Sébastien Loeb und Mikko Hirvonen liefern sich einen heißen Fight um den Titel

Rallye 2009

— 16.08.2009

Experte Schwarz: Wie cool ist Loeb?

Die letzten drei Saisonläufe werden zum heißen Titelfight: Experte Armin Schwarz analysiert die Lage vor dem Showdown in Australien, Spanien und Wales

Der Titelkampf 2009 hat eine Wende genommen, mit der wohl nur die wenigsten gerechnet hätten. Drei Läufe stehen in diesem Jahr noch aus und nicht das Alphatier Sébastien Loeb liegt in der Fahrerwertung vorn, sondern sein Rivale Mikko Hirvonen. Mit seinem Heimtriumph in Finnland konnte der Ford-Pilot seinen Vorsprung auf drei Punkte ausbauen.

Hirvonen galt lange als "graue Maus", als einer, der zwar eifrig Punkte sammelt, dem aber der Biss fehlt, Loeb richtig zu attackieren. Wurde der Finne vielleicht unterschätzt? Rallye-Experte Armin Schwarz relativiert: "Der Umstand, dass Loeb wirklich drei Mal eine Nullrunde geschrieben hat, war ja zu Beginn der Saison überhaupt nicht absehbar", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir haben ja immer davon gesprochen, dass Loeb sich eigentlich nur selbst schlagen kann und auch nur Ford Stärke geben kann, indem er ausfällt."

Schwarz würde auch nicht die Rallye Finnland als Gradmesser für das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Rivalen hernehmen: "Für Loeb war es die erste Rallye nach seiner Ausfallsorgie oder auch Fehlerorgie. Zudem ist Finnland eine Rallye, die für die Finnen sowieso gut passt", sagt der Experte. Er räumt jedoch ein: "Hirvonen hat natürlich jetzt eine sehr, sehr gute Ausgangsposition. Im Prinzip muss Loeb jetzt schon versuchen, dass er wieder eine nach der anderen Rallye gewinnt."

Ob dem Citroën-Star allerdings noch einmal so eine Siegesserie wie zu Saisonbeginn gelingt, kann noch niemand voraussagen. "Es ist eine unwägbare Variante drin, das ist Australien, das ist für alle neu", so Schwarz. Damit ist der Verlauf der Rallye Australien ebenso offen wie es bei der Rallye Polen der Fall war. Danach folgen noch zwei bekannte Größen: Auf dem Asphalt der Rallye Katalonien gilt Loeb als Favorit, auf dem Schotter beim Saisonfinale in Wales könnte Hirvonen wieder zurückschlagen. Doch das ist alles nur Spekulation: "Momentan schwingt das Pendel weder in Richtung Hirvonen noch in Richtung Loeb aus. Es ist einfach so, dass beide die Rallyes gewinnen müssen, die jetzt kommen. Und das macht die WM wirklich spannend."

Ford-Teamchef Malcolm Wilson hat Hirvonens Sieg in Finnland als eine Art "Wendepunkt" bezeichnet. Experte Schwarz glaubt jedoch nicht, dass der 29-jährige Finne durch den Erfolg ein bissigerer Fahrer wurde, der nun versucht, eine Rallye nach der anderen gewinnt: "Ich glaube nach wie vor, dass Mikko so fährt, was für ihn machbar ist. Was nicht machbar ist, wird er nicht tun." Hirvonen werde weiter versuchen, durch Punktehamstern Weltmeister zu werden: "Also dort gewinnen, wo man gewinnen kann und wo man Zweiter wird, wird man Zweiter. Du kannst auch mit dieser Strategie Weltmeister werden - oder zumindest jetzt in Führung liegen. Das hätte Mikko sich vor drei Rallyes selbst auch nicht gedacht."

Die spannende Frage für Schwarz ist, wie Rekordweltmeister Loeb auf die Lage reagiert. Er ist unter Druck geraten - wird der Citroën-Star nun nervös oder zieht er den Endspurt cool durch? "Ich glaube, dass er schon abgebrüht und abgezockt ist", schätzt der Experte den Franzosen ein. Aber: "Er ist ein schlechter Verlierer, er ist ein sehr schlechter Verlierer. Es wird spannend: Wie wird er sich verhalten, wenn er merkt: Oh hoppla, das Gewinnen geht nicht mehr so, wie ich mir das vorstelle'. So verwöhnt wie er bisher war, bin ich gespannt, wie er sich darauf einstellt, wenn das nicht mehr der Fall ist."

Neben den Titelrivalen Hirvonen und Loeb stand in Finnland noch ein anderer Pilot im Mittelpunkt des Interesses: Kimi Räikkönen. Experte Schwarz ist von dessen Leistung "nicht so beeindruckt" wie viele andere, "aber ich glaube, dass er einfach von Haus aus den Speed hat, so wie ihn zum Beispiel DTM-Pilot Mattias Ekström auch hat. Es gibt sicher gute Formel-1-Fahrer, die auch gute Rallyefahrer sind und da gehört er sicher mit dazu, aber ich würde es nicht überbewerten." Schwarz traut Räikkönen durchaus zu, in der WRC Fuß zu fassen, "ich glaube aber nicht, dass es dazu reichen würde, dass er Weltmeister wird."

Fotoquelle: xpb.cc

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