Rallye 2009

Rallye 2009

— 18.02.2009

Schwarz: "Loeb spielt mit den anderen"

Für Armin Schwarz ist es keine Überraschung, dass Sébastien Loeb auch in Norwegen gewonnen hat - Mikko Hirvonen auf Dauer chancenlos?

"Die Stellungen sind bezogen: Für mich spielt Sébastien mit Hirvonen und dem Rest der Meute - dabei wird es bleiben", sagte Schwarz gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Der Franzose sei so dominant, dass die anderen keinen Weg an ihm vorbei finden, auch wenn sie sich noch so anstrengen. "Ich glaube, dass die sowieso immer alles geben, außer Herrn Loeb. Herr Loeb hat immer einen Plan, der da heißt: 'In der zweiten Runde fahre ich schneller als in der ersten', der da heißt: 'Diese Rallye will ich gewinnen' - dann macht er es aber von vornherein klar - oder der da heißt: 'Jetzt lasse ich ihn erst einmal fahren'."

So geschehen in Norwegen: Loeb begnügte sich am ersten Tag mit Platz zwei hinter Hirvonen. Und der versuchte es dann über die Taktik - erfolglos. Am Abend des ersten Tages überließ der Finne Loeb die Führung, in der Hoffnung, am zweiten Tag mit der zweiten Startposition gegenüber Loeb einen Vorteil zu haben, der wieder als Erster auf die Piste musste. Die Antwort des Citroën-Stars: Er legte am Samstagvormittag gleich vier Bestzeiten in Folge hin. An diesem Samstag habe er die Rallye verloren, räumte Hirvonen danach ein.

"Es hat Hirvonen nichts genutzt, dass er ihn am ersten Tag vorbeigelassen hat. Denn er kam trotzdem nicht gegen Loeb an", so Schwarz. "Meiner Meinung nach ist es mittlerweile egal, was die anderen machen. Loeb ist zu dominant und steht über den Dingen. Vielleicht gibt es die eine oder andere Rallye, wo die Umstände so sind, dass Hirvonen oder Latvala eine Chance haben. Wenn sie von der Streckenkenntnis her vorne oder vielleicht von der Startposition her mal ein bisschen begünstigt sind, können sie eventuell Paroli bieten. Aber dramatisch ändern wird sich nichts."

Wenn Hirvonen Weltmeister werden will, hat er laut Schwarz nur eine Möglichkeit: Er muss konstant sein. "Wenn er das hinbekommt und Loeb einen Ausfall hat, dann hat er wieder eine Chance", sagte der Experte. "Das Gute ist: Wenn Hirvonen immer Zweiter wird, ist der Punkteabstand nicht so groß. Und falls es wie im vergangenen Jahr zu einer Nullrunde für Loeb kommt, ist er wieder dran. Aber auf der anderen Seite: Wenn es zu einer Nullrunde für Hirvonen kommt, ist er weg. Das sind Dinge, die kalkuliert Loeb mit ein."

Schwarz würde deshalb nicht ausschließen, dass Loeb in diesem Jahr eine solche Serie hinlegt, dass er elf der zwölf Rallyes gewinnt. Dass es dem Superstar gelingt, alle zwölf Saisonläufe für sich zu entscheiden, glaubt der frühere WRC-Pilot aber nicht: "Es werden bis zur Jahresmitte immer mehr Siege werden und dann denke ich, dass Loeb und das Team - wie wir es gewöhnt sind - sich in ihrer Selbstsicherheit einfach Fehler leisten."

Das konnte man im vergangenen Jahr beobachten, als Loeb zum Beispiel in Jordanien wegen seines kuriosen Unfalls mit Conrad Rautenbach eine von zwei Nullnummern verzeichnen musste. "In einer kürzeren Saison sind natürlich Nullrunden wesentlich entscheidender", betont Schwarz. "Wenn es im vergangenen Jahr nur zwölf Rallyes gewesen wären, hätte Hirvonen die Meisterschaft geholt. Das sind Dinge, die Loeb heuer schon etwas beachten muss." Deshalb lautet seine Einschätzung: "Es kann durchaus sein, dass Hirvonen Meister wird, wenn Loeb ein oder zwei Nullrunden hat. Aber vom Fahrerischen her sehe ich keinen, der gegen Sébastien ankommen würde."

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