Der Überflieger: Sébastien Loeb setzte seine Siegesserie in Portugal fort

Rallye 2009

— 05.04.2009

SS18: Loeb triumphiert auch auf Schotter

Sébastien Loeb hat bei der Rallye Portugal seinen 51. WRC-Sieg eingefahren - Mikko Hirvonen und Daniel Sordo mit großem Rückstand auf den Plätzen

Für Sébastien Loeb war die Rallye Portugal eine Standortbestimmung: Wenn es hier gut läuft, dann ist er auch für die restlichen Schotterläufe der Saison zuversichtlich. Und das kann der Citroën-Pilot nun sein. Er hat den vierten Saisonlauf mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Nach 18 Wertungsprüfungen hatte er mehr als 20 Sekunden Vorsprung auf den Gesamtzweiten Mikko Hirvonen. Der Ford-Pilot konnte seinen Rückstand am Sonntagnachmittag noch leicht verkürzen, weil Loeb nicht mehr volles Risiko ging.

Mit seinem vierten Sieg im vierten Saisonlauf konnte Loeb in der Gesamtwertung seinen Vorsprung auf Hirvonen auf zehn Punkte ausbauen. Es war gleichzeitig der insgesamt 51. WRC-Sieg des Rekord-Weltmeisters. Und er hat immer noch die Chance auf den Grand Slam, nämlich alle zwölf Läufe der Saison zu gewinnen. Knappe eineinhalb Minuten hinter Hirvonen belegte Daniel Sordo im zweiten Werks-Citroën den dritten Platz. Damit hat Citroën in der Herstellerwertung den Vorsprung auf Ford auf 24 Punkte ausgebaut.

Dabei sah es zunächst so aus, als ob Loebs Siegesserie reißen könnte. In der ersten "richtigen" Wertungsprüfung am Freitagmorgen leistete er sich einen seiner seltenen Fehler und fiel zurück auf den siebten Platz. Doch der Citroën-Star konnte wieder aufholen und beendete den Freitag auf Rang drei. Am Samstag holte er alle Bestzeiten, bereits am Samstagvormittag hatte er die Führung übernommen. Am heutigen Sonntag ging es für den Franzosen nur noch darum, seinen Vorsprung zu verwalten.

"Es ist unglaublich", kommentierte Loeb die Fortsetzung seiner Siegesserie. "Ich hatte gleich die erste Abzweigung verpasst, aber danach lief es perfekt. Ich bin immer am Limit gefahren. Ich wusste, dass ich wieder aufholen kann. Der Freitag war schwer für mich, weil ich mir mehr wartet hatte, aber Samstag und Sonntag liefen perfekt."

Hirvonen war seit Freitagvormittag das einzige Eisen im Ford-Feuer. Sein junger Teamkollege Jari-Matti Latvala hatte sich am Freitagmorgen an die Spitze gesetzt, kurz danach war die Rallye für ihn aber endgültig beendet. Latvala hatte einen Horrorunfall, bei dem sich sein Focus 17 Mal einen Abhang hinunter überschlug. Latvala und Beifahrer Miikka Anttila blieben unverletzt, das Auto war aber nicht zu reparieren.

Noch am Freitagvormittag übernahm Hirvonen die Führung, die er bis zum Samstagmorgen behielt. Am Samstag konnte er als "Straßenfeger" aber nicht viel Gegenwehr gegen Loebs Attacke leisten. Citroën-Pilot Sordo lag zwischenzeitlich auf dem zweiten Rang, setzte sich dann aber früh auf Position drei fest. Er konnte wieder wichtige Punkte für sein Team holen.

Auf Rang vier beendet Petter Solberg die Rallye Portugal. Der Norweger, der sich gerade erst von einer schweren Viruserkrankung erholt hatte, hatte insgeheim auf einen weiteren Podiumsplatz geholt. Doch auf den schnellen Prüfungen konnte er in seinem alten Citroën Xsara (Chassis von 2001, Motor von 2005) nicht mit den aufgerüsteten Werks-Boliden der Top 3 mithalten. "Es war ein sehr gutes Wochenende, besser hätten wir es nicht machen können", bilanzierte der Norweger. "Es ist ein altes Auto und wir geben unser Bestes. Deshalb sollten wir mit dem Ergebnis happy sein."

Sein Bruder Henning Solberg wurde mit über drei Minuten Rückstand auf Petter Fünfter. Er profitierte am Ende noch vom Pech seines Stobart-Teamkollegen Matthew Wilson. Der Youngster war wieder eine starke Rallye gefahren und lag bis zur vorletzten Prüfung auf dem fünften Rang. Dann aber überschlug er sich wenige Kilometer vor dem Ziel. Mit Mads Östberg (Adapta-Subaru) auf Rang sechs reihte sich ein dritter Norweger in den Top 6 ein. Östberg konnte eine solide Rallye fahren und profitierte von den vielen Ausfällen vor sich.

Punkte auch für Villagra und Al Qassimi

Das galt auch für Munchi's-Pilot Federico Villagra. Der Argentinier machte auch Platz um Platz gut und kam als Siebter ins Ziel. Damit holte er zwei Fahrer- und drei Herstellerpunkte. Khalid Al Qassimi wurde im dritten Werks-Ford Achter und sicherte sich damit erneut einen Punkt. Auf Punktekurs lagen am heutigen Sonntag auch noch die beiden Citroën-Junioren Evgeny Novikov und Conrad Rautenbach, beide schieden aber im Laufe des Tages noch aus. Damit verzeichnete ihr Team eine Nullnummer.

Schon am Samstagmorgen beendet war Marcus Grönholms Comeback auf der WRC-Bühne. Der Doppelweltmeister hatte nach eineinhalb Jahren Pause gezeigt, dass er nicht zum "alten Eisen" gehört und fuhr vorne an der Spitze mit. Am Samstagmorgen jedoch flog er ab. Dabei wurde der Motor seines Prodrive-Subaru so beschädigt, dass Grönholm endgültig aufgeben musste. Prodrive sucht nun nach Sponsoren und hofft, in dieser Saison weitere Läufe bestreiten zu können - am liebsten wieder mit "Bosse" am Steuer.

In der Produktionswagen-Weltmeisterschaft P-WRC ging der Sieg an Lokalmatador Armindo Aurujo vor Martin Prokop, der sich in der Zuschauerprüfung noch knapp vor Eyvind Brynildsen setzen konnte. Der Deutsche Hermann Gassner jun. (Mitsubishi Lancer Evo IX) belegte hinter dem P-WRC-Trio den zwölften Platz der Gesamtwertung. "Es war sehr schön, es ist echt super", freute sich Gassner. In der Junioren-Weltmeisterschaft J-WRC siegte Hans Weijs vor Michal Kosciuszko und Kevin Abbring.

Damit ist das erste Drittel der WRC-Saison 2009 bereits beendet. Die nächste Rallye steht in drei Wochen in Argentinien an.

Fotoquelle: Citroen/Red Bull/McKlein

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