Sébastien Loeb musste am Grünen Tisch einen Rückschlag hinnehmen

Rallye 2009

— 06.09.2009

Entscheidet eine Schlamperei die Rallye-WM?

Wegen einer Schlamperei seines Citroën-Teams droht Sébastien Loeb den WM-Titel zu verlieren - Mikko Hirvonen: "Weiß, wie er sich fühlt"

Jene Strafminute, die Sébastien Loeb den Sieg bei der Rallye Australien kostete, könnte für den Ausgang der diesjährigen Weltmeisterschaft verheerende Auswirkungen haben. Denn vor den abschließenden beiden Events fehlt dem Citroën-Piloten nun nicht wie ursprünglich nur ein Punkt auf Mikko Hirvonen (Ford), sondern gleich deren fünf!

Das bedeutet, dass Loeb aus eigener Kraft nicht mehr Weltmeister werden kann, wenn Hirvonen in Katalonien und Wales zweimal Zweiter wird. Wie es dazu kommen konnte, nachdem er in Australien auf der Strecke eigentlich gewonnen hatte? Bei der technischen Nachuntersuchung im Parc Fermé stellten die FIA-Kommissare am Citroën C4 von Loeb einen nicht homologierten vorderen Querstabilisator fest.

Citroën räumte anschließend bereitwillig ein, dass auch die Autos von Dani Sordo und Sébastien Ogier mit gleichen Komponenten ausgestattet waren, sodass die beiden ebenfalls mit einer Strafminute belegt wurden. Obwohl kein eigentlicher Regelverstoß vorlag, musste Citroën den Fehler eingestehen: "Wir akzeptieren die Entscheidung, denn das Foto auf dem Homologierungsformular zeigt ein anderes Teil als das, das wir am Auto hatten", so Renndirektor Olivier Quesnel.

"Der Unterschied hatte keinerlei Auswirkungen auf die Performance oder die Zuverlässigkeit des Autos", erklärte der Franzose. "Es war ein rein administrativer Fehler, der überhaupt nichts mit Betrug zu tun hatte. Im Namen des Teams möchte ich mich persönlich bei Sébastien Loeb und Daniel Elena entschuldigen, die an diesem Wochenende auf der Strecke einen überragenden und verdienten Sieg errungen hatten."

Loeb zeigte sich angesichts der FIA-Entscheidung "enttäuscht, aber man muss es akzeptieren, wenn die Regeln angewendet werden. Jetzt fehlen mir fünf Punkte auf Mikko, nicht nur einer. Das macht die Jagd nach dem sechsten Titel nicht gerade einfacher, aber auf unsere Entschlossenheit hat es keine Auswirkungen." Die wird er auch brauchen, denn bei den verbleibenden Rallyes kann Loeb eigentlich nur noch voll auf Sieg fahren.

Als fairer Gewinner zeigte sich Hirvonen: "Ehrlich gesagt ist es unglücklich, wenn die Entscheidung über den Sieg nach drei Tagen Rallyesport vom Feinsten auf diese Weise fällt. Ich weiß, wie Sébastien sich jetzt fühlt", so der Finne. "Ich habe nun fünf Punkte Vorsprung, aber der Titelkampf ist weiterhin offen. Vor dem nächsten Lauf in Spanien absolviere ich ein ausführliches Asphalttraining, auch Testfahrten stehen auf dem Programm - wir sollten gut vorbereitet sein."

Fotoquelle: GEPA

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