Mikko Hirvonen nimmt Kurs auf den WM-Titel, macht sich aber keinen Druck

Rallye 2009

— 15.10.2009

Hirvonen: "Polen war der Wendepunkt"

Ford-Speerspitze Mikko Hirvonen im Interview über den Titelendspurt in der WRC, das Duell mit Sébastien Loeb und seine persönlichen Aussichten

Nur noch eine Rallye sieht der Rennkalender der WRC in dieser Saison vor - und noch streiten sich zwei Piloten um die Fahrerkrone. Mikko Hirvonen greift für Ford ins Lenkrad und belegt derzeit mit 84 Punkten die Spitzenposition in der WM, doch Verfolger Sébastien Loeb rangiert nur einen Zähler dahinter auf Rang zwei. So kommt es bei der Rallye Großbritannien zum großen Showdown, vor dem sich Hirvonen betont gelassen gibt. Im Interview spricht der Finne über die Titelentscheidung.

Frage: "Mikko, wie fühlt es sich an, vor der letzten Rallye des Jahres an der Spitze der Fahrerwertung zu stehen?"
Mikko Hirvonen: "Das fühlt sich einfach großartig an, doch ich habe die Meisterschaft ja auch schon davor angeführt - nur ist mir das noch niemals vor dem letzten Event einer Saison gelungen. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken, bis die Rallye in Cardiff zu Ende gegangen ist. Hoffentlich kann das Team dann eine große Party feiern."

Nach Griechenland wuchs die Hoffnung

Frage: "Verspürst du einen großen Druck?"
Hirvonen: "Im Augenblick nicht, nein. Es ist einfach nur richtig aufregend. Ich habe eine Siegchance und bleibe mit den Füßen auf dem Boden. Es wird ein harter Kampf. Ich unterschätze den Job gewiss nicht, den ich in Wales erledigen muss."

"Ich habe aber keinerlei Erwartungen und so kann ich etwas Druck wegnehmen. Ich habe das einfach zur Seite geschoben. Wir haben schon seit den vergangenen sechs Rallyes ein sehr gutes Gefühl und ich habe mir selbst ein paar Dinge bewiesen. Das musste einfach sein. Das hat auch etwas von dem Druck weggenommen."

Frage: "Zu welchem Zeitpunkt des Jahres hast du gemerkt, dass du Loeb herausfordern und den Titel gewinnen kannst?"
Hirvonen: "Ich bin mit diesen Gedanken in die Saison gegangen. Dann holten wir in Argentinien keine Punkte - ich hätte die Flinte da schon beinahe ins Korn geworfen. Meine Hoffnungen erhielten erst nach unserem Sieg in Griechenland wieder neue Nahrung."

"In Polen leistete sich Loeb einen Ausrutscher und wir übernahmen die Führung in der Gesamtwertung. Da wusste ich, dass wir wieder im Titelkampf waren. So gesehen war Polen in meinen Augen der Wendepunkt. Ich wusste aber schon immer, dass es schwierig werden würde - er ist schließlich ein fünfmaliger Champion."

Frage: "Hat sich deine mentale Einstellung seit dem vergangenen Jahr verändert?"
Hirvonen: "Da hat sich nichts verändert. Ich wusste, dass ich ihn würde herausfordern können, wenn wir nur perfekte Rallyes sowie mehr Erfahrung und Selbstvertrauen haben würden."

"Wir sind in dieser Saison einige sehr gute Rallyes gefahren. Selbst wenn er Events gewonnen hat, waren wir direkt hinter ihm auf dem zweiten Platz. Ich konnte ihn auf vielen Abschnitten fordern und wusste, dass das drin war."

In Wales als Erster auf der Strecke

Frage: "Wie hast du die vergangenen zwei Wochen seit Spanien verbracht?"
Hirvonen: "Unmittelbar nach der Rallye habe ich eine Passagierfahrt für BP und Castrol in Spanien unternommen. Ich habe außerdem etwas Zeit mit meiner Familie verbracht und recht viele Medieninterviews und Auftritt absolviert."

"In dieser Woche haben wir schon zwei Testtage durchgeführt, um ein gutes Setup für die Rallye Großbritannien zu finden. Ich fühle mich wohl im Auto. Wir nehmen an diesem Wochenende als Vorausfahrzeug an der Cambrian-Rallye teil."

"Die dort befahrenen Straßen ähneln denen, die wir bei der Rallye Großbritannien absolvieren müssen. Nach dem spanischen Asphalt wird das eine gute Erfahrung sein. Ich habe die Cambrian 2002 gewonnen und freue mich schon sehr darauf, wieder einmal dorthin zu gehen."

Frage: "Wenn du die Wahl hättest, bei welcher Rallye du Loeb herausfordern könntest - welchen Ort würdest du auswählen?"
Hirvonen: "Das wäre Finnland. Bei deinem Heimevent hast du einfach eine Extraportion Selbstvertrauen und kennst auch die Straßen etwas besser. Die Rallye Großbritannien stünde auf meiner Liste allerdings auf Rang zwei."

"Es ist ein fantastischer Event und ich liebe es, dort zu fahren. Diese Straßen liegen mir. Sie sind schnell und flüssig. Zu dieser Zeit des Jahres sollten sie nicht mit Eis und Schnee bedeckt sein. Das sollte einfach perfekt sein."

Frage: "Machst du dir Sorgen darüber, bei der Rallye Großbritannien als Erster auf die Straße zu müssen?"
Hirvonen: "Nein, überhaupt nicht. Das ist keine der Rallyes, wo es einen riesigen Unterschied zwischen dem ersten, zweiten oder dritten Starter gibt. Wenn es richtig schlammig ist, dann ist der erste Startplatz das Beste, was es gibt. Wenn es trocken und staubig ist, dann ist Platz eins ebenfalls das Beste. Ich kann mich also gut damit arrangieren, als Erster zu starten."

Fotoquelle: Ford

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