Kimi Räikkönen geht seine erste WRC-Saison mit viel Professionalität an

Rallye 2010

— 07.01.2010

Räikkönen weiß: Ohne Schrott wird es nicht gehen

Kimi Räikkönen über seine ersten Kontakte zum Rallyesport, die Power von WRC-Boliden, unvermeidbare Überschläge und die wichtigsten Lernziele

Mit 30 Jahren steigt Kimi Räikkönen nun also um: Statt Formel 1 heißt es bei dem Finnen im Jahr 2010 Rallye-Weltmeisterschaft. Sein WRC-Debüt gab er 2009 als Gaststarter bei seinem Heimlauf, doch die Driftkünstler faszinieren ihn bereits seit seinen Kindertagen. Das erste Rallyeauto, an das er sich erinnert, sei der Ford Escort seines Bruders Rami, erzählt der "Iceman" im 'Red Bulletin'.

"Als guter Finne habe ich die Rallyeautos natürlich schon als Kind im Fernsehen gesehen", so Räikkönen. "Am besten haben mir Ari Vatanen und der Peugeot 205 T16s von Juha Kankkunen gefallen. Die erste Rallye, bei der ich vor Ort war, muss die 1.000-Seen-Rallye 1991 gewesen sein, die Kankkunen in einem Lancia Delta Integrale gewonnen hat."

Nun also mischt der frühere Formel-1-Weltmeister selbst in der Allradszene mit. Und schon bei seinem Debüt im vergangenen Sommer zeigte sich, dass er die Sache wesentlich professioneller angeht als andere Umsteiger. "Wenn man etwas macht, muss man es mit dem besten Team machen", sagt Räikkönen dazu. "Mein Auto wurde von der Mannschaft von Tommi Mäkinen vorbereitet. Diese Jungs sind hochprofessionell."

Auch sonst überlässt der Finne nichts dem Zufall. So hat er sich mit Kaj Lindström bewusst einen erfahrenen Co-Piloten gesucht, "damit wenigstens einer von uns weiß, was er tut." Die beiden haben sich über Mäkinen kennengelernt, 2006 waren sie bei der Rallye Monte Carlo gemeinsam Eisspione für Chris Atkinson. "Kaj ist herausragend. Er und Tommi waren zusammen Weltmeister. Erst ist auch derjenige, der mir einen ersten Kontakt zu Citroën Sport gemacht hat", berichtet Räikkönen.

Bei seinen Einsätzen 2009 pilotierte der Finne einen Abarth Grande Punto S2000. Jetzt hat er mit einem Citroën C4 WRC aber ein richtiges Geschoss zur Verfügung. "Ein WRC ist schneller und tougher als ein S2000", weiß er. "Es ist zehnmal besser zu fahren und hat mehr Power. Deshalb kann man sich auch aus kritischen Situationen noch heraus retten. Wenn der Fiat ohne Turbo-Motor einmal ins Driften kam heiß es 'Game over'."

Das Wichtigste: der Aufschrieb

Der "Iceman" muss sich nun erst einmal an die Power eines WRC gewöhnen - und auch sonst noch einiges lernen. Das Fahren als solches sein weniger das Problem, meint er, "was den Unterschied ausmacht, sind der Aufschrieb und dein Vertrauen. Das ist am Anfang mein größter Nachteil - ich kenne nur die Acrtic-Rallye und die Rallye Finnland. Für die restlichen Läufe muss ich mir erst selbst alles erarbeiten."

Zwar könnte er teamintern sicher auch auf die Aufschriebe seiner Kollegen zurückgreifen, doch Räikkönen findet es besser, seinen eigenen zu haben: "Wenn du wirklich schnell sein willst, dann musst du Vertrauen haben. Und du wirst nie volles Vertrauen in den Aufschrieb eines anderen haben." Er hält auch wenig davon, den Spuren des vorausfahrenden Piloten zu folgen - denn man wisse ja nie, was derjenige angestellt hat: "Du musst das tun, was dein Co-Pilot dir sagt."

Manchmal kann eine WRC-Prüfung aber trotzdem unsanft enden. Räikkönen verfügt schon seit langem über Überschlagserfahrung: Seine erste Rolle machte er im Alter von 14 Jahren im Lada seines Bruders, auf einer Rallyepiste in der Nähe seiner Heimat: "Ich habe überbremst und mich zweimal überschlagen. Der Käfig ist dabei auch gebrochen."

Und Räikkönen geht "natürlich" davon aus, dass er auch in der kommenden Saison das eine oder andere Mal für Schrott sorgen wird: "In diesem Sport bedeutet ein Fehler in der Regel, dass man das Auto kaputtmacht. Wie viele Autos werden Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen zerstört haben, bevor sie ihren ersten WRC-Lauf gewonnen haben? Der einzige Fahrer ohne Überschlag ist Sébastien Loeb. Er ist eine Ausnahme."

Bisher war der Asphalt das Zuhause des Finnen, künftig hat er es mit drei verschiedenen Untergründen zu tun: Asphalt, Schotter und Schnee. Er geht davon aus, dass Asphalt "wohl mehr mein Ding" sein wird, auch wenn er auf Schotter schon schnell unterwegs war. Am schwierigsten wird es für ihn auf Schnee, prophezeit er: ""Die Linien müssen im Schnee genau passen, während es auf Asphalt kein Problem ist, wenn du einen Meter zu spät bremst und härter einlenkst. Auf Schotter muss man in der Lage sein, den Untergrund zu lesen: Auf manchen Schotterarten hat man unglaublichen Grip, auf anderen nicht."

Fotoquelle: xpb.cc

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