Jari-Matti Latvala führt nach Tag zwei knapp vor Mikko Hirvonen

Rallye 2009

— 23.05.2009

SS12: Ford mit Chance auf Doppelsieg

Nach einem dramatischen zweiten Sardinien-Tag führt Jari-Matti Latvala vor Mikko Hirvonen und Petter Solberg - Sébastien Loeb nach Dramen Vierter

Auf Sardinien geht ein dramatischer zweiter Rallyetag zu Ende - ein Tag, an dem sich das Blatt gewendet hat. Fühlte sich Ford gestern Abend noch von der Citroën-Taktik überrumpelt, haben Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen nun die Chance auf den Doppelsieg. Denn Citroën-Star Sébastien Loeb machte das Pech einen Strich durch die ausgeklügelte Taktikrechnung. Statt die Führung zu übernehmen, beendete er den Tag als Vierter.

Spitzenreiter Latvala hat dem Druck, als Erster auf die Piste zu gehen, gut standgehalten. Der junge Finne konnte seine Führung den ganzen Tag über behaupten, auch wenn sein Vorsprung geschmolzen ist. Er geht mit einem Vorsprung von 9,9 Sekunden auf Hirvonen in den Sonntag - damit dürfen sich die Fans am Abschlusstag auf einen spannenden Fight zwischen den beiden Ford-Piloten um den Sieg freuen. Hinter dem Duo ist die Lücke schon groß: Petter Solberg liegt durch Loebs Pech auf Rang drei, aber der Franzose hinter ihm hat nur 2,2 Sekunden Rückstand.

"Es war ein guter Tag, aber teilweise war es wirklich hart", bilanzierte Latvala. "In der elften Prüfung habe ich auch noch Zeit durch einen Dreher verloren. Das war aber mein einziger Fehler." Morgen muss Latvala wieder als Erster auf die Piste und versuchen seinen kleinen Vorsprung ins Ziel zu retten: "Es wird nicht leicht, ich habe heute doch recht viel Zeit verloren. Und ich muss auf meine Reifen achten."

Hirvonen konnte den Ärger, dass er gestern Abend das Taktikspiel vermasselt hat, abhaken und fuhr einen soliden Tag. Er konnte sich gegen Loebs Attacken verteidigen, hätte aber dem Druck des Franzosen nicht standhalten können, wenn Loeb nicht mehrere Rückschläge hätte hinnehmen müssen. Doch am Ende zählt das Ergebnis, und da will Hirvonen jetzt ganz nach vorn: "Ich werde morgen definitiv pushen, hoffentlich wird das ein toller Fight!" Schon wieder Zweiter zu werden, auch wenn Loeb erstmals Probleme hat, darauf kann Hirvonen verzichten.

Loebs Tag zum Abhaken

Damit zu Superstar Loeb, dessen Chance, alle Läufe in einer Saison wohl nun zu schwinden scheint. Die Siegesserie könnte reißen. Zwar hat Loeb heute mehrere Bestzeiten hingelegt, doch er bekam dafür keine Belohnung. In der ersten Prüfung des Morgens kam der Citroën-Star überhaupt nicht zurecht und verlor zwölf Sekunden. Dann hatte er Bremsprobleme. Beim Versuch, diese bei der Anfahrt auf WP neun zu beheben, verschätzte sich Loeb, kam eine Minute zu spät zum Start und kassierte zehn Strafsekunden - ohne die Strafe hätte er Platz zwei übernommen.

Der ganz große Rückschlag folgte in der elften Prüfung: Loeb musste anhalten und einen platten Reifen wechseln. Das gelang ihm zwar in absoluter Rekordzeit, aber er verlor rund eine Minute und rutschte ab auf Rang vier. Mit Bestzeit in der zwölften Prüfung arbeitete er sich wieder an die Top 3 heran, doch auf Spitzenreiter Latvala fehlen im 1:14.8 Minuten.

Den Sieg hat Loeb eigentlich schon abgehakt: "Jetzt muss ich versuchen, Petter noch abzufangen und den dritten Platz zu holen - mehr ist nicht mehr drin. Es war vom Start weg eine schwere Rallye für mich." Und Solberg weiß, dass er in seinem alten Citroën Xsara wohl wenig Chancen hat, Platz drei gegen Loeb zu verteidigen: "Es wird schwer, Seb zu schlagen. Aber die Basis ist schon mal gut", sagte der Norweger, der heute viele Probleme mit seinen Reifen hatte.

Viele Ausfälle und Probleme

Loeb hatte im Vergleich zu einigen Konkurrenten aber noch Glück - viele schafften es nicht bis ins Ziel des zweiten Tages: Die Citroën-Junioren Sébastien Ogier und Conrad Rautenbach, Stobart-Pilot Henning Solberg und Mads Östberg (Adapta-Subaru) schieden im Laufe des Tages aus, gehen aber morgen wieder an den Start. Federico Villagra (Munchi's) dagegen hat ganz aufgegeben, weil sein Co-Pilot Jorge Perez Companc krank ist.

Durch die vielen Ausfälle wurde das Gesamtklassement durcheinander gemischt. Citroën-Junior Evgeny Novikov beendete den Tag eineinhalb Minuten hinter Loeb auf Rang fünf. Stobart-Youngster Matthew Wilson hat sich von Rang zehn auf Platz sechs verbessert, Khalid Al Qassimi im dritten Werks-Ford ist Siebter. Citroën-Pilot Daniel Sordo liegt als Achter auf dem letzten Punkterang. Der Spanier hatte am Nachmittag massive Probleme mit seinem Turbo und rutschte so zurück von Rang fünf.

Morgen stehen noch fünf Prüfungen mit einer Länge von 86 Kilometern an. Dabei ist für alle Beteiligten frühes Aufstehen angesagt: Die erste Prüfung beginnt um 07:08 Uhr.

Fotoquelle: Ford

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