Mikko Hirvonen würde seinen Kopf hin und wieder gern gegen die Wand donnern

Rallye 2009

— 23.04.2009

Hirvonen: "Das Spiel ist noch nicht aus"

4:0 für Sébastien Loeb: Trotzdem gibt sich Mikko Hirvonen kämpferisch - Der Finne über emotionale Tiefpunkte und den Willen, Loeb doch zu schlagen

Mikko Hirvonen möchte sich noch nicht mit der Rolle es ewigen Zweiten begnügen. Gegen Citroën-Star Sébastien Loeb machte er in dieser Saison noch keinen Stich, aber der Finne gibt sich auch nach dem ersten Saisondrittel noch kämpferisch. "Loeb 4 - der Rest der Welt 0: So sehen es derzeit alle. Und es stimmt. Loeb hat alle vier bisherigen Läufe der Saison gewonnen", schrieb Hirvonen auf seiner Internetseite.

"Viele Leute sagen, dass er die Rallyes ganz locker gewonnen hat. Es scheint so zu sein, auch wenn wir zum Beispiel in Norwegen gut gegen ihn ankämpfen konnten", räumte der Finne ein. Doch er will sich noch nicht geschlagen geben: "Viele Leute sagen, dass er wieder Weltmeister wird. Könnte sein. Aber verdammt noch mal! Die Saison ist noch nicht vorbei. Wenn wir jetzt aufgeben würden, dann könnten wir die Saison gleich beenden und nächstes Jahr wieder antreten. Ich sage nein, nein, nein und nochmals nein - das Spiel ist noch nicht aus."

Der Finne gab offen zu, dass er nach jedem Lauf seinen Kopf "am liebsten gegen die Wand donnern" würde, weil Loeb eben wieder ein bisschen schneller war als er. "Aber ich habe nicht den Glauben daran verloren, dass ich ihn schlagen kann", betonte Hirvonen. "Man erlebt immer wieder Rückschläge, aber bisher konnten wir uns von ihnen immer wieder erholen und weitermachen. Ja: Es gab Momente, in denen ich tief durchatmen und noch einmal von vorn anfangen musste. Doch mein Ziel ist nach wie vor kein geringeres, als Rallyeweltmeister zu werden. Um diesen Titel werde ich fahren, solange es möglich ist."

Vor der Saison hatte sich Hirvonen vorgenommen, seinen Speed zu erhöhen und noch näher ans Limit zu gehen, um Loeb schlagen zu können. "Aber die Tatsache, dass wir das nicht getan haben, könnte der Grund sein, warum wir nicht abgeflogen und vorzeitig ausgeschieden sind", fuhr der Finne fort. Ihm sei klar, dass die Leute viel über seinen Speed reden, "aber hier ist meine Version: Es ist nicht einfach, Risiken einzugehen. Man muss zur richtigen Zeit etwas riskieren. Es wäre dumm, in jede Kurve mit dem ultimativen Speed zu gehen und dabei zu versuchen, keinen Unfall zu bauen. Es ist klüger, nur in bestimmten Kurven und in bestimmten Abschnitten einer Prüfung etwas zu riskieren - man muss nur entscheiden, wann."

Hirvonens Hoffnung ist nun, dass Rivale Loeb irgendwann einmal zu viel riskiert: "Auch er hatte bereits seine Schrecksekunden und glaubt mir: Er hat in dieser Saison schon sehr viel von seinem Glück verbraucht, da er immer mit maximalem Speed fährt." Auch Hirvonen selbst hat gewisse "Momente" bei der Rallye Portugal nur mit dem nötigen Glück überstanden: "Es scheint so: Je häufiger wir Gas geben, umso eher kommen wir heil durch die verrücktesten Momente. Wenn man Vollgas fährt, lernt man, sein Auto auf der Straße zu halten, egal wie wild es wird."

Das Ärgernis Startpositionen

Für die Zuschauer sei es schwer zu beurteilen, wie schnell ein Pilot fahren und wie viele Risiken er eingehen muss, um Topzeiten zu holen. "Leider hat die Startposition enorme Auswirkungen auf die Zeiten - und das ist ziemlich nervig", erklärte Hirvonen. "Aber wenn man in allen vier Rallyes der Saison auf dem Podium gestanden hat, dann ist es bisher eigentlich recht gut gelaufen - und damit muss man leben."

Der Finne würde es sehr begrüßen, wenn die umgekehrte Startreihenfolge wieder eingeführt werden würde: "Im Feld der Spitzenfahrer wären dann Taktieren und Beschwerden über die Bedingungen Vergangenheit. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht selbst taktieren würde, wenn es nötig wird. Natürlich würde ich es tun, wenn es uns helfen würde, den Sieg zu holen. Und man darf mir glauben: Für den Sieg würde ich alles tun."

Natürlich könnte er versuchen zu erklären, warum es bisher nicht wie gewünscht lief, schrieb der Finne weiter, aber: "Durch Erklären gewinnt man nichts. Wenn ich wieder Zweiter werde, bedeutet das, dass jemand anderes einen besseren Job gemacht hat als ich. Ich werde jedoch weiter mein Bestes geben und versuchen, es besser zu machen als bisher. Vielleicht donnere ich meinen Kopf nach der Rallye Argentinien wieder gegen eine Wand, aber der Titelkampf geht weiter - Aufgeben ist keine Option."

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Rallye Themen

News

Hyundai präsentiert den i20 für die WRC 2017

News

Monza-Rallye: Impressionen aus Italien

News

Valentino Rossi gewinnt zum fünften Mal die Monza-Rallye

News

Al-Attiyah hat Interesse: Kommt das Volkswagen-Privatteam?

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.