Morrie Chandler will mit der WRC zurückkehren zum puren Rennsport

Rallye 2009

— 16.06.2009

24. Juni: Nächster Anlauf in Sachen WRC-Zukunft

Am 24. Juni trifft sich der FIA-Weltrat: Kommissionspräsident Morrie Chandler will überflüssige Vorgaben los werden und die WRC zurück zu ihren Wurzeln führen

Am Mittwoch, dem 24. Juni, beschäftigt sollen wieder einmal Weichen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft WRC gestellt werden. Der FIA-Weltrat soll an diesem Tag über die Vorschläge beraten, die die WRC-Kommission mit ihrem Präsidenten Morrie Chandler vorlegt. Chandler will die Chance nutzen, die sich der Rallye-WM derzeit bietet. Denn in Zeiten, in denen sich die Formel 1 als Krone des Motorsports in politischer Schieflage befindet, könnte die WRC ihr Profil stärken und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das kann allerdings nur gelingen, wenn die WRC ihr eigenes Hickhack in Sachen Reglement, Kalender und Format beendet.

"Wir haben unseren Sport sehr kritisch analysiert um herauszufinden, wo es gut läuft, was richtig ist und wo wir etwas ändern müssen", sagte Chandler dem "New Zealand Herald". Ihn persönlich ärgert vor allem das enge Korsett, in das die FIA die Beteiligten gepresst hat: "Ich mache kein Geheimnis darauf, dass ich der Struktur, mit der Veranstalter und Teilnehmer kontrolliert werden, seit vielen Jahren kritisch gegenüber stehe."

"Ihnen werden viele Rechte und Freiheiten genommen. Ich dränge darauf, dass viele unserer Regeln gelockert werden, damit die Veranstalter bessere Möglichkeiten haben, ihren eigenen Lauf in ihrem eigenen Land zu organisieren", fuhr Chandler fort. Gemeinsam mit mehreren Arbeitsgruppen hat Chandler geprüft, welche Vorgaben dem Sport etwas bringen und welche nicht. Das Motto: Wenn eine Richtlinie den Sport nicht verbessert, sollte man sie loswerden.

Der Kommissionspräsident wird dem FIA-Weltrat am 24. Juni eine dreiseitige Liste mit Vorschlägen vorlegen. "Ich hoffe, dass wir die nötige Unterstützung bekommen", sagte Chandler. "Wir hoffen, dass den Änderungen, mit denen wir die Rallye-Weltmeister neu gestalten wollen, zugestimmt wird." Was genau in der Liste steht, ist noch geheim. Doch Chandler sprach einige Punkte an, die seiner Meinung nach dringend geändert werden sollten.

So soll sich die WRC für mehr Privatiers öffnen. Das könnte geschehen, indem die Privatiers mit ihren eigenen Autos und mit eigenen Ersatzteilen antreten können, ohne dass jeder Bolzen und jede Schraube der strengen Homologation unterliegt. "Solche Vorschläge finden viel Unterstützung", sagte Chandler. "Nur weil wir etwas 30 Jahre lang gemacht haben, heißt es noch lange nicht, dass es richtig war. Es ist Zeit, etwas zu ändern."

Das gilt auch für das Format der Rallyes. Dass die Veranstalter der Rallye Monte Carlo auch im kommenden Jahr lieber im Rahmen der IRC als in der WRC fahren, weil sie so mehr Freiheiten haben, ist ein Warnschuss, dass das Format der Rallyes gelockert werden sollte. "Wenn wir die Änderungen durchbringen, dann können wir Nachtprüfungen fahren oder Läufe auf gemischten Oberflächen durchführen, wenn der Veranstalter es will", so Chandler.

Sein Ziel ist klar: Der Kommissionspräsident will die WRC zurück zu ihren Wurzeln bringen und aus der Rallye-WM wieder das Spektakel machen, das es früher war. Der Rallyesport soll wieder eine Herausforderung und ein Abenteuer werden. Denn heutzutage verbringen die Autos mehr Zeit auf Verbindungsstraßen als in den eigentlichen Prüfungen. Zwischen den Prüfungen können schnell Reifen gewechselt, die Aufhängungen eben an die Pisten angepasst und jede Menge anderer Kleinigkeiten am Auto verändert werden.

"Wir wollen das alles loswerden", sagte Chandler. "Wir sagen: Nehmen wir einfach die Autos und fahren wir Rallyes. Ich hoffe wirklich, dass der Weltrat den von uns vorgeschlagenen Änderungen zustimmt."

Fotoquelle: xpb.cc

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