Sébastien Loeb ist auf dem Weg zu seinem fünften Sieg in Argentinien

Rallye 2009

— 26.04.2009

SS16-18: Freie Fahrt für Loeb auf dem Weg zum Sieg

Nach dem Aus von Mikko Hirvonen hat Sébastien Loeb in Argentinien eigentlich keine Gegner mehr: Eine Minute Vorsprung auf Daniel Sordo

Sébastien Loeb kann sich seinen fünften Sieg im fünften Saisonlauf und seinen fünften Argentinien-Sieg in Folge eigentlich nur noch selbst nehmen. Der Citroën-Star führt nach dem zweiten Tag mit 58,6 Vorsprung auf den Zweitplatzierten, und das ist sein Teamkollege Daniel Sordo. Jari-Matti Latvala ist mit 1:40.1 Minuten Rückstand auf Loeb und 41,5 Sekunden Rückstand auf Sordo Dritter. Er ist das letzte Eisen im Feuer von Ford, nachdem Mikko Hirvonen den Tag am Nachmittag bitter vorzeitig beenden musste.

Das Drehbuch für diesen zweiten Tag der Rallye Argentinien schien schon vorher geschrieben. Es entspricht auch den Prognosen, dass Loeb mit viel Vorsprung in den letzten Tag geht. Aber es kam an diesem dramatischen Tag doch einiges anders als erwartet. Es war davon auszugehen, dass Loeb seine dritte Startposition nutzt, bald die Führung übernimmt und dann dem Feld enteilt, um sich ein Polster für den Abschlusstag herauszufahren.

So lief es zunächst auch. Loeb fuhr in allen vier Prüfungen des Vormittags die Bestzeit und übernahm in der dritten Prüfung des Tages, "El Condor" die Führung von seinem Teamkollegen Daniel Sordo, der auf Platz drei zurückrutschte. Doch Ford-Pilot Hirvonen konnte erfolgreich Gegenwehr leisten, als Gesamtzweiter an Loeb dran bleiben und verhindern, dass der Franzose dem Feld enteilt.

Das Sekundenduell an der Spitze fand jedoch in der 15. Wertungsprüfung ein jähes Ende. Die Wassertemperatur in Hirvonens Ford Focus stieg plötzlich in mehr als bedenkliche Höhen und der Finne versuchte alles, um die Kühlung zu reparieren. Er füllte sogar Flusswasser nach. Das kostete in bereits 50 Sekunden und er fiel zurück auf den dritten Rang. Doch es kam noch bitterer: Da nicht sicher war, wie sehr der Motor beschädigt ist, musste Ford den Finnen zurück in den Servicepark beordern. Der Rallyetag war für Hirvonen damit beendet - ob er morgen unter SupeRally-Bedingungen an den Start gehen kann, ist noch unklar. Derzeit wird Hirvonen mit den entsprechenden Strafminuten noch im Gesamtklassement geführt - er würde auf Rang acht liegen, aber mit mehr als einer Viertelstunde Rückstand auf die Spitze.

Beruhigendes Polster für Loeb

Nach Hirvonens Drama hatte Spitzenreiter Loeb einen freien Rücken: Plötzlich hatte er keinen Verfolger mehr, sein Vorsprung auf Sordo betrug nach dieser Prüfung schon 50 Sekunden, auf Latvala, der Hirvonens dritten Platz geerbt hatte, hatte er schon ein Polster von eineinhalb Minuten. "Es war ein guter Tag, ich bin gut gefahren. Jetzt habe ich ein schönes Polster und muss vor allem einfach versuchen, das Auto auf der Straße zu halten", sagte Loeb.

Teamkollege Sordo wird ihm wohl nicht gefährlich. Zum einen wird Citroën dem Spanier wohl mit auf den Weg geben, dass Platz zwei hinter Loeb genau die Position ist, wo er hin gehört. Zum anderen kann er auch nicht mehr schneller fahren. "Ich versuche alles, aber es geht nicht besser. Ich wüsste wirklich nicht, was ich noch tun sollte, um schneller zu fahren", erklärte Sordo.

Latvala fährt bisher genau so wie vom Team nach seinen drei heftigen Crashs gewünscht: vorsichtig und solide. Er muss diesen dritten Platz nun unbedingt halten, weiß aber selbst, dass es für Ford in der Markenwertung nun ziemlich düster aussieht. "Es ist sehr schlecht, dass Mikko ausgefallen ist - vor allem für Ford in der Marken-WM. Ich selbst habe nun natürlich eine gute Position, die ich halten muss. Ich habe bisher einige Dummheiten gemacht, jetzt muss ich clever sein", sagte der Finne. Er muss jedoch nicht viel riskieren, denn nach hinten hat er das beruhigende Polster von rund einer Minute.

Auf Platz vier beendete Petter Solberg den zweiten Tag. Der Norweger konnte mit seinem alten Citroën Xsara in den großen Höhen der argentinischen Berge heute nicht den Speed hinlegen wie gestern im Flachland. Auch sonst lief es alles andere als gut für Solberg: "Am Nachmittag hatte ich erst einen Reifenschaden, dann hat der Motor in der Höhe überhitzt und dann hatte ich einen schleichenden Plattfuß", berichtete er. Solberg fiel hinter Latvala zurück auf den fünften Platz und war nach Hirvonens Ausfall wieder Vierter.

Sein Bruder Henning Solberg hatte an seinem Stobart-Ford ebenfalls einen Reifenschaden und diverse andere Probleme, konnte sich aber auf seiner Position halten und beendete den Tag als Fünfter. Dahinter lieferten sich Federico Villagra (Munchi's) und Stobart-Youngster Matthew Wilson einen heißen Positionskampf und wechselten öfter die Plätze. Am Ende des Tages hatte Villagra die Oberhand und sicherte sich Platz sechs, Wilson ist Siebter.

Hirvonen wird noch als Achter gewertet - mit über zehn Minuten Rückstand auf Wilson. Sollte er morgen wieder starten, könnte er zumindest einen Fahrerpunkt und zwei Zähler für die Herstellerwertung holen. Dahinter würde eigentlich Citroën-Junior Sébastien Ogier auf Rang neun folgen, doch der Franzose schied vor der 17. Prüfung mit einem gebrochenen rechten vorderen Dämpfer aus. Ogier startet morgen unter SupeRally-Bedingungen wieder. Mit den entsprechenden Strafminuten ist der Franzose nun Zehnter hinter P-WRC-Pilot Nasser Al Attiyah. Ogiers Teamkollege Conrad Rautenbach, der ebenfalls in den Top 10 lag, schied schon einige Prüfungen vorher aus.

Am morgigen Sonntag stehen noch vier relativ kurze Wertungsprüfungen sowie eine weitere Zuschauerprüfung im Stadion von Cordoba an.

Fotoquelle: xpb.cc

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