Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen feierten ihren zweiten Sieg in Folge

Rallye 2009

— 29.06.2009

Hirvonen: "Jetzt liegt es in meiner Hand"

Mikko Hirvonen konnte bei der Rallye Polen die Tabellenführung übernehmen - Last-Minute-Drama um Jari-Matti Latvala verhindert Ford-Doppelsieg

Mit einem souveränen Erfolg bei der Rallye Polen haben Ford-Pilot Mikko Hirvonen und sein Beifahrer Jarmo Lehtinen die Führung in der Fahrerwertung übernommen. Das finnische Duo liegt nach acht von zwölf Läufen zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft mit einem Punkt vor seinem Erzrivalen Sébastien Loeb. Das Ford-Werksteam feierte dabei den dritten Saisonsieg in Folge. Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila im zweiten Turbo-Allradler des Werksteams sahen bereits wie die sicheren Zweitplatzierten aus, mussten ihr Fahrzeug aber nach einem Unfall auf der abschließenden Zuschauerprüfung mit gebrochener Lenkung abstellen.

Bereits am Freitag hatte Hirvonen am Steuer seines Ford Focus RS WRC mit den ersten beiden Bestzeiten des Tages die Führung in der Gesamtwertung übernommen und damit die Weichen für seinen zweiten Saisonsieg in Folge gestellt. Sein Teamkollege Latvala entschied die nächsten beiden Wertungsprüfungen für sich und rückte so auf den zweiten Rang vor.

Zeitgleich verabschiedete sich der Titelverteidiger aus dem Rennen um den Sieg bei der Rallye Polen: Loeb traf auf der WP 4 einen verdeckten Baumstumpf und gab mit demolierter Radaufhängung auf. Dank SupeRally-Reglement konnte der Franzose den WM-Lauf ab Samstagmorgen mit erheblichem Zeitverlust wieder aufnehmen. "Als ich Sébastiens Auto neben der Strecke sah, habe ich zunächst etwas Tempo herausgenommen, um auf der sicheren Seite zu bleiben", erläuterte Hirvonen, der im Etappenziel rund neun Sekunden vor Latvala lag.

"Wir kannten den Baumstumpf und hatten ihn im Aufschrieb vermerkt", so Hirvonen. "Vor dem Start war er sogar noch Gesprächsthema zwischen Jari-Matti und mir. Aber bei einer neuen Rallye können solche Fehler schnell passieren - umso mehr bin ich bemüht, mir keine Dummheiten zu erlauben."

Hirvonen hielt Wort: Auch am Samstag balancierte er seinen rund 300 PS starken Boliden mit traumwandlerischer Sicherheit über die rasant schnellen Wertungsprüfungen Masurens und hielt dem Druck stand, den Dani Sordo als Drittplatzierter auf das Führungsduo ausübte. "Ein toller Kampf, es macht unheimlich viel Spaß", freute sich der 28-Jährige vor dem Finaltag. "Jari-Matti musste alles geben, um vor Sordo zu bleiben - damit blieb auch uns nichts anderes übrig als zu attackieren. Dies hatte ich so nicht unbedingt erwartet. In manchen Passagen waren die Geschwindigkeiten unglaublich hoch. Zudem fanden die hinter uns startenden Autos auf unseren Spuren mehr Grip als wir."

Ergebnis: Vor der dritten Etappe mit ihren fünf Wertungsprüfungen hatte Hirvonen einen Vorsprung von 38,5 Sekunden auf Sordo und zwölf Sekunden auf Latvala herausgefahren - ein Sicherheitspolster, dass er am Sonntag vor mehr als 200.000 begeisterten Fans nochmals deutlich ausbauen konnte.

"Das war aus meiner Sicht die beste Rallye der bisherigen Saison", jubelte Hirvonen im Ziel. "Die superschnellen, schmalen Straßen und das große Zuschaueraufkommen sorgten für eine tolle Atmosphäre. Es ist das erste Mal, dass ich zwei WM-Läufe hintereinander gewinnen kann. Jetzt reise ich als Tabellenführer zu meinem Heimspiel in Finnland. Der Titelkampf ist wieder völlig offen, und die Entscheidung liegt in meiner Hand."

Auch Jari-Matti Latvala hatte mit einer fantastischen Rallye überzeugt, der Traum vom zweiten Rang und dem Doppelsieg für das Ford-Team endete jedoch auf dem nur 2,5 Kilometer langen Zuschauerrundkurs im Start- und Zielort Mikolajki. "Mein Fehler", räumte der 24-Jährige ein. "Wir waren überhaupt nicht schnell, aber ich habe in eine Kurve einen Tick zu früh eingelenkt. Dabei touchierten wir eine sandgefüllte Tonne, die Lenkung brach und wir prallten in die gegenüberliegende Absperrung." Latvala und Beifahrer Anttila versuchten zwar noch, den Wagen ins Ziel zu schieben, mussten aber nach einer Runde auf der SuperSpecialStage aufgeben.

"Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich sah, was sich direkt vor mir abspielte", gestand Teamchef Malcolm Wilson. "Es ist ein Jammer, dass eine so tolle Vorstellung von Jari-Matti Latvala so kurz vorm Ziel auf so traurige Weise unbelohnt blieb. Dafür freut es mich sehr für Mikko Hirvonen, der drei Tage lang perfekt gefahren ist und sich seinen zweiten Sieg in Folge absolut verdient hat."

Gerard Quinn, Motorsport-Direktor von Ford Europa: "Drei WM-Laufsiege hintereinander zeigen, welchen tollen Job das Team in den vergangenen Monaten geleistet hat. Mikko Hirvonen wird in Finnland als Tabellenführer an den Start gehen. Wir wollen auch bei diesem Klassiker weiter auf der Erfolgsspur bleiben."

Fotoquelle: xpb.cc

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