Jari-Matti Latvala war nach dem Unfall sichtlich am Boden zerstört

Rallye 2009

— 29.06.2009

Latvala: Er hätte Verständnis für Rausschmiss

Nach Jari-Matti Latvalas dramatischem Crash in Polen gehen Teamchef Malcolm Wilson langsam die Ideen aus - Latvala zutiefst geknickt

Mit seinem Sieg bei der Rallye Sardinien schien bei Jari-Matti Latvala die Wende gekommen zu sein. Die Ausfälle am Saisonbeginn hatten am Selbstbewusstsein gekratzt, doch mit dem Sieg hatten er und sein Ford-Team die Fehler abgehakt. Bis gestern. Da passierte dem jungen Finnen wieder ein folgenschweres Missgeschick. In der abschließenden Zuschauerprüfung der Rallye Finnland warf er Platz zwei und den Doppelsieg für Ford weg.

Latvala hatte Platz zwei schon sicher und musste nur noch den kurzen Parcours absolvieren. Doch er lenkte in einer Kurve zu früh ein und touchierte eine sandgefüllte Tonne. Die Lenkung brach und Latvalas Ford prallte in die gegenüberliegende Absperrung - Rallye beendet. Mit dem Doppelsieg hätte Ford in der Markenwertung den Rückstand auf Citroën massiv verkürzen können. So aber ist der Rückstand auf 17 Punkte angewachsen.

Teamchef Malcolm Wilson war Augenzeuge des Geschehens - und er konnte kaum fassen, was er da sah. "Man kann sich den Schock vorstellen", sagte er. "Das ganze Team war vor Ort. Stellen Sie sich die Emotionen des Teams vor, dass da war, um Zeuge eines fantastischen Ergebnisses zu werden. Aber die großartige Arbeit von drei Tagen war plötzlich vor aller Augen zunichte gemacht - einfach unglaublich."

"Ich war dort, um das perfekte Ende eines perfekten Wochenendes mitzuerleben. Aber ich kann nicht glauben, was da direkt vor meinen Augen passiert ist", fuhr Wilson fort. "Es hat mir das Herz gebrochen, dass wir ein exzellentes Ergebnis verloren haben, nachdem beide Fahrer einen so tollen Job gemacht hatten."

"Es ist momentan sehr schwierig, aber um ganz ehrlich zu sein, gehen mir langsam die Ideen aus, wie wir Jari-Matti helfen können", erklärte der Teamchef. "Wir waren wirklich in der Position, um den Titel zu kämpfen. Ich sage nicht, dass dieses Thema für uns tot und begraben ist. Aber wir haben nun einen steilen Berg vor uns. Wir haben lange Zeit in ihn investiert. Er hat auf Sardinien große Fortschritte gemacht und jetzt fangen wir wieder bei Null an. Aber er wird in Finnland in einem Werksauto fahren."

Damit schloss Wilson gleich aus, dass Latvalas Zeit im Werksteam nun abgelaufen ist. Der junge Finne hätte aber sogar Verständnis für einen Rausschmiss. "Ich habe das Team im Stich gelassen und Fords Traum, in diesem Jahr den Herstellertitel zu gewinnen, kaputt gemacht", sagte Latvala geknickt zu 'wrc.com'.

"Ich habe die gesamte Ford-Gruppe und den Ford-Konzern enttäuscht", seufzte er. "Wir waren auf dem Weg zum Doppelsieg und mit dieser Enttäuschung kann ich im Team überhaupt nichts einbringen. Ich würde es wirklich verstehen, wenn sie mich nicht mehr im Team halten würden. Ich würde es verstehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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