Noch nicht aufgegeben: Mikko Hirvonen riskiert in Wales noch einmal alles

Rallye 2009

— 25.10.2009

SS13/14: Hirvonen macht es noch einmal spannend

Mikko Hirvonen hat in Wales zu einer finalen Aufholjagd auf Sébastien Loeb geblasen: Der Vorsprung des Franzosen ist auf 18 Sekunden geschmolzen

Eigentlich sah es so aus, als ob Sébastien Loeb bei der Rallye Wales am heutigen Sonntag entspannt dem Sieg und damit seinem sechsten Weltmeistertitel entgegenfahren kann. Der Citroën-Star hatte vor den heutigen letzten vier Prüfungen einen Vorsprung von 30,2 Sekunden auf seinen Rivalen, Ford-Pilot Mikko Hirvonen. Die Rechnung ist einfach: Wer das bessere Ergebnis holt, ist Weltmeister.

Doch Hirvonen gibt sich nicht so einfach geschlagen. Der Ford-Finne hat zu einer finalen Aufholjagd geblasen. Er holte in beiden bisher gefahrenen Sonntagsprüfungen die Bestzeit. In der ersten WP holte er dadurch nur ein paar Zehntelsekunden auf, doch in der zweiten Prüfung machte er gleich 11,2 Sekunden auf Loeb gut. Damit hat Loeb nur noch 18,2 Sekunden Vorsprung auf Hirvonen - ein potenzieller Dreher auf einer der beiden Abschlussprüfungen könnte den Franzosen damit teuer zu stehen kommen.

"Es war sehr matschig und ich bin es sehr verhalten angegangen", berichtet Loeb. "Es war sehr tücksich da draußen, aber es ist kein Problem. Vielleicht habe ich ein bisschen viel Zeit verloren. Schauen wir mal, wie die nächste Prüfung läuft."

Hirvonen ist entschlossen, die minimale Chance, die er noch hat, zu nutzen: "Ich gebe definitiv alles. Es war sehr rutschig, es ist für alle sehr schwierig. Aber ich gebe nicht auf. Ich bin jetzt nur gerutscht, doch ich habe nichts mehr zu verlieren!"

Im Kampf um Platz drei hat Daniel Sordo (Citroën) einen Teil seines Vorsprungs auf "Citroën-Junior" Petter Solberg eingebüßt. Der Norweger liegt nun nur noch 14,6 Sekunden hinter Sordo auf Rang vier. Dahinter sind die Abstände so groß, dass keine Positionswechsel mehr zu erwarten sind. Sébastien Ogier ist Fünfter vor den beiden Stobart-Pilot Henning Solberg und Matthew Wilson.

Jari-Matti Latvala liegt als Achter auf dem letzten Punkterang. Doch es ist fraglich, ob der Ford-Pilot noch weiter fahren kann. Denn er versenkte seinen Focus nach dem Flying Finish der 14. Prüfung im Unterholz. Mit vereinten Kräften schafften es die Zuschauer, das Auto wieder zurück auf die Straße zu hieven, allerdings ist der Focus hinten stark beschädigt, zudem hat Latvala zwei kaputte Reifen.

"Es war regnerisch und man kommt hier über einen Sprung ins Ziel. Ich konnte nicht mehr bremsen und in der Kurve nach dem Ziel ging es geradeaus weiter", schildert der junge Finne, der versucht, sein Auto für die letzten beiden Prüfungen wieder fahrbereit zu bekommen.

Bis zur großen WM-Entscheidung stehen nun noch zwei Prüfungen mit einer Gesamtlänge von rund 40 Kilometern an. Einen Mittagsservice gibt es heute nicht. Die Abschlussprüfung "Rheola 2" beginnt um 12:55 Uhr MEZ.

Fotoquelle: xpb.cc

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