Jari-Matti Latvala hat sich vorgenommen, in Argentinien ins Ziel zu kommen

Rallye 2009

— 19.04.2009

Latvala: "Ich sollte ins Ziel kommen..."

Ford sieht sich gerüstet für den Tango bei der Rallye Argentinien: Mikko Hirvonen kennt die Tücken, Jari-Matti Latvala will sich keinen Fehler mehr erlauben

Der erste Übersee-Auftritt der Saison führt den Tross der Rallye-Weltmeisterschaft in eine wahre Hochburg des staubigen Sports: Die Rallye Argentinien (23. bis 26. April), fünfter von zwölf Saisonläufen, gilt wegen ihrer vielen leidenschaftlichen Fans und der äußerst abwechslungsreichen Wertungsprüfungen (WP) als einer der beliebtesten Events des WRC-Kalenders. Auch die Besatzungen der beiden Werks-Fords freuen sich darauf, die Passion in der Pampa zu erleben.

Das Quartett aus Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen und Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila vergleicht die Begeisterung der südamerikanischen Drift-Aficionados gar mit der ihrer rallyeverrückten finnischen Landsleute. "Bei uns zuhause stehen zwar noch etwas mehr Menschen an den Strecken, doch die Begeisterung der Südamerikaner ist unschlagbar", bekennt der 28-jährige Hirvonen, derzeit WM-Zweiter. "Trotz aller Konzentration siehst du aus dem Auto, wie sie jubeln und Fahnen schwenken."

Der erklärte Argentinien-Fan betont die Verschiedenartigkeit der 23 Prüfungen über zusammen 331,8 Kilometer: "Die Straßen sind schnell und teils extrem eng, dazu immer wieder unterbrochen durch Sprünge und Wasserdurchfahrten. Der Straßenbelag ist recht weich und entwickelt bei der zweiten Passage bereits tiefe Spurrillen. Da in Südamerika der Herbst begonnen hat, kann uns von warm bis nasskalt fast jede Witterung erwarten. Gerade auf die Flussquerungen müssen wir achten. Unser Ford Focus kommt damit aber sehr gut zurecht - wenn wir die Wasserdurchfahrt richtig treffen, können wir voll auf dem Gas bleiben."

Die Route der Rallye Argentinien wurde gegenüber den Vorjahren stark verändert, um eine kompaktere Veranstaltung zu ermöglichen. Ein Höhepunkt im doppelten Sinne bleiben jedoch die berühmten Gebirgs-WP "El Condor" und "Giulio Césare", die das Feld am Samstag bis auf 2.195 Meter Höhe führen und deren enge und steinige Pfade keinen Fehler verzeihen. An drei Abenden steht eine Showprüfung in Córdobas Fußball-WM-Stadion von 1978 auf dem Programm.

Latvala: Lehren aus dem Crash

Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila im zweiten Ford Focus RS WRC starten zum vierten Mal in Argentinien, wo sie 2007 mit Platz vier ihr bestes Ergebnis holten. Beide haben sich von ihrem schweren Unfall in Portugal Anfang April erholt, wo sie mit ihrem Focus einen 150 Meter tiefen Hang hinabstürzten und sich 17 Mal überschlugen.

"Ich bin danach in Portugal geblieben, um einige Gäste von Ford auf Demofahrten mitzunehmen", berichtet Latvala. "Dabei fuhr ich mehr als 240 Kilometer und fühlte mich sehr gut. Es ist immer besser, nach einem solchen Crash schnell wieder ins Auto zu steigen. Je länger du wartest, umso mehr Zeit hast du, darüber nachzudenken."

In einem Gespräch mit Teamdirektor Malcolm Wilson legte der 24-Jährige seine Marschroute für den anstehenden WM-Lauf fest: "Wir sind uns einig, dass ich in Argentinien unbedingt ins Ziel kommen sollte. Ich wäre mit einem vierten Platz zufrieden, wenn mehr daraus wird, umso besser. Für das Team und mich kommt es darauf an, dass ich gleichmäßig fahre, ein solides Ergebnis hole und mein Selbstvertrauen zurückgewinne." Wie Teampartner Hirvonen freut er sich auf die mehrtägige Fiesta am Streckenrand: "Bei dieser großartigen Rallye zeigen die Fans oft noch größere Begeisterung als die europäischen Zuschauer", findet Lavala.

Bei der Rallye Argentinien starten außer den beiden Werksautos drei weitere Ford Focus RS WRC. Henning Solberg/Cato Menkerud und Matthew Wilson/Scott Martin sind von Stobart für die Markenwertung nominiert, der in Córdoba geborene Lokalmatador Federico Villagra und Co-Pilot Jorge Perez Companc gehen für das Munchi's-Team auf Punktejagd.

Fotoquelle: Ford

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