Mikko Hirvonen durfte in Griechenland seinen ersten Saisonsieg feiern

Rallye 2009

— 14.06.2009

SS17: Hirvonen siegt bei griechischer Ausfallorgie

Mikko Hirvonen hat in Griechenland seinen ersten Saisonsieg eingefahren, Sébastien Ogier bejubelt ersten Podiumsplatz, Jari-Matti Latvala Dritter

Mikko Hirvonen hatte es schon vor der Rallye Griechenland gesagt: Im Land der Götter zählt nicht maximale Attacke, sondern Cleverness. Entsprechend ging der Ford-Pilot die Prüfungen auf den materialmordenden griechischen Schotterpisten an. Während Rivalen wie Sébastien Loeb, Daniel Sordo, Petter Solberg und Henning Solberg ganz ausfielen oder mit ramponierten Boliden im Klassement zurückrutschten, fuhr Hirvonen auf Sicherheit und kam weitgehend ohne Probleme durch.

Am Ende holte Hirvonen mit einem Vorsprung von 1:12.9 Minuten seinen ersten Saisonsieg, den achten Sieg seiner WRC-Karriere und den 70. Sieg für Ford. Mann der Rallye Griechenland ist allerdings Citroën-Junior Sébastien Ogier. Bisher hatte er in jedem Saisonlauf Ausritte, doch ausgerechnet beim Härtetest in Griechenland kam er durch und holte als Zweiter seinen ersten Podiumsplatz in der WRC. Auf Platz drei fuhr Ford-Pilot Jari-Matti Latvala. Da Ogier nicht für Herstellerpunkte nominiert ist, konnte Ford damit für die Markenwerte die maximale Ausbeute holen.

Am Freitagabend sah alles noch nach einem Doppelsieg für Citroën aus. Man hatte Hirvonen taktisch die Führung überlassen und der Finne war darüber alles andere als glücklich. Doch am Samstag entschied sich die Rallye - die anderen bekamen massive Probleme und Hirvonen behielt seine Führung. Im Ziel kletterte der Sieger auf das Dach seines Ford Focus und riss jubelnd beide Arme nach oben.

"Am Freitag sah es wirklich noch sehr schwierig für mich aus, aber es war ein perfektes Wochenende. Ich habe keine Fehler gemacht und hatte keine Reifenschäden. Es ist toll, wieder vorn dabei zu sein", freute sich Hirvonen. "Es war klar: Wenn man hier durchkommt, dann holt man einen Spitzenplatz. Ich habe zehn Punkte für die Weltmeisterschaft geholt, der Sieg kam genau zum richtigen Zeitpunkt." Da Spitzenreiter Loeb in Griechenland eine Nullnummer verzeichnete, konnte Hirvonen seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf sieben Punkte verkürzen.

Im Ziel strahlte der Zweitplatzierte Ogier mit Hirvonen um die Wette. Sein Können war nach seinen bisherigen WRC-Auftritten angezweifelt worden, doch jetzt konnte der Franzose zeigen, dass er Potenzial hat: "Es war ein perfektes Wochenende, ich habe keine Fehler gemacht und das Auto geschont. Ich hatte nur am Freitag einen Reifenschaden. Ich bin happy", sagte Ogier, der hofft, dass ihm sein erster WRC-Podiumsplatz hilft, seine weiteren Auftritte in dieser Saison zu sichern.

Der junge Ford-Pilot Latvala hätte auch nicht gedacht, die Rallye Griechenland auf dem Podium zu beenden. Am Freitagabend fiel der junge Finne nach einem Ausritt zurück auf Rang elf. Doch nach dem turbulenten Samstag konnte er Platz drei sichern. "Es ist ein sehr gutes Ergebnis für uns", sagte Latvala über die Plätze eins und drei für Ford. "Das Wochenende war sehr wichtig für uns. Jetzt haben wir in der Markenwertung wieder bessere Chancen gegen Citroën. Am Freitagabend hat es nicht danach ausgesehen, aber wir haben gesehen, wie schnell sich die Dinge ändern können. Ich bin sehr erleichtert. Jetzt kommen mit Polen und Finnland wieder wichtige Läufe für uns. Da wollen wir noch besser sein und Doppelsiege holen."

Munchi's-Pilot Federico Villagra egalisierte mit Platz vier sein bisher bestes WRC-Ergebnis. Der Argentinier lieferte sich bis ins Ziel einen engen Kampf gegen Citroën-Junior Conrad Rautenbach, der sich am Ende mit Rang fünf zufrieden geben musste. Sechster wurde Khalid Al Qassimi im dritten Werks-Ford. Platz sieben ging an Mads Östberg im Adapta-Subaru.

Für eine Sensation sorgte auch Lokalmatador Lambros Athanassoulas: Der griechische Gaststarter dominierte im Skoda Fabia S2000 die P-WRC. Er siegte nicht nur in seiner Klasse, sondern holte mit Gesamtrang acht auch noch einen WRC-Punkt. "Für mich wurde ein Traum war, was soll ich sagen", erklärte Athanassoulas, dem die Freudentränen in Strömen übers Gesicht liefen. "Ich hoffe nur, dass ich jetzt das Budget zusammenbekomme, im kommenden Jahr ganz in der P-WRC zu fahren. Danke an alle, die an mich geglaubt haben!"

Platz zwei in der P-WRC ging an Nasser Al-Attiyah, der in der Gesamtwertung Neunter wurde. Die WRC-Piloten Daniel Sordo, Matthew Wilson und Henning Solberg gingen heute unter SupeRally-Bedingungen wieder an den Start. Sie landeten alle weit außerhalb der Top 10, holten aber noch Punkte für die Markenwertung.

Fotoquelle: Ford

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