Sébastien Loeb erlebte auf Sardinien den ersten Rückschlag der Saison

Rallye 2009

— 24.05.2009

Loeb: "Eines Tages musste es so kommen"

Probleme und Zeitstrafe: Auf Sardinien endete Sébastien Loebs Siegesserie - Schwacher Trost: "Wenigstens redet keiner mehr vom Grand Slam"

Das erfolgsverwöhnte Citroën-Team musste auf Sardinien einen herben Rückschlag hinnehmen. Sébastien Loeb schaffte es nach mehreren Problemen gerade so auf Rang drei, verlor seinen Podiumsplatz aber dann noch wegen einer Zeitstrafe und wurde Vierter. Bei Teamkollege Daniel Sordo lief es komplett schief: Er war von Turboproblemen geplagt, schleppte sich als 23. ins Ziel und holte wenigstens noch zwei Herstellerpunkte für Citroën.

Nach fünf Siegen in fünf Saisonläufen fand die Siegesserie von Loeb und Citroën ein Ende. Erstmals durfte in diesem Jahr Rivale Ford über einen Doppelsieg jubeln. Doch der Schaden hält sich für die Franzosen noch in Grenzen. Nach der ersten Hälfte der Saison hat Loeb in der Fahrerwertung noch 17 Punkte Vorsprung auf Ford-Pilot Mikko Hirvonen, bei den Herstellern hat Citroën ein Polster von 29 Punkten auf Ford.

Nachdem er gestern wegen eines Reifenschadens über eine Minute und die Chance auf den Sieg verloren hatte, konzentrierte sich Loeb heute darauf, Petter Solberg noch vom dritten Platz zu verdrängen. Der Norweger wehrte sich nach Kräften, hatte aber Lenkungsprobleme und musste sich Loebs Druck schließlich geschlagen geben.

Loeb selbst hatte ebenfalls seine Sorgen am Abschlusstag dieser Rallye, die von Anfang an nicht richtig für ihn lief: "Der Staub hatte nicht genug Zeit, sich zu setzen. Wegen der morgendlichen Luftfeuchtigkeit hing er einfach in der Luft. Ich konnte nichts sehen. Das war sehr gefährlich und es gab mehrere Stellen, an denen ich praktisch anhalten musste."

Nach der Zieldurchfahrt gab es die nächste unangenehme Überraschung für Loeb. Der turboschnelle Reifenwechsel vom Vortag hatte eine Zwei-Minuten-Strafe zur Folge, die Loeb und seinen Co-Piloten Daniel Elena zurückwarf auf Rang vier. "Die Kommissare kamen zu dem Schluss, dass Daniel sich zu früh abgeschnallt hat, als die Crew in SS1 anhielt, um den Reifen zu wechseln", erklärte Citroën-Sportchef Olivier Quesnel. "Sie räumten jedoch auch ein, dass es nicht gefährlich war, da die Crew zu diesem Zeitpunkt langsam fuhr. Wir akzeptieren die Strafe."

Loeb selbst hakt Sardinien ab und schaut nach vorn: "Ich bin natürlich enttäuscht, dass unsere Siegesserie beendet ist, aber eines Tages musste es so kommen. Wenigstens reden die Leute jetzt nicht länger vom möglichen Grand Slam in dieser Saison. Ich selbst habe daran eh nie einen Gedanken verschwendet."

"Die Probleme, die wir an diesem Wochenende hatten, zeigen, dass man nichts als garantiert erachten darf", fuhr der Franzose fort. "Die Meisterschaft ist so schwierig wie immer. Wir müssen weiterarbeiten und versuchen, das Blatt in Griechenland wieder zu wenden."

Sordos Turbosorgen

Teamkollege Sordo haderte heute Morgen weiter mit seinen Turboproblemen: "Ich habe weitere 20 Minuten verloren. Ich musste anhalten, um andere Autos durchzulassen und danach bin ich in ihrem Staub gefahren", berichtete der Spanier.

Da für die Rallyes auf Sardinien und in Griechenland nur eine begrenzte Anzahl an Turbos zur Verfügung steht, entschieden sich die Citroën-Techniker im Mittagsservice, bei Sordo einen normalen Saugmotor einzubauen. "Unser Motor hatte entsetzlich wenig Power, aber wenigstens auf den Bergabstücken hatten wir noch Spaß! Es war wichtig, ins Ziel zu kommen", so Sordo. "Das ist uns gelungen und damit haben wir zwei Extra-Punkte für Citroën in der Herstellerwertung geholt."

Fotoquelle: xpb.cc

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