklung nach 'sid'-Informationen etwa 50 Millionen Euro gekostet. 2010 könnte ein Auftritt bei der Rallye Dakar jedoch günstiger kommen als in diesem Jahr. Denn Sven Quandt, Teamchef des konkurrierenden BMW X-Raid-Teams, hat seine Zustimmung gegeben, dass VW im kommenden Jahr mit dem siegreichen 2009er-Race-Touareg antreten darf. Damit würde man zumindest schon einmal enorme Kosten für eine Modifizierung sparen. "Ob es allerdings dann günstig genug ist, das ist noch nicht klar", so Stuck.

Zu viele Fragezeichen in der WRC

Bisher hatte man bei Volkswagen offenbar durchaus die Absicht, das Dakar-Projekt weiter zu verfolgen. Allerdings sind die Vorzeichen nun anders: Mit Mitsubishi fehlt der Hauptkonkurrent, da stellt sich die Frage, ob ein Engagement überhaupt noch Sinn macht. Denn mit Siegen kann man sich dann weniger profilieren. Zwar möchte Ralliart-Teamchef Dominique Serieys nun versuchen, das Team auch ohne die Werksunterstützung von Mitsubishi weiterzuführen, doch ob das gelingt, ist noch unklar.

Und eher unwahrscheinlich ist, dass VW in die WRC einsteigt. Der Sparzwang ist da aber nur ein Faktor. Nach 'Motorsport-Total.com'-Informationen ist man in Wolfsburg ohnehin der Meinung, dass man sich in Sachen Rallye-Weltmeisterschaft lieber erst einmal zurückhält, so lange die FIA und die WRC selbst nicht wissen, in welche Richtung der Weg in Sachen Technik und Vermarktung überhaupt gehen soll.

Fotoquelle: Volkswagen

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