Mikko Hirvonen konnte sein Glück nach seinem Sieg kaum fassen

Rallye 2009

— 03.08.2009

Heimsieg: Hirvonen erfüllt sich seinen Traum

Mikko Hirvonen holte in Finnland seinen dritten Sieg in Folge und baute seine Führung in der Fahrer-WM aus - Jari-Matti Latvala mit neuem Selbstvertrauen

Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen haben sich einen Traum erfüllt: Die Ford Focus RS WRC-Besatzung entschied am Sonntag die Rallye Finnland für sich, den neunten von zwölf Läufen zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft. Mit einem Vorsprung von 25,1 Sekunden auf Titelverteidiger Sébastien Loeb sicherten sie dem Ford-Werksteam den vierten Sieg am Stück und bauten ihre Führung in der Fahrerwertung auf nunmehr drei WM-Punkte aus.

Auf Platz drei rundeten Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila den Erfolg für die Werksabordnung von Ford ab, die mit diesem Resultat den Rückstand auf Platz eins in der Teamwertung vor dem letzten Saisonviertel auf nur noch 14 Zähler verkürzen konnte. Latvala bestätigte mit dem Podiumsplatz auch das Vertrauen, das Ford ihm entgegenbringt: Vor der Rallye wurde sein Vertrag verlängert.

Hirvonen - der am Freitag seinen 29. Geburtstag feierte - übernahm bereits auf der zweiten Wertungsprüfung die Spitze der Ergebnisliste, die er trotz heftiger Gegenwehr von Loeb nicht mehr abgeben sollte. "Schon als Kind habe ich diese Rallye mit Begeisterung verfolgt, jetzt konnte ich sie zum ersten Mal gewinnen und mich in eine Liste mit den Größten dieses Sports eintragen", jubelte der Finne auf der Zielrampe. "Dieser Erfolg bei meinem Heimspiel ist für mich eine Sensation, die ich gar nicht in Worte fassen kann."

Tatsächlich lieferte sich der Ford-Pilot auf den rasant schnellen Schotter-Achterbahnen rund um seinen Geburtsort Jyväskylä ein hochspannendes Duell mit seinem Erzrivalen Loeb, behielt dabei aber stets die Oberhand. Bis zur WP 15 hatte er sich um 10,6 Sekunden von dem Franzosen abgesetzt, als dieser sich einen Reifenschaden einhandelte und 15 weitere Sekunden verlor - die Vorentscheidung.

"Der Zweikampf mit Sébastien Loeb war großartig, aber ich hatte stets alles unter Kontrolle", erläuterte Hirvonen. "Nach seinem Problem konnte ich es etwas ruhiger angehen lassen."

Dramatisches Wochenende für Latvala

Einen nicht minder dramatischen Fight um Rang drei lieferte sich Jari-Matti Latvala mit dem Spanier Dani Sordo. Obwohl von einer Lebensmittelvergiftung gehandicapt, ging der 24-jährige Finne am Samstagnachmittag mit einer Bestzeit auf der 16. Wertungsprüfung an seinem Kontrahenten vorbei. Bis ins Ziel konnte er den Vorsprung auf 16,2 Sekunden ausbauen und damit dem Ford-Team weitere wichtige WM-Punkte sichern.

"Dieses Top-3-Ergebnis bei meiner Heim-Rallye zählt auch für mich zu den Höhepunkten meiner bisherigen Karriere", gestand der sichtlich erleichterte Latvala. "Nach meinem dummen Fehler bei der Rallye Polen, als ich auf der letzten Prüfung wegen eines Fahrfehlers ausgefallen bin, stand ich unter immensem Erfolgsdruck. Ich musste erst meinen Rhythmus und mein Selbstvertrauen zurückgewinnen, dann spielte auch noch mein Magen verrückt."

"Dass ich Dani Sordo dennoch den dritten Rang abtrotzen konnte, war so etwas wie ein Wendepunkt", so Latvala. "Danach passten auch die Zeiten wieder. Ich denke, ich habe aus meinem Fehler viel gelernt. Jetzt gebe ich mein Bestes, um meinen Teamkollegen auf dem Weg zum Fahrertitel bestmöglich zu unterstützen."

"Sowohl Mikko Hirvonen als auch Jari-Matti Latvala lieferten perfekte Arbeit ab", freute sich Teamchef Malcolm Wilson über das finnische Traumwochenende. "Ich habe immer gewusst, dass Mikko eines Tages diesen Klassiker gewinnen wird - dies könnte ein wichtiger Wendepunkt in seiner Karriere sein. Zumal er seine Führung in der Fahrerwertung weiter ausbauen konnte. Die Titelfrage bleibt bis zum Saisonfinale in England spannend."

"Ein Sieg in der Heimat des Rallye-Sports ist ein unglaublicher Erfolg", kommentierte Gerard Quinn, Motorsport-Direktor von Ford Europa. "Mit vier Siegen in Folge - darunter auf den superschnellen Naturstraßen Finnlands und den materialmordenden Schotterpisten im heißen Griechenland - haben wir sowohl die Schnelligkeit als auch die Zuverlässigkeit des Ford Focus RS WRC einmal mehr unter Beweis gestellt. Jetzt freue ich mich auf die Rallye Australien im kommenden Monat, bei der wir nichts weniger als den nächsten Sieg anpeilen."

Fotoquelle: xpb.cc

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