Jari-Matti Latvala ist froh, seinen Horrorcrash überlebt zu haben

Rallye 2009

— 14.04.2009

Latvala: "Ich dachte, ich sterbe..."

Jari-Matti Latvala wollte nach seinem Horrorunfall sobald wie möglich wieder fahren - Malcolm Wilson glaubt, dass der Crash den Finnen verändert hat

Es war an seinem 24. Geburtstag, als Jari-Matti Latvala dem Tod ins Auge sah. Der Finne hat offen zugegeben, dass er bei seinem Horrorunfall bei der Rallye Portugal Angst um sein Leben hatte. Latvala und sein Beifahrer Miikka Anttila hatten sich mit ihrem Ford Focus 17 Mal einen Abhang hinunter überschlagen. Doch Latvala ist Rennfahrer durch und durch und er weiß, dass sich solche Erlebnisse am besten verarbeiten lassen, wenn man schnell wieder ins Auto steigt.

"Es war alles mein Fehler", räumte der junge Finne ein. "Ich hatte in meinem Aufschrieb vermerkt, dass ich diese Kurve doppelt vorsichtig angehen muss. Aber am Abend vorher habe ich es noch geändert. Ich habe daraus gelernt, dass man nach der Recce niemals seinen Aufschrieb ändern sollte."

"Mir war klar, dass wir einen Crash haben würden. Deshalb habe ich versucht, die Absperrung zu nutzen, um das Auto abzubremsen", schilderte Latvala. "Aber es hat sich über die Absperrung überschlagen und dann rollte es und rollte es und rollte es. Ich kann mich an den Unfall erinnern und daran, dass der Überrollkäfig ins Cockpit kam. Ich dachte: 'Das können wir nicht überleben, es hört einfach nicht auf'."

"Als es endlich aufhörte, schaute ich meinen Beifahrer Miikka an. Seine Augen waren rot und voller Blut, weil wir so oft auf dem Kopf gestanden hatten. Nachdem ich gecheckt hatte, ob alles in Ordnung ist, sagte ich: 'Vielleicht war das unsere letzte Rallye.' Ich dachte, ich würde sterben. Das war mein bisher schwerster Unfall", berichtete der Finne weiter.

Doch es war nicht Latvalas letzte Rallye. "Ich muss jetzt wieder fahren. Ich muss weitermachen", erklärte er. Und Ford-Teamchef Malcolm Wilson setzte seinen jungen Piloten auch gleich wieder zum Testen ins Auto. "Er muss wieder fahren. Ich glaube, dass dieser Unfall ihn verändern wird. Das wird in Argentinien nicht noch einmal passieren", sagte Wilson. Sein erster Ärger über den erneuten Unfall Latvalas scheint verflogen: "Wir sind ein Team und wir stehen weiter zu 100 Prozent hinter ihm. Es war ein schockierender Unfall. Ich war auf das, was ich sah, nicht vorbereitet. Ich konnte nicht glauben, dass die beiden Jungs aus diesem Auto ein paar Stunden später in meinem Büro sitzen würden."

Fotoquelle: Ford

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