Die WRC soll für die Fans ein noch größeres Spektakel werden

Rallye 2009

— 26.06.2009

Kleine Revolution: Die WRC wird neu aufgestellt

Kein SupeRally mehr, dafür Bonuspunkte, WRC-Cup, Teamwertung und Weltrangliste sollen kommen - Noch ist allerdings nicht alles fix beschlossen

Die WRC-Kommission und ihr Präsident Morrie Chandler haben bei der Sitzung des FIA-Weltrats einen Teilerfolg erzielt. Die meisten Vorschläge, die die Kommission unterbreitet hat ('Motorsport-Total.com' berichtete bereits im Vorfeld), wurden vom Weltrat vom Prinzip her akzeptiert. Fix beschlossen sind die meisten Neuerungen aber noch nicht. Bald könnte die Zeit knapp werden.

Bevor der Weltrat endgültig grünes Licht gibt, sollen die neuen Regeln noch weiterentwickelt werden. Ziel ist, die WRC trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise auf stabile Beine zu stellen, den Sport weiterzuentwickeln und ihn besser vermarkten zu können. Das sei vor allem wichtig, weil man mit der ISC nun einen zentralen Vermarkter hat, teilte die FIA mit. Grundsätzlich möchten Kommission und FIA für die kommende Saison 2010 folgende Neuerungen einführen:

Was die Länge der einzelnen Wertungsprüfungen angeht, gibt es weder ein Minimum noch ein Maximum. Zwischen zwei Services sollen jedoch nicht mehr als 80 Wertungskilometer gefahren werden. Die Gesamtlänge der Prüfungen eines WM-Laufs soll nun zwischen 300 und 500 Kilometer betragen.

Bonuspunkte statt SupeRally

Das derzeitige SupeRally-System wird durch eine neue Lösung ersetzt, "um den Medien Themen für weitere Berichterstattung zu geben, ausgefallene Teilnehmer zu ermutigen, am kommenden Tag wieder zu starten und Rallye als Langstreckensport darzustellen", wie es seitens der FIA hieß. Konkret heißt das: Nur die Teilnehmer, die jede einzelne Prüfung der Rallye beendet haben, erscheinen am Ende im Gesamtklassement. Statt der bisherigen Zeitstrafen für verpasste Prüfungen gibt es künftig Bonuspunkte für die Platzierungen am Ende jedes einzelnen Tages. Sie werden dann zu den Punkten für die Endplatzierung addiert.

Deshalb gibt es nun am Ende jedes Tages ein tägliches Gesamtklassement - und eine Tagessiegerehrung, bei der der Etappensieger und der Gesamtleader geehrt werden. Damit die Medien genug Zeit bis zum Redaktionsschluss haben, müssen Zieldurchfahrt und Siegehrung bis 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit beendet sein. Bei Läufen außerhalb Europas müssen sich Veranstalter und Vermarkter darauf einigen, wann die Tage beendet sind.

Ab 2010 soll es eine Rallye-Weltrangliste geben, analog zu den Ranglisten im Golf oder im Tennis. Damit soll hervorgehoben werden, wer Nummer 1, Nummer 2 und so weiter im Sport ist.

Zwar soll es bei WM-Läufen weiter einen zentralen Servicepark geben, die Veranstalter können aber Vorschläge machen, wie man den Sport näher an die Leute bringt. Außerdem werden die Veranstalter "ermutigt, Remote-Services in großen Orten und Städten durchzuführen, um den Sport zur Bevölkerung zu bringen". Außerdem werden die Crews zu Autogrammsessions während des Mittagsservice und weiteren PR-Aktivitäten nach dem letzten Service jedes Tages verpflichtet.

Mehrere Reifencompounds und Einheitssprit

2010 gibt es weiter einen Einheitsreifen für alle Läufe, außer für die reinen Asphaltrallyes. Allerdings wird die Möglichkeit geprüft, verschiedene Reifenmischungen einzuführen, um das Interesse der Medien zu vergrößern. Zudem wird untersucht, ob ein exklusiver Kraftstofflieferant gesucht wird, um den Schadstoffausstoß in der WRC zu verringern.

Die Marken-Weltmeisterschaft ist 2010 offen für alle Fahrzeugtypen, inklusive der aktuellen WRC-Autos und für alle Fahrer. Eingeschriebene Hersteller müssen bei allen Läufen zwei Fahrzeuge einsetzen. Diese Fahrzeuge müssen der 2009er-Homologation entsprechen.

Um die WRC besser vermarkten zu können wird geprüft, ob die Marken-Weltmeisterschaft für die Zukunft in eine Team-Weltmeisterschaft umgewandelt wird. Hersteller-Teams müssen an mindestens sieben Läufen teilnehmen, darunter an einem außerhalb Europas. Die Teams können ein oder zwei Fahrzeuge einsetzen, die vor 2009 homologiert wurden. Fahrzeuge, die von nationalen Verbänden lizensiert wurden und die den Anforderungen der WRC entsprechen, können in einer Nationalen Klasse antreten. Meldeschluss ist für alle WM-Läufe vier Wochen vor dem Start der Veranstaltung.

Die Werbetrommel rühren

Zudem wünschen sich FIA und WRC-Kommission wesentlich mehr Promotion für den Sport. So könnten bereits während der Recce PR-Aktivitäten eingeplant werden. Außerdem sollen die Veranstalter die Möglichkeit bekommen, Fahrer oder Teams für Werbeaktionen zu verpflichten. Außerdem ist angedacht, die Technische Abnahme zu einer Unterhaltungsveranstaltung für die Fans und Medien auszubauen.

Auch der Shakedown soll mehr zum öffentlichen Spektakel werden. Nötig ist dazu allerdings, dass eine gewisse Anzahl an Herstellern und Hersteller-Teams teilnimmt. Die WRC-Kommission untersucht nun die Möglichkeit, ob ein Qualifying eingeführt wird, in dem die Startpositionen für die Läufe vergeben werden. Zudem soll der Servicepark so umgestaltet werden, dass die Zuschauer näher an die Action herankommen. Und wenn die Sicherheit gewährleistet ist, werden auch Nachtprüfungen zugelassen. Allerdings darf eine Etappe nicht nur aus Nachtprüfungen bestehen.

Das wurde bereist fix beschlossen:

Bereits fix beschlossen hat der Weltrat, dass die Einführung des 1,6-Liter-Turbo-Motors auf 2011 vorgezogen wird. Die Veranstalter haben die Freiheit, ihren Läufen einen eigenen Charakter zu geben. Rallyes können über zwei, drei oder vier Tage gehen, müssen aber an einem Samstag oder Sonntag enden. Um für mehr Spektakel zu sorgen, kann innerhalb einer Prüfung oder innerhalb eines Tages von Schotter auf Asphalt und umgekehrt gewechselt werden.

Um 2010 den Einstieg von Herstellern mit S2000-Fahrzeugen zu erleichtern, wird für die kommende Saison ein "WRC-Cup" ins Leben gerufen, eine eigene Wertung für diese Fahrzeuge. Teams müssen an mindestens sieben Läufen teilnehmen, davon an einem außerhalb Europas. Die genauen Einschreibe-Bedingungen werden noch festgelegt.

Fotoquelle: xpb.cc

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