Daniel Elena und Sébastien Loeb feiern ihren sechsten Weltmeistertitel

Rallye 2009

— 26.10.2009

Loeb: "Das ist mein bester Titel!"

Für Sébastien Loeb ist der sechste WM-Titel deshalb etwas Besonderes, weil er ihn sich so hart erkämpfen musste - Druck bis zum Zielstrich

Als Sébastien Loeb und Daniel Elena in ihrem Citroën C4 WRC nach 16 Prüfungen bei der Rallye Wales die Ziellinie überquerten, brachen bei den beiden alle Dämme. Das Duo hatte gerade nicht nur seinen 54. WRC-Sieg eingefahren, sondern vor allem den sechsten Weltmeistertitel. Loeb und Elena kletterten auf ihr Auto und rissen die Fäuste in die Luft.

Es war ihnen anzumerken, wie die gesamte Anspannung abfiel. Eine Anspannung, die sich seit der Saisonmitte aufgebaut hatte. Zu Beginn des Jahres sah es so aus, als ob Loeb und Elena zum Titel durchmarschieren. Sie gewannen die ersten fünf Rallyes und schon war der "Grand Slam" in aller Munde - der Sieg bei allen zwölf Saisonläufen.

Doch dann folgten Pleiten, Pech und Pannen. Während Loeb sich Fehler leistete und das Siegen verlernt zu haben schien, wurde Ford-Pilot Mikko Hirvonen immer stärker. Der Finne wurde von Erfolg zu Erfolg selbstbewusster, rückte Loeb in der Gesamtwertung immer näher und verdrängte ihn schließlich von der Spitze. Für Loeb folgte der nächste Rückschlag in Australien, wo er den Sieg verlor, weil ein Querstabilisator nicht der Homologation entsprach.

Aber Loeb kämpfte sich zurück: Beim vorletzten Saisonlauf in Spanien verkürzte er den Rückstand auf Hirvonen von fünf Punkten auf einen. Und in Wales fuhr er von Anfang an volle Attacke. Der Franzose übernahm von der ersten Prüfung an die Führung. Zwar konnte er zwischenzeitlich sein Polster auf den Wales-Zweiten Hirvonen ausbauen, doch der Ford-Finne konterte immer wieder. Dazu bekam der Franzose Probleme mit seinem Turbolader. Erst in der vorletzten Prüfung konnte Loeb durchatmen, als Hirvonen wegen einer losen Motorhaube eine Minute verlor. Somit stand Loebs Sieg und seinem sechsten Titelgewinn nichts mehr im Weg.

"Bis zum Ende dieser Rallye standen wir derart unter Druck", bekennt Loeb. "Wir hatten einen guten Start in die Saison, aber bekamen dann einige Probleme. Dennoch haben wir uns direkt vor dieser Rallye wieder vorn zurückgemeldet. Und jetzt ist es uns gelungen, den Titel wieder zu gewinnen - auf der vorletzten Prüfung. Mikko hat nie aufgegeben und ich musste bis ins Ziel pushen."

"Es ist immer schwer, Titel miteinander zu vergleichen, aber ich denke, vom sportlichen Fight her gesehen ist das mein bester Titel", erklärt der Citroën-Superstar. "Wenn man einen Titel drei Rallyes vor Schluss gewinnt, ist der Druck nicht so groß, den man hat ja noch ein paar weitere Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. Doch dies war die letzte Rallye und wir konnten uns nicht leisten, dass es schief geht. Jeder hat erwartet, dass wir gewinnen, aber ich kann sagen: Nichts war sicher, bis wir im Ziel waren. Deshalb bedeutet uns dieser Titel so viel."

Sein Teamkollege Daniel Sordo wäre durch Hirvonens Pech in der vorletzten Prüfung beinahe noch auf den zweiten Platz bei der Rallye Wales vorgerückt, wurde dann aber doch knapp hinter dem Finnen Dritter. Auch in der Gesamtwertung beendete Sordo die Saison auf Platz drei. Es war ein Jahr, in dem sich der Spanier massiv steigern konnte - von manchen Beobachtern wird er nun sogar als weiterer Titelanwärter für 2010 gehandelt. "Ich freue mich über meinen dritten Gesamtrang und darüber, dass ich zum Erfolg von Citroën wirklich einen Beitrag leisten konnte. Es war eine sehr gute Saison", bilanziert Sordo.

"Drei Wochen nach dem Gewinn des Markentitels haben wir diese außergewöhnliche Saison mit dem Fahrertitel abgerundet", freut sich Citroën-Direktor Frédéric Banzet. "Wir hatten schon auf jeweils fünf Titel ausgeglichen, aber jetzt ist Seb mit seinem sechsten Titel wieder in Führung gegangen! Wir freuen uns, das beste Team, den besten Fahrer und den beiden Beifahrer in der WRC zu haben."

Fotoquelle: xpb.cc

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