Sébastien Loeb hat noch nie so hart um einen WM-Titel kämpfen müssen

Rallye 2009

— 26.10.2009

Loeb und der härteste Titelkampf seiner Karriere

Sébastien Loeb beschrieb in der Wales-Pressekonferenz seinen dornenreichen Weg zum sechsten WM-Titel und den massiven Druck beim finalen Showdown

Frage: "Sébastien, Gratulation zu deinem sechsten Weltmeistertitel und deinem 54. WRC-Sieg. Das war ein unglaubliches Wochenende, oder?"
Sébastien Loeb: "Ganz sicher: Ich bin wirklich, wirklich glücklich über diesen Titel. Das war mein schwierigster Titel. Wir hatten in dieser Saison Höhen und Tiefen. Wir haben mit fünf Siegen in Folge angefangen und alle haben gedacht, dass wir den Titel holen. Aber dann folgte eine schwierige Phase. Wir hatten Probleme und haben Fehler gemacht, während Mikko viele Rallyes gewonnen und viele Punkte gesammelt hat. Und schließlich kamen wir hier zur letzten Rallye, bei der mich Mikko die ganze Zeit gejagt hat."

"Nach der Spanien Rallye, bei der mir Daniel Sordo sehr geholfen hat, den Anschluss wieder zu finden, war ich wirklich glücklich. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich wieder die Chance hatte, um den Titel zu kämpfen. Es war eine wirklich schwierige Rallye. Die Bedingungen waren extrem und Mikko war schnell. Wir wussten, dass wir wirklich Gas geben und etwas riskieren mussten, aber gleichzeitig keine Fehler machen durften. Und genau das ist uns gelungen. Es war eine großartige Rallye und Mikko hat die ganze Zeit Druck ausgeübt. Er ist eine fantastische Rallye gefahren."

"Am letzten Tag, in den ich mit 30 Sekunden Vorsprung gestartet bin, haben alle gedacht, dass ich gewinnen werde. Aber im Auto ist das eine andere Geschichte. Man muss durchkommen und immer bedenken, dass man Gas geben muss, weil Mikko alles versuchen wird. In der zweiten Prüfung habe ich einen kleinen Fehler gemacht und an manchen kritischen Stellen hat mir ein bisschen das Selbstvertrauen gefehlt. Da war ich dann zu langsam und vorsichtig und habe viel Zeit verloren. Von da ab mussten wir wirklich Gas geben, aber dann hatte Mikko das Problem und es war gelaufen. Aber es war ein wirklich aufregendes Wochenende mit viel Druck und Stress. Den Titel in einer solchen Situation zu gewinnen, ist ein unglaubliches Gefühl."

Frage: "War das der härteste Titelfight deiner Karriere?"
Loeb: "Ja, ganz sicher. Es war das erste Mal, dass ich zu einer Rallye gekommen bin und wusste, dass ich gewinnen muss, um den Titel zu holen. Von daher war viel Druck da, es war eine andere Situation. Wenn man den Titel drei Rallyes vor Saisonende gewinnt, hat man keinen großen Druck, weil man weiß: Okay, wenn ich Dritter werden, werde ich immer noch Weltmeister und das ist okay. Aber es ist schon etwas Spezielles, wenn man zur letzten Rallye kommt und weiß, dass sich hier alles entscheiden wird."

Frage: "Sprechen wir über den Samstag. Auf den Prüfungen acht und neun warst du sensationell unterwegs. Woran lag das?"
Loeb: "Ich war wirklich sauer, nachdem mich Mikko auf der ersten Prüfung geschlagen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass er mich wieder schlagen würde, wenn ich nicht reagiere. Also habe ich Vollgas gegeben. Ich hatte einen guten Rhtyhmus und habe gemerkt, wie gut der Grip war. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben."

"Ich war auf der zweiten Schleife immer besser, weil es da mehr Grip gibt und ich wie auf Asphalt spät bremsen kann. Unser Auto war bei diesen Bedingungen sehr gut. Es ist für mich schwieriger, wenn es richtig rutschig ist. Als ich mir die Splits angeschaut und gesehen habe, dass ich Mikko viel Zeit abnehmen konnte, wusste, ich dass ich so weitermachen musste, nicht nachlassen durfte und so viele Sekunden wie möglich mitnehmen musste. Ich habe alles versucht und das war wirklich eine unglaubliche Aufgabe."

Frage: "Bis zum Beginn der neuen Saison sind nun drei Monate Pause. Was wirst du in dieser Zeit machen?"
Loeb: "Erst mal ein bisschen Urlaub und einfach eine gute Zeit haben. Und dann beginne ich wie jedes Jahr im Winter mit der Testarbeit für die nächste Saison."

Fotoquelle: xpb.cc

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