Sébastien Loeb ist nicht zu stoppen: Er holte seinen fünften Saisonsieg

Rallye 2009

— 26.04.2009

SS21-23: Loeb siegt und sorgt für WM-Vorentscheidung

Sébastien Loeb hat in Argentinien seinen fünften Saisonsieg geholt und damit auch seinen sechsten Weltmeistertitel eigentlich schon in der Tasche

Sébastien Loeb hat den doppelten Fünfer voll gemacht: Er hat zum fünften Mal in Folge die Rallye Argentinien gewonnen und den fünften Sieg in der fünften Rallye der Saison geholt. Am Ende hatte der Citroën-Überflieger 1:13.1 Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Teamkollegen Daniel Sordo. Als Dritter fuhr Stobart-Pilot Henning Solberg auch noch aufs Podium. Er hatte jedoch einen Rückstand von über vier Minuten auf Sieger Loeb.

Dabei sah es zunächst noch so aus, als ob Loeb in Argentinien ziemliche Gegenwehr seiner Gegnger bekommt. Den ersten Tag beendete er als Dritter, vielleicht auch ein bisschen taktisch, um am langen Samstag eine bessere Startposition zu haben. Am Samstag übernahm er wie erwartet die Führung, doch Ford-Pilot Mikko Hirvonen leistete mächtig Widerstand und konnte die Lücke auf Loeb klein halten. Das Blatt wendete sich jedoch in der 15. Wertungsprüfung, als Hirvonen die Rallye mit einem Schaden an der Kühlung vorzeitig beenden musste.

Während die beiden Citroën-Piloten von da ab ungefährdet zum Sieg fuhren, erlitten ihre Konkurrenten dahinter am heutigen Sonntag weitere Dramen. Zunächst erwischte es Jari-Matti Latvala, der Platz drei von Hirvonen übernommen hatte. In der ersten Prüfung am heutigen Morgen bekam er Probleme mit dem Benzindruck und verlor fast acht Minuten. Der Finne wurde am Ende Sechster. Durch Latvalas Pech übernahm Petter Solberg den dritten Platz, doch sein Traum vom Podium platzte, als er eine Prüfung später mit Benzindurckproblemen vorzeitig aufgeben musste. Damit rutschte sein Bruder Henning Solberg auf Podiumsplatz drei. Und von da ab galt es für alle Piloten nur noch, die letzten Kilometer bis ins Ziel heil zu überstehen.

"Es könnte nicht viel besser laufen", sagte Loeb im Ziel. "Es war eine schöne Rallye und ich hatte einen tollen Fight gegen Mikko. Leider nur bis Samstagnachmittag, danach war es etwas weniger aufregend. Aber es war eine fordernde, tolle Rallye." Hirvonens Aus bedeutete nicht nur die Vorentscheidung um den Rallye-Sieg, sondern vielleicht auch in der Weltmeisterschaft. Loeb hat sein Vorsprung auf Hirvonen auf 20 Punkte verdoppelt und damit seinen sechsten Weltmeistertitel in Folge eigentlich auch schon in der Tasche. So sieht es zumindest Hirvonen, der einräumte, dass die WM damit für ihn eigentlich gelaufen ist. Der Finne ist in der Gesamtwertung auf Rang drei hinter Daniel Sordo zurückgerutscht.

Sordo fuhr auf dem argentinischen Schotter eine starke Rallye und lag nach dem ersten Tag sogar in Führung. Am zweiten Tag konnte er mit seinen schottererfahrenen Gegnern gut mithalten. "Es war eine wirklich gute Performance. Ich habe einen guten Job gemacht, was auch für Citroën für die Meisterschaft wichtig war. Ich bin richtig happy", sagte Sordo. Citroën kann das Unternehmen Titelgewinn in der Markenwertung nun ebenfalls entspannter angehen. Die Franzosen haben ihren Vorsprung auf ihren Rivalen Ford auf 39 Punkte ausgebaut.

Henning Solberg freute sich über seinen unerwarteten dritten Platz, auch wenn er dabei vom Pech seines Bruders Petter profitierte: "Es war sehr harte Arbeit. Ich habe am Donnerstag mein Getriebe kaputt gemacht und musste dann mit einem Ersatzgetriebe fahren. Ich bin happy, was kann ich mehr sagen?"

Auf Platz vier ließ Lokalmatador Federico Villagra die argentinischen Fans jubeln. Der Munchi's-Pilot fuhr eine solide Rallye und machte mit jedem Problem der anderen eine weitere Position gut. "Ich bin sehr glücklich. Es war eine sehr interessante Rallye. Ich hatte einen tollen Fight mit Matthew Wilson und konnte mich durchsetzen. Dieser vierte Platz ist besser als der Argentinische Meistertitel. Es ist ein gutes Gefühl, vor meinem Publikum ein so gutes WRC-Ergebnis zu holen", sagte der Argentinier.

Acht Punkte für Aaron Burkhart

Stobart-Youngster Wilson wurde Fünfter vor Latvala, dem mit Platz sechs zumindest eine Schadensbegrenzung für sich und Ford gelang. "Es war eine sehr harte Rallye für mich", erklärte der junge Finne. "Aber es war wichtig, nach meinem heftigen Crash in Portugal wieder im Cockpit zu sitzen und ich bin sehr froh, dass ich diesmal wenigstens ins Ziel gekommen bin."

Platz sieben ging an Nasser Al Attiyah, der damit auch die P-WRC-Wertung gewann. Zweiter in der P-WRC wurde Gaststarter Marcos Ligato, Platz drei in der P-WRC ging an Toshi Arai. Den letzten WRC-Punkt sicherte sich als Achter Lokalmatador Juan Marchetto, der in der Gruppe N startete. Bis vor der abschließenden Zuschauerprüfung war Citroën-Junior Sébastien Ogier auf dem siebten Platz gelegen, doch er bekam noch technische Probleme und fiel zurück auf Gesamtrang neun.

In der Juniorenweltmeisterschaft J-WRC holte sich Michal Kosciuszko den Sieg. Der deutsche Suzuki-Pilot Aaron Burkhart, der am Freitag kurzzeitig ausgeschieden war, wurde Zweiter vor Alessandro Bettega. "Was soll ich sagen? Wenigstens habe ich acht Punkte geholt", bilanzierte Burkhart. "Aber wenn ich keine Probleme gehabt hätte, wären es zwei mehr gewesen. Ich hatte schon vorher gesagt, dass es eine tückische Rallye wird. Leider bin ich am Freitag zwischenzeitlich ausgeschieden, aber ich konnte doch noch acht Punkte holen. Von daher ist es okay."

Fotoquelle: Citroen/Red Bull/McKlein

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